Erfahrungen mit einem Biotop

Seit knapp 2 Jahren haben wir ein Biotop mit einer Wasserfläche von etwa 1 ½ x 1 ½ Meter. Es ist voller Pflanzen, und es sind auch ein paar Goldfische drin. Wir haben es wieder gut über den Winter gebracht, die Fische kamen gut durch, weil wir sicherheitshalber immer wieder ein Loch ins Eis geschlagen haben, als es so kalt war.

Dass die Goldfische ordentlich viele Junge bekommen haben (auch diese haben den Winter überstanden), haben wir ja schon im Sommer zuvor gesehen (die sind erst schwarzbraun und färben nach einem Jahr um), wir hatten zuerst gedacht, jemand hätte uns einfach heimlich Fische ins Biotop getan, weil wir das noch nicht wussten. Jedenfalls wurde das zunehmend ein Problem, weil wir etwa 15 Fische drin hatten, die das Wasser mit ihrem Kot stark verunreinigen, das gibt viele Algen, trübes Wasser, das kann dazu führen, dass das Wasser völlig kippt, Pflanzen und Tiere würden nicht überleben.

Die kleinen Fische wuchsen ganz schön schnell. Dazu kam, dass wir zusehends das Gefühl hatten, das Wasser im Biotop würde zu schnell weniger. Es ist zwar klar, dass etwas verdunstet, aber so schnell? Alle 2 Tage mussten wir nachfüllen, weil die Pflanzen in den Randzonen schon im Trockenen standen. Und die jungen Goldfische wollten wir auch rausbringen, aber die waren pfeilschnell und nicht zu fangen, vor allem weil sie sich immer wieder zwischen den Pflanzen verstecken konnten, die wir ja auch nicht beschädigen wollten.

Schließlich packten wir es eines Tages, ausgerechnet als noch ein Gewitter kam, aber das war zu der Zeit ohnehin schwer zu verpassen, weil eins nach dem anderen kam. Jedenfalls pumpten wir mit einer Pumpe das Wasser ab, bis nur mehr ein bisschen Schlick am Boden war, den die Pumpe nicht mehr fassen konnte, und holten erst mal alle Fische raus. Einen fanden wir nicht. Wir dachten, der könnte nur mehr tot sein. Dann fand mein Mann auch ein langes Loch in der Folie, daher war das Wasser so schnell weniger geworden. Er klebte es zwar, aber es schien nicht richtig zu halten, obwohl das Wasser doch nicht mehr auszulaufen scheint. Aber gerade wenn es viel regnet, ist es schwer zu sagen.

Jedenfalls haben wir dann nur mehr 3 Goldfische reingetan, und siehe da, da war der verschwunden bzw. tot geglaubte auch wieder da, und es waren 4 Fische drin! Vor ein paar Tagen entdeckte mein Mann im Biotop, schon wieder junge, noch ganz kleine Goldfische!

Die anderen 11 Goldfische blieben erst in einem Kübel. Ich wollte einen Bottich holen, der ungefähr 1 m x 1 m groß ist und schätzungsweise 40 oder 50 Liter fasst und die Tiere bei Gelegenheit verschenken. Den 2 größeren beiden Goldfischen ging es in dem Kübel natürlich schlecht wegen der mangelnden Bewegungsfreiheit, und bei den vielen Fischen konnte man dem Wasser beim trüb Werden fast zusehen, aber ich holte mir den Bottich am selben Tag nicht mehr. Am nächsten Tag sah ich, dass einer der großen Goldfische im Kübel schon halb tot war. Sofort übersiedelte ich die Fische in den Bottich (dort muss ich das Wasser alle paar Tage wechseln). Aber der Fisch, der eben noch ein paar Lebenszeichen von sich gegeben hatte, war tot.

So warf ich ihn in den Bach neben unserem Grundstück, denkend, dass er wenigstens ein nasses Grab haben sollte und ihn vielleicht entsprechend der Natur andere Fische fressen. Am nächsten Tag gingen ein paar Nachbarskinder im Bach herum, und ich sah ein Mädchen, mit dem Goldfisch in der Hand! Ich sagte zu ihr, sie solle keinen toten Fisch anfassen, denn der wäre giftig. Sie sagte, er lebe eh noch! Ich sah hin (wie lange hatte sie ihn schon so in der Luft gehalten???) und er schnappte tatsächlich nach Luft! Am Vortag hatte er sich bestimmt überhaupt nicht mehr gerührt, und ich hatte mich auch nicht beeilt, bis ich ihn in den Bach geworfen hatte!

Sofort nahm ich dem Kind den Fisch ab und gab ihn in den Bottich mit den anderen, wo er wieder munter umher schwamm! Ich dachte an ein Wunder. So was gibt es doch nicht!

Doch 2 Tage später schwamm er wirklich tot im Bottich.

Und blieb tot.

© Sarkastika

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