Aus dem Alltag einer fast perfekten Haufrau, Teil 6 – Alltagssorgen

Ich habe nie behauptet, eine perfekte Hausfrau zu sein. Im Gegenteil ist der Titel dieser Kolumne – wie mein Name schon sagt – sarkastisch gemeint…
Ich will damit zwar auch nicht behaupten, dass ich absolut schlecht koche, aber manchmal scheint mir gar nichts von der Hand zu gehen oder alles schief zu laufen, was nur möglich ist – so wie 3 Ereignisse innerhalb eines Monats vor kurzem im Herbst:

Von unseren blauen Weintrauben, die ich am Pflanzenmarkt nicht verkauft hatte, wollte ich einen (Dick)Saft bzw. Sirup machen, da sie, einmal gepflückt, sehr schnell faulen. Ich darf zwar einen kleinen Entsafter mein Eigen nennen, wollte diesen jedoch wegen 2 Kilo Obst nicht extra benutzen, zumal er hinterher eher aufwendig zu reinigen ist.

Also beschloss ich die andere Variante zu nehmen, also das Obst erst aufzukochen und danach in einem Geschirrtuch zu zerdrücken, um dabei den Saft auszupressen. Gesagt – getan – sollte man meinen! Denn nachdem ich den ziemlich vollen Topf mit Wasser gefüllt und die Herdplatte aufgedreht hatte, entschied ich, die Zeit zu nutzen und derweil die Hasen zu füttern, das Gewächshaus zu lüften und was sonst noch so anfällt…

Wie es der Zufall wollte, entdeckte ich noch dies und das zu Erledigende im Garten und vergaß fast auf meine Küche… Als ich schließlich ins Haus hastete, stand mein Ceranfeld unter rotblauem Wasser, ebenso die Küchenplatte bis in die hineinreichenden Fensterbänke, der Saft war auch in den Herd geronnen und hatte sich schließlich auf dem Boden verteilt…

Wie lange ich daran geputzt habe, brauche ich wohl nicht zu sagen. Und das nur um ein paar Minuten Zeit zu sparen, in denen ich nicht NUR darauf warten wollte, dass der Topfinhalt zu kochen beginnt. Die blaue Farbe brachte ich an vielen Stellen nicht mehr ganz weg…

Wenig später stieß ich auf ein Rezept, wo man aus Zwiebel Hustenzuckerl herstellen konnte – was mich durchaus interessierte, sodass ich einen Versuch wagen wollte, was ja nicht so schwer zu sein schien. Zwiebel sollte eine halbe Stunde gekocht, danach ausgedrückt, und der entstandene Saft mit der doppelten Menge Zucker (was bei mir fast 1 Kilo war) bis zum Gelieren aufgekocht werden.

Doch Gott allein weiß, warum – meine Masse wollte nicht gelieren, obwohl ich Stunde um Stunde darauf wartete, weiter Zucker, und sogar Gelatine beimengte. Schließlich habe ich eine Art Hustenhonig erhalten (mehr als 1 Kilo…) – den natürlich kein Mensch einnehmen mag. Das war, nachdem ich noch versucht hatte, den Honig im Gefrierschrank zum Erstarren zu bringen – wo er mir auch noch umgekippt war (ohne zu erstarren…)…

Vielleicht war das Rezept nicht in Ordnung (was eine perfekte Hausfrau vermutlich schon beim Durchlesen bemerkt hätte…), oder ich hätte die Zwiebel ohne Deckel kochen sollen, um gleich die Flüssigkeitsmenge zu reduzieren und die wichtigen Inhaltsstoffe zu konzentrieren, doch erstens war das nicht angegeben, und zweitens glaube ich auch nicht so recht daran, weil ja die Zuckermenge auf die Grundmasse bezogen angegeben war. Gelierzucker wäre vielleicht sinnvoller gewesen, war jedoch nicht angegeben. Einfach Pech – oder der Mond – würde so mancher sagen.

Als nächstes bekam ich von einer Freundin einen riesigen herrlichen Butternuss-Kürbis geschenkt. Die Hälfte davon wollte ich dann zu einer guten Suppe verarbeiten, war aber an dem Tag, wo ich es mir vorgenommen hatte, ziemlich im Stress, sodass meine suppenhungrige Tochter mir zur Hand ging und den geschälten Kürbis klein schnitt. Leider nicht so klein, wie ich mir das gewünscht hätte, denn es waren bestimmt eher Brocken als Würfel, die es mich auch nicht mehr zu zerkleinern freute.

So sollte die Suppe halt umso länger kochen müssen, bis die Brocken so weich geworden waren, um sich vom Stabmixer zerkleinern zu lassen. In dieser Zeit kam meine andere Tochter heim, die mich mit Neuigkeiten überschüttete. Als ich die Suppe nun püriert hatte, wollte ich sie mit Mehl noch einmal kurz aufkochen, um sie einzudicken.

Nun war ich gerade in eine Diskussion mit meiner Tochter verstrickt, als die andere seelenruhig meinte, mir würde gerade die Suppe anbrennen! Tatsächlich hatte ich die Suppe zu lange allein gelassen, sodass man das Resultat nun schon riechen konnte! Davon besessen, die gute Suppe zu retten, riss ich sie vom Herd und stellte sie, um einen neuen Topf zum Umleeren zu holen – anstatt auf das große Holzbrett, das fix bei mir auf der Küchenplatte liegt – daneben direkt auf die Küchenplatte!

Während ich sinnloser Weise verzweifelt die verbrannt riechende Suppe umfüllte, sagte meine Tochter vorwurfsvoll: ‚Jetzt hast Du auch noch die Küchenplatte verbrannt!‘ Tatsächlich war dort, wo keine 5 Sekunden der sehr heiße Topf gestanden hatte, deutlich ein brauner Ring zu sehen (was er bis heute ist…)! So hatte ich, um einen geschenkten Kürbis seiner Bestimmung zuzuführen, nicht nur jede Menge Zeit und Strom und weitere Zutaten vergeudet, sondern auch die Küchenplatte dauerhaft verunstaltet und einen Topf ‚angebrannt‘, der besser zu entsorgen als mit Gewalt und Aufwand zu putzen war.

Trotzdem behaupte ich, der wahre (Koch)Meister ist der, der über sein Missgeschick lachen kann…

Sarkastika

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