Zeitkritisches? – Frankie Millers Einsichten

„Miller, wir brauchen etwas Zeitkritisches!“

Hä, was war das denn? Zeitkritisches für unser Käseblatt? Das Blatt, in dem, wie ich erst neulich wieder auf dem Wochenmarkt in Neukirchen befriedigt feststellte, der Eisbergsalat von den kräftigen Händen der Bäuerin eingewickelt wurde.
Möglicherweise sollte ich einfach mal über die nahe Symbiose von Eisbergsalat und Presseerzeugnissen schwadronieren.
Beide bestanden, soweit es mir jedenfalls über Salate bekannt war, zu 98% aus Wasser und weiteren 2 % aus Zellstoff.
Von Vitamin „C“, bei beiden keine Spur.
Bei Presseerzeugnissen allerdings würde wohl das Prozentuale Verhältnis genau umgekehrt sein.
Allerdings dürfte der Anteil von Vitamin „C“ bei unserer Zeitung, genau so gering wie in Eisbergsalaten sein.

„Irgendwas von Dieselpreisen an Tankstellen und der Schwemme an Benzinen, die schon jetzt nicht mehr in genügender Menge an den Autofahrer zu bringen sind, Miller!“

Kritisches über Dieselpreise und Benzine, die den Markt überschwemmen?
Na gut, Editor, dir und deinem Audi-A6-Diesel-Kombi zuliebe und deiner Aversion zu den scheinbar immer in Urlaubszeiten beständig kletternden Spritpreisen.
Aber wieso Benzinschwemme? Hatte ich da was verpasst?

„Ach ja, und packen sie die Sache von der neumodischen Seite aus an. Da, wo sich die Deutsche Automobil-Industrie selber auf die Schenkel klopft in Frankfurt, nur weil es nun scheinbar gelingt, die schon eine Zeitlang verstaubten E-Mobile aus den Abstellkammern, einer staunenden Öffentlichkeit als den Vorsprung in Innovation zu präsentieren.“

Da wird in Frankfurt, dem Eldorado vergangener PS-seliger Zeiten, heute nun das Produkt der Zukunft in Form stromlinienförmiger Boliden mit Emission-Null-Versprechen dem Publikum in die Köpfe gehämmert, ohne damit die wirkliche Problematik der nächsten Jahre in irgendeiner geeigneten Form anzusprechen.

Nun gut Editor, die Zeit für Kritisches auch in unserem Käseblatt ist wohl endlich gekommen. Genauso, wie die für Kritisches über Eisbergsalat!

„Und, Miller, denken sie an die Gefühle unserer Inserenten.“
Dieses Zusatzes, verehrter Editor, hätte es nicht bedurft, ich danke trotzdem.

Also nun, Frankie Miller, die deathline rückt näher.
Wie war das also? Erdöl wird gecract, also destilliert.
Hierbei wird in einer Art Ofen, die klebrige, schwarze und überaus zähen Masse, in ihre Bestandteile zerlegt und zwar meist, in geringster Variationsbreite, in der ewig gleichen Verteilung.

3% Flüssiggas, 3% Naphta, 24% Benzin, 4% Kerosin, 21% Diesel/Heizöl, 11% Schweröl/Heizöl, 3,5% Bitumen, 1,5% Öle als Schmierstoffe, 2% Sonstige Produkte und Verluste durch Raffineriebetrieb.
Donnerwetter, wer hätte das gedacht?
Wahrscheinlich ein jeder, der nicht Kritisches über den neuen Trend in der Automobilbranche schreiben muss.
Das Null-Emissionsauto!

Sodella, 24% Benzin und 21% Dieselkraftstoff stecken in jedem Fass/Barrell Erdöl!
Für jeden Liter Diesel braucht`s den Konsumenten für mehr als einen Liter Benzin oder wenn weiter veredelt, Super-Benzin.

Da aber in den letzten Jahren Unmengen an Dieselfahrzeugen auf unseren Straßen für regelmäßige Staus sorgten und der Anteil an Benzinern stetig zurückging und der Anteil an dieselfahrenden Lastkraftwagen durch die Globalisierung und die dazu gestiegenen Transportkilometer für Waren aller Art, mussten die Destillationskapazitäten der Raffinerien stetig erhöht werden.
Mehr Diesel bedeutete dann aber auch, noch mehr Benzin!
Und wenn alle Welt Diesel fahren muss, wohin mit den Mengen an Benzinkraftstoffen?

Kein Wunder, dass Dieselkraftstoff teuer wird, wenn das bei der Produktion dabei abfallende Produkt für Otto-Motoren, vor der Vermarktung erst kostspielig gelagert werden muss.
Zeitkritisch genug, Editor? Nein, nicht wirklich, ich weiss.
Also ein paar Takte zu Null-Emissionären, den E-Mobilen in Frankfurt.
Zeitgleich zur Innovationszusammenrottung in den geheiligten Hallen Frankfurts, kommen die „allseits gut unterrichteten Kreise“ mit der Nachricht heraus, dass die Deutsche Bundesregierung eine Studie in Auftrag gegeben hatte, die die Notwendigkeit neuer Atommeiler in Germanien zu begründen hätte und wohl auch auftragsgemäß hat.Dumm nur, dass Wahlkampf ist und diese Meldung nicht bis nach der Wahl stillschweigend in der Schublade der Regierenden schlummerte. Der noch Regierenden!

Also kritisch hinterfragt! Mehr E-Mobile bedeuten mehr Elektrizität, also noch mehr Kraftwerke. Denn, merke auf, ohne Kraftwerke kommt auch kein Strom aus der Steckdose. Auch kein gelber oder violetter. Noch nicht einmal grüner.

Die Windmühlen der Neuzeit können daran, auch unter freundlichster Betrachtung der leider nicht überall und immer vorhandenen Windenergie, nicht wirklich etwas ändern, liebe Freunde aus Birkenstockkreisen.
Wobei ich, um Himmels Willen, nichts Kritisches gegen überaus bequemes Schuhwerk aus Deutschen Landen gesagt haben will.
Soweit meine Sorge um die Inserenten.

Weiterhin kritisch angemerkt. Große Dieselmengen bedeuten noch größere Benzinmengen, die wenn nicht verkauft, so doch gelagert werden müssen.

Also was haben wir bisher?
Zu viele Dieselfahrzeuge, zuwenig Benziner!
Strom kommt nur dann aus der Steckdose, wenn am anderen Ende der Leitung ein Kraftwerk hängt.
Die Bundesregierung will bis zum Jahre 2020 den E-Mobil-Anteil an PKW auf den Straßen auf mindest 5% bringen, notfalls mit Abwrackprämien bis zu 7.500 EUR.
Kenner der Materie, hinter vorgehaltener Hand auch aus der Autoindustrie, nennen als realistisch höchstens 0,5%!
Marketingexperten aus der Werbewirtschaft nennen als Ziel, die notwendigen Mittel von wem auch immer bereitgestellt, sogar 20%!

Bei 0,5 % Anteil an E-Mobilen könnten die Nachstunden zur Ladung der benötigten Energiespeicher genutzt werden.
Bei 5% dürfte es da schon sehr viel schwieriger sein, mittels Emission-Zero-Fortbewegung, sein bisheriges spritschluckendes Auto für obsolet zu erklären, es sei denn, die Industrie erfindet zum E-Mobil auch noch das elegante Schnellladen.
Eines, das unnötiges Warten darauf für die Halter ausschließt.
Bei angestrebten 20%, bekommen wir ein Problem!
Die heutige Dichte an Fahrzeugen zum Maßstab genommen und die restlichen Flächen der Republik auch noch mit zusätzlichen Windflügeln bestückt, dürften uns dann trotzdem noch etwa 80 bis 100 Kraftwerke, mit der heute durchschnittlichen Betrieblichen Leistung fehlen.

Woran lassen einen solche Szenarien denken?
Mich jedenfalls an meine Jugendtage, als man sich um seine Energieversorgung keine ernsthaften Sorgen machen musste. Strom kam aus der Steckdose. Sprit gab`s an der Tanke, die zum Sprit lediglich Keilriemen, Motoröl und Zündkerzen führte und kein Mensch über verschiedene Biersorten und Lagerzeiten von Bordeaux-Weinen aufgeklärt wurde, wenn die hinter ihm Stehenden lediglich ihre Tankrechnung von Säulennummer sechs und möglicherweise neun begleichen wollen.

Tja, womit macht man Kritisches auf? Zeitkritisches womöglich. Früher war alles besser. So könnte es gehen, riecht aber schon etwas abgehangen.

Also die Deathline, drauf geschiss…! Ich fahre mal hin. Nach Frankfurt, zur IAA. Mal sehen, womit sich die Inovatioren nun wirklich rausreden. Und wie sie uns die Attraktivität von Null-Emmision-Kutschen ins Gehirn pflanzen wollen, die alles andere, nur keine Null-Emmision-Kutschen sein können.
Wetten, dass sie es trotzdem versuchen?

Wie war noch mal mein Vergleich zwischen Presseprodukt und Eisbergsalat?
Ach ja, gleicher Beschiss, nur mit umgekehrten Vorzeichen! Und Null-Vitamin „C“.

Ach ja, Benzinschwemme. Warum wird dann Benzin nicht endlich billiger, wenn es anstatt teuer zu lagern, genauso gut billiger verkauft werden könnte?

Ich muss doch mal versuchen hier etwas ausführlicher zu recherchieren. Obwohl, der Chef fährt ja `nen Diesel!

Chefschlumpf

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