Die Armut im reichen Land…

Der Horizont wirkt müde,
die Wolken erstarren in ihrer Schwere,
Stillstand statt Fortbewegung.

Dabei beginnt ein neuer Tag im Land des Reichtums.
Doch der Himmel brennt schon,
denn in der Armut des Landes bedeutet
Tafel = Reichtum.

Und die Arche bitte Euroaner um Spenden,
und versorgt hungrige Kindermägen.

Der Reiche träumt am Tag
von Dividenden und Gewinnmaximierung,
und den Armen plagen erlebte Albträume,
die seine Seele mehr als „nur“ zum Schwitzen bringen.

Was passiert, wenn immer weniger Menschen lachen,
und ein Kinderlächeln hinter traurigen Augen ertrinkt?

Was geschieht, wenn Tränen nicht mehr fließen,
weil die Resignation sich in die Mundwinkel einbrannte?

Wie wirkt es sich aus,
wenn Stunden an den Nerven reißen,
Stunden der Armut in einem reichen Land?

Was geschieht, wenn ein Mensch ein Kino baut,
und für viele Familien
der Besuch einer solchen Vergnügungsstätte
ein Luxus bedeutet?

Was passiert, wenn andere auf Safari gen Afrika urlauben,
und für manch ein Kind ein Zoobesuch
ein großer und lange unerfüllter Traum bleiben wird?

Grenzen werden gezogen,
doch alle laufen auf den gleichen Bürgersteigen.

Vielleicht ertönen irgendwann Schreie
von Nord nach Süd, von Ost nach West,
die letzte Verzweifelung, die sich ihren Weg sucht.

Und die Politik baut ihre eigene Welt,
Öffentliche Gedanken und Vorurteile wandern
durch mediale Wiederaufbereitungsanlagen.

Die gefühlten Tage
werden für manch einen kürzer,
und sind doch viel zu lang zum lebenswerten Existieren.

Kälte zieht durch die Häuserwände,
von innen nach außen, von außen nach innen.

Gemeinnützige Vereine, karitative Organisationen
versuchen zu retten, was zu retten ist,
was die Politik nicht (mehr) schafft:
Den Menschen und seine Würde.

Auch ein nettes Wort,
in der falschen Situation ausgesprochen,
kann zum Dolchstoß werden,
und die Zeit wird zum Kreisel der gefühlten Gedanken.

Der Schmerz zieht in Millionen Seelen ein,
ein Wegschauen wird immer unwahrscheinlicher,
denn diese Seelen siehst du tagtäglich.

Der Konsumwahn verdrängt im Schein die Sternenwelt:
Glitzernder, schöner, größer, prächtiger, moderner.

„Kauf mich“,
hallt es stumm aus den kleineren und größeren Konsumpalästen.
Konsumprostitution breitet sich aus.
Die Armut bewegt sich still und leise daran vorbei.

Die Situation ist wie ein Kochtopf,
der überzulaufen droht,
doch diese Mahlzeit kann keinem schmecken.
Und den Köchen fehlt die Ausbildung,
um eine schmackhafte Seelen-Mahlzeit zuzubereiten.

Das Leid eines Landes kann nicht versteckt werden,
und Psychologen und Ärzte,
gemeinnützige Vereine und karitative Organisationen
werden zur letzten Hoffnung.
Wer kann und will es wahrhaben?

Wie soll es weitergehen?

Wirtschaft und Politik reichen sich friedvoll die Hand,
der Mensch fungiert immer mehr
als Handels- und Wertobjekt,
und wird als geringer und austauschbarer Wert betrachtet.

Die Armut steigt,
und die armen Kinder von heute
werden die Erwachsenen von morgen sein.
Wer denkt heute daran?

Was wäre oder würde geschehen,
wenn es keine gemeinnützigen Vereine und Organisationen gäbe,
die sich um die Schwächsten in dieser Gesellschaft kümmern?

Die Politik schweigt…oder polemisiert…
Klientel wollen bedient werden,
und Armut bedeutet für viele kein Klientel…

Autoren-Homepage:
http://www.roman-joerg-s.wg.am/

(C) Fuchsi

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