Neue Bohnen Zeitung


ROCK- UND POP-LEXIKON
von Vivienne  –  März 2004



Paul McCartney, Teil 2

In den 80er Jahren setzte Paul McCartney seine Karriere wieder als Solomusiker fort. In der erfolgreicheren Phase dieser Zeit entstanden zwei der berühmtesten Duetts aller Zeiten: „Ebony and Ivory“, gemeinsam mit Stevie Wonder und „Say Say Say“ gemeinsam mit dem jungen Michael Jackson, der gerade ausholte, der erfolgreichste Popstar aller Zeiten zu werden. Zusammen mit Jackson entstand übrigens noch ein weiteres Duett, „The Girl Is Mine“, das auf Jacksons „Thriller“ zu finden ist und als Single ausgekoppelt wurde. Mitte der 80er Jahre begannen dann aber die „mageren“ Jahre in Pauls Karriere. Film und Album „Give My Regards To Broad Street“ (Single „No More Lonly Nights“) floppten, ein noch größerer Tiefschlag das folgende Album “Press to Play”. Erst in den 90er Jahren rief sich McCartney mit seinem “Unplugged”-Album und der CD „Off the Ground“ (Single „Hope of Deliverance“) wieder nachhaltig in Erinnerung. Ganz großer Hit ist ihm trotzdem keiner mehr gelungen, aber ein Paul McCartney kann gut von der Vergangenheit zehren. Und sich neuen Hobbys widmen: der klassischen Musik oder der Malerei.

Die Familienidylle von Paul und Linda verlief nicht immer völlig problemlos. Zwar ist Paul McCartney einer der wenigen Popmusiker, die eine sehr glückliche Ehe führten, aber Ende der 60er Jahre, als sich das Ende der Beatles schon abzeichnete, kämpfte er doch einige Zeit mit gröberen Alkohol- und Drogenproblemen. Später, genau genommen im Jahr 1979,  wurde er bei der Einreise nach Japan wegen – im Vergleich zu seiner Vorgeschichte – eher harmlosem Haschischbesitz (nicht das erste oder einzige Mal in seinem Leben) festgenommen, bekam sieben Jahre Zwangsarbeit angedroht und saß letztendlich neun Tage in Haft. Paul McCartney betonte immer wieder, dass er mit Linda die Liebe seines Lebens gefunden hatte. Die Beziehung der beiden funktionierte blendend, neben Lindas Tochter aus erster Ehe hatten die beiden gemeinsam drei Kinder.

Lindas Tod – sie starb tragischerweise wie Pauls Mutter an Brustkrebs – war ein unglaublicher Schlag für den an sich vom Glück verwöhnten Popmusiker. Offen gab Paul in Interviews nach ihrem Tod zu, dass er nur mehr geweint habe. Paul, der ironischerweise gerade in der schwersten Zeit seiner Frau für seine Verdienste geadelt worden war, hat mittlerweile ein neues Glück gefunden. Das blonde Modell Heather machte Paul, der durch seine älteste Tochter schon Großvater geworden ist, noch einmal zum Vater. Beatrice heißt der jüngste Spross, vielleicht kommen auch noch mehr Kinder.

Paul McCartney hat sich in seiner ganzen langen Karriere auch gern für soziale Belange und Wohltätigkeit engagiert. Er spendete zu zahlreichen Anlässen und stampfte einige Hilfsprogramme aus dem Boden. Unter anderem nahm er 1987 mit Ferry Aid nochmals „Let It Be“ auf, für den Zeebrugge Disaster Found der englischen Tageszeitung Sun. Auch nach der Katastrophe des 11. September 2001 organisierte Paul ein groß angelegtes Benefizkonzert, die Einnahmen aus seiner Single „Freedom“ wurden einem Hilfsfond gespendet.

McCartneys Musikkarriere ist nicht abzusehen. Seine Plattenfirma hat ihn vor einigen Jahren schon wegen seiner großen Erfolge sozusagen lebenslang eingestellt. Lassen wir uns also überraschen, was da noch alles kommt aus dem Stall „McCartney“, hörenswert ist das Meiste des schönsten Beatle noch alle Mal gewesen…

Vivienne

 

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