Paul wer, verdammt, bist denn du? – Schlumpfenland ist überall

„Alles was auf geschäftlichem Gebiet Profit abwarf, ob es Betrug, Raub oder Meuchelmord war, wurde durch irgendeinen Sophismus gerechtfertigt. Astor reizte nicht zum Trunk, verwüstete keine Dörfer und veranlasste keine Metzeleien, weil er daran Vergnügen fand. Vielleicht – um das Beste anzunehmen – wäre es ihm lieber gewesen, wenn er es hätte vermeiden können. Aber das gehörte mit zu den unumgänglichen Notwendigkeiten des Geschäftsbetriebes, weil eben humane und ethische Erwägungen mit der eifrigen Jagd nach Reichtümern nicht vereinbar waren.“
(Gustavus Myers „The History of Great American Fortunes.“ 1919)

Paul wer, verdammt, bist denn du?

Mal etwas zur Historie der großen Vermögen in einer zutiefst gespaltenen und sehr verängstigten Nation!

„Forbes“, die große Amerikanische Institution und Verkünderin des geregelten Gelderwerbs und die Postille des Amerikanischen Reichtums, spart sich mit Informationen über die Gründe sonderlicher Geldvermehrungen und deren Geheimnissen regelmäßig aus. Und somit bleibt es der treuen Leserschaft dieses Druckwerkes immer noch eigens vorbehalten, vor den Protagonisten persönlicher Glückseligkeit ehrfurchtsvoll zu erstarren.

Dabei setzt der Erwerb großer Reichtümer, sich seit Ankunft der ersten Europäer in Amerika, wie ein nie endender Kriegszug fort.

Den „Pauls“ dieser immer noch so stolzen Nation von Individualisten im Geldscheffeln ist im Grunde nicht etwa das Vermögende vorzuwerfen, aber ganz bestimmt die Art und Weise wie sie zu ihren ungeheuren Reichtümern gekommen sind!

„Amerika, du Land der unbegrenzten Möglichkeiten!“, so sinnierte schon früh der am 17. Juli 1763 in Waldorf geborene Sohn eines Metzgers und beschloss, genau dort seinen zukünftigen Lebensunterhalt bestreiten zu wollen.
Johann „John“ Jakob Astor, nein nicht etwa „Paul“, ging mit knappen 18 Jahren nach London, wo schon einer seiner Brüder in einem Geschäft für Musikinstrumente sein geregeltes Auskommen fand.
Zwei Jahre später bestieg Astor mit einem guten Sonntagsanzug, sieben Flöten im Gepäck und etwa 100 Mark bar in der Tasche, einen Segelschoner nach Baltimore. Drei Wochen und zwei Tage später zog es ihn weiter nach New York.

Ein Deutscher, so wie Astor selber, lehrte ihn dort das Bäckerhandwerk und Astor verdiente dann selber seine Brötchen, indem er von Haus zu Haus zog, um mit Kuchen und gesüsstem Gebäck zu hausieren.
Später, er hatte sich schließlich selbständig gemacht, bekam er durch seine Hausbesuche mit, dass der Handel mit Pelzwaren zurzeit erheblich mehr Gewinn als der mit Brot und Kuchen abwerfen würde. Fortan kaufte er alles an Pelzen auf was er nur erhaschen konnte. Meist gelang es Astor, durch Tausch mit billigen Schmucksachen an die schönsten Stücke des in New York gerade sehr aufblühenden Kürschnergewerbes zu kommen.

Nach einem Bericht aus diesen Tagen, wohnte Astor für 2 Dollar die Woche und freier Kost im Laden eines Pelzhändlers, wobei seine Aufgabe es lediglich war, die von Trappern angelieferten Pelze zu reinigen und auszuklopfen.
Da er großes Geschick darin hatte, bekam er hierbei so manche Informationen über die Umstände des Amerikanischen Trappergewerbes aus erster Hand und frei Haus geliefert.
Robert Brown, sein Chef und nun auch bald guter Freund, war schon älter und somit kam ihm Astor mit seiner jugendlichen Flexibilität sehr gelegen, den er dann in Folge zu den Adirondacks und Canadas, pelzhandelnde Indianerstämme, zu den großen Seen im Norden zum Einhandeln der wertvollen Biberfelle schickte.

Astor stellte sich auch da äußerst geschickt an, brachte genügend Kapital zusammen, so dass er dann 1786 in einem kleinen Laden in der Waterstreet einen eigenen Pezhandel eröffnen konnte.
Das wohl größte Geheimnis des erfolgreichen Pelzhandels bestand, so darf man getrost behaupten, den Indianern mit allen gangbaren Methoden ihre Felle preiswertest abzuluchsen. Haupttauschmittel waren dabei gefüllte Rumflaschen und glitzender Tand und billiger Flitterkram und so kam es, dass Astor nach seinen zahlreichen Reisen zu den Seen, regelmäßig anständige Mengen an Pelzen nach London zu verschiffen pflegte.

Sarah Todd, in einer sehr einflussreichen Familie New Yorks zuhause, fand Gefallen an dem Wortgewandten und gab ihm schließlich in der St. Pauls-Kathedrale ihr Jawort.
Sarah, beinahe ebenso eifrig im Geldverdienen und ebenso sparsam im Geldausgeben, baute schließlich ebenso erfolgreich wie ihr Mann an den manigfaltigen Geschäftsbeziehungen der jungen Familie „John Jakob Astor“ mit Wurzeln im Badischen Waldorf!

Selten hatte eine soziologische Erkenntnis mehr Wahrheitsgehalt, als im Hause Astor: „Hinter jedem ehrgeizigen Manne steht eine ergeizige Frau!“, wobei es in Sachen Astor doch noch des Zusatzes bedurfte, „…die ebenso zielstrebig über Leichen geht!“

Als das Hauptsiedlungsgebiet der täglich anflutenden Neubürger der Vereinigten Staaten, die Ostküste herauf, unter der Jagd auf Felltiere beinahe leergeschossen war, besannen sich die Astors darauf, umlaufenden Erzählungen von Büffeljägern im Westen nach, nur noch dort das Pelzhandels-Paradies zu finden sein musste.

Astor, der mittlerweile selber als Reeder mit einer kleinen Flotte von Schonern den Handel mit Brittanien sehr erfolgreich betrieb, setzte alles auf eine Karte und gründete mit einem Startkapital von 500.000 Dollar im Jahre 1808 als Hauptanteileigner die „Amerikanische Pelz-Gesellschaft“ mit schließlich zahlreichen Niederlassungen im Westen des Kontinents.
In einem Land, wo ein Mann mit 50.000 Dollar an Vermögen schon als sehr reich galt, ein gutes Wohnhaus für 350 Dollar jährlich zu mieten war, der Geldwert für die Ernährung einer mehrköpfigen Familie mit etwa 500 Dollar zu rechnen war, musste die Gründungssumme dieser Gesellschaft schon als beinahe überirdisch angesehen worden sein. Kein Zweifel, Astor und die Frau Gemahlin waren unendlich reich an Werten.
Waran erinnert solch ein erfolgreiches Erhandeln von Besitz heutzutage, ist man gewillt zu fragen.
Zumal diese Pelzhandelsgesellschaft eigentlich nur aus den beiden Astors zu bestehen schien.

Aus den Anfängen Astorscher Ausbreitung über den Kontinent sind nicht viele Dokumente überliefert, somit muss der Schwerpunkt der Betrachtungen über diesen „selfmade man“, auf den zahlreichen Berichten der Indianer-Handelsagentenschaft in dieser Zeit gerichtet bleiben.

Die Erlegung und der Handel mit Pelztieren war im Osten mit einer solchen Energie betrieben worden, dass die damit eigentlich Befassten, also die Ureinwohner, schon sehr bald dem lieben Frieden wegen dem frisch geründeten Staatenbund „auf der Tasche lagen“, also sozial befriedet mit erheblichen Geldmitteln ruhig gestellt werden mussten. Was im Grunde nichts geringeres bedeuten kann, als dass es nicht mehr sehr viel zu erlegen gab.

Diese Erkenntnis war dann auch sehr bald den Leuten im frisch gewählten Regierunsapparat gegenwärtig und die Tatsache, dass ein beständiger Zug „gen west“, bedeuten würde, die bewohnten Territorien dorthin auszuweiten, wurde energisch gegengesteuert um auch in Zukunft noch die Übersicht und die Rechtehoheit zu behalten.

Nur, der Pelzehandel gehorchte seinen eigenen Gesetzen oder, besser gesagt, eigener Gesetzlosigkeit!
Die mit dem Aufkauf bei den Indianern Befassten drangen schon sehr bald in die noch ungfräulichen Gebiete jenseits des Missisippi, des Missouri und der Rocky Mountains vor.
Die unter britischer Flagge handelnde Nord-West-Gesellschaft, bearbeitete damals die Gebiete westlich der Großen Seen mit sehr guten Ergebnissen was die Tötung der kleinen Nager anging. Allein im Jahre 1793 wurden mehr als 106.000 Biberfelle nach England auf den Weg gebracht.
Ein Biberfell, für etwa 1 Dollar einem Fallensteller oder jagenden Indianern abgeluchst, brachte in London die stolze Summe von mindest 7 Dollar.
Die Astors konnten sich da sehr gut ausrechnen, was es ihnen an Zugewinn bringen würde, ihre Reichweite auf den damals noch wilden Westen auszudehnen. Hier allein waren noch gute bis sehr gute Zuwachszahlen zu erwarten.

Astor selber diktierte von Anfang an die Erwerbs- und Geschäftspolitik der Gesellschaft und präferierte die Gründung „Astoria“ in Oregon, indem er Siedler mit diesem Ziel durch die „Plains“ in Mittelwest schickte, sie mit den nötigen Geldmitteln für den Treck ausstaffierte. Der Krieg von 1812 machte dann aber zunächst seinen hochtrabenden Plänen ein vorläufiges Ende.

Der Regierungsagent für Indianerfragen Matthew Irwin meldete in seinem Bericht vom 18. Juni 1818, dass Astor, in Sorge um die ihm von den Briten beschlagnamten Felle, hierauf „die Amerikanische Sache“ verraten hätte!
Wäre damals nur sein Plan gelungen, so Astor in einem späteren Zeitungs-Interview, wäre er auf einen Schlag „der reichste Mann auf Erden“ gewesen.

Nachdem sein Projekt, ein Monopol auf den Pelzhandel im äußersten Nordwesten der Staaten-Förderation zu festigen, misslang, konzentrierten sich seine Bemühungen auf die weiten Regionen längs des Missouri, weit nordwäts nach den großen Seen hin, westwärts nach den Rockys bis in den Südwesten hinein.
Durch die Günstlingswirtschaft bis in die obersten Regierungstellen hinein und unverholener Anwendung von Betrug und Bestechung, erhielt Astor dennoch ein uneingeschränktes Monopol, so willkührlich wie es nur irgendein Feudalherr in seinen europäischen Untertanenländereien besaß!

Dem Namen nach regierten die Vereinigten Staaten diesen Riesenlandstrich, machten Gesetze und handhabten deren Ausführung.
Dabei regierte Astor mit Gewalt und Betrug und scherte sich einen Teufel um Gesetze und Vorschriften die ihn nur einzuengen versuchten.

Wenn es damals im Westen ein sehr schweres Verbrechen gab, so war es die Versorgung der Indianer mit Brantwein, Rum und Whisky. Die Regierung hatte sehr großes Verständnis für die schrecklichen Folgen der daraus erwachsenden Krankheit, die zum Untergang historisch geregelter Verhaltensmuster der Stämme führen mussten, also ging sie mit strengen Gestzen und Strafverfolgungsandrohungen dagegen vor.

Astors Gesellschaft, ebenso wie zahlreiche andere Compagnies im Lande, scherten sich nicht darum. Der alte Trick, die Indianer vor den Verkaufsverhandlungen betrunken zu machen, um sie dann um Land und Pelze zu beschwindeln, wurde von Astor und seiner Gesellschaft bis zur Vollkommenheit beherrscht.
Gelegentliche Skrupel von seinen Beautragten, pflegte Astor bei den eher seltenen Besprechungen, unisono vom Tisch zu wischen.
Noch dazu, wurde der Schnaps mit seinen eigenen Schiffen nach New Orleans und dann über den Mississippi nach St.Louis und anderen Grenzfestungen befördert.

Viele Regierunsbeamte vor Ort beklagten in zahlreichen Berichten, die den Alkohollieferungen folgenden, grauenhaften Folgen und Plünderungen.

Oberst Snelling, Befehlshaber der Garnison von Detroit, schickte einen wütenden Protest an James Barbour, den Kriegsminister, mit Datum vom 23.August 1825:

„Wer den meisten Whisky hat, trägt gewöhnlich die meisten Pelze davon. Die Umgebung der Handelshäuser, wo Whisky verkauft wird,bieten einen widerlichen Schauplatz der Betrunkenheit, Ausschweifung und Verkommenheit; das ist die Quelle aller unserer Schwierigkeiten und beinahe aller Mordtaten, die im Indianerland begangen werden. Für meine Familie habe ich ein Haus in drei Meilen Entfernungen zur Stadt genommen, und wenn ich hin oder her fahre, habe ich täglich Gelegenheit, die Straßen mit Leibern von Männern, Frauen und Kindern in den letzten Stadien brutalster Betrunkenheit bedeckt zu sehen. Allerdings gibt es im Lande Gesetze, die den Verkauf von Whisky beschränken sollen, sie werden aber nicht befolgt…“

Oberst Snelling fügte hinzu:
„… dass in jenem Jahre einem Agenten der Amerikanischen Pelz-Gesellschaft in Mackinac (die dort eines ihrer Hauptquartiere hatte und das Monopol für diese Gegend besass) kontraktlich 3.300 Gallonen Whisky und 2.500 Gallonen Sprit ausgeliefert wurden. Letzterer wurde von dem Agenten bevorzugt, da er besser nach Belieben gestreckt werden konnte.“

Oberst Snelling fügte noch an:
„… dass eine Untersuchung über die Art und Weise, wie der Handel mit den Indianern getrieben wird, besonders von der Nordamerikanischen Pelzgesellschaft, eine Sache von nicht geringer Bedeutung für die Sicherheit der Grenzbezirke wäre.“

Ein ähnlicher Bericht wurde im nächsten Winter von Thomas L. McKenney, dem Bundesleiter der Indianerangelegenheiten, an den Kriegsminister erstattet. Unter dem Datum vom 14. Februar 1826 schreibt er:
„Dieser verbotene und verheerende Artikel, der Whisky, wird als so wesentlich für äußerst einträglichen Handel betrachtet, dass dies nicht bloß die Scham unterdrückt, sondern die Händler veranlasst, den drohenden Gefahren zu trotzen und auf verschiedene Weise die angedrohten Geldstrafen zu vermeiden.“

Der Oberaufseher berichtete dann noch von einer kürzlich stattgefundenen Beschlagnahme einer beträchtlichen Menge Whisky, die zum größten Teil der Amerikanischen Pelzgesellschaft gehörte, durch General Tipton.

„Der Händler mit dem Whisky,“
fährt er fort,
„kann sicher sein, die meisten und besten Pelze zu ergaunern. Es sind viele ehrliche und edel denkende Bürger in diesen Handel eingebunden, aber die Konkurrenz besiegt ihre Einwände, und versöhnt sie des Profits wegen mit diesen Auswüchsen des Pelzhandels.“

Die Bundesbehörden hatten ihre eigenen Handelsposten, sogenannte Faktoreien oder Indianer-Agenturen eingerichtet, die den Indianern im Austausch mit Pelzen und Land, Waren zu vermitteln, oder wo es nötig war, deren elende Lage zu beheben. Diesen Hndelsposten war es streng untersagt, mit geistigen Getränken zu handeln.

Der Amerikanischen Pelz-Gesellschaft gelang es aber, deren Aufhebung durchzusetzen.
Zu erfolgreich war die Verquickung von Pelzaufkauf mit der Bezahlung mittels Schnaps und Sprit.
Es gelang ihren Leuten vor Ort sehr bald, den staatlichen Händlern die Indianer abspenstig zu machen, auch nicht zuletzt, dass sie streuten, die staatlichen Waren wären minderwertiger Mist!

Diesen Grund gibt Matthew Irwin, Indianer-Agent der Vereinigten Staaten zu Green-Bay in Wisconsin, für den schlechten Geschäftsgang des Regierungsposten an.

Dasselbe sagt ein Brief des schon erwähnten Oberaufsehers McKenney an den Senator Johnson vom 22. Februar 1822.

Major Biddle in seinem Schreiben an Oberst Atkinson, aus dem Camp Missouri geschrieben, hat folgende Schilderung der privaten Händler:
„Diese Händler versuchen immerfort, sich gegenseitig in den Augen der Indianer herabzusetzen, und zwar nicht nur durch Schimpfworte, sondern durch allerlei schändliche Tricks und Manöver. Wenn ein Händler einem Indianer einen Vorschuss auf noch zu liefernde Felle gibt, bemnüht sich sein Konkurent derweil, diesem diese abzukaufen, um zu verhindern, dass er seine Schulden beim anderen Händler begleichen könne! Jeder Händler setzt sich dann mit dem Oberhäuptling zusammen um dessen Einfluss auf den Stamm für sich zu nutzen. Hierdurch kommt es nicht selten zu bösen Verwerfungen innerhalb der Gruppen der Indianer, weil hierdurch die Autorität der Oberhäuptlinge stark untergraben wird. Die Einführung starker Getränke ist eine der unseligsten Folgen dieser Gegnerschaft der Händler untereinander; die Vorliebe der Indianer dafür ist so groß, dass derjenige, der darauf verzichten möchte, keinerei Handel mehr mit ihnen abwickeln könne. Kein Handel wird folglich mehr ohne Whisky angeschlossen, und die Händler umgehen das Verbot des Whisky-Handels mit der Behauptung, ihn nicht zu verkaufen sondern zu verschenken.

Major Thomas Biddles Bericht an Oberst Atkinson schließt mit:
„ Bei meiner Ankunft (bei dem Mahastamm der Indianer) fand ich die wichtigsten Leute betrunken. Der „Große Elch„, der so sehr unser Freund ist und der früher unbedingte Gewalt über seinen Stamm besaß, war zwei Tage so betrunken, dass ich ihm Ihren Brief nicht sofort aushändigen konnte Sir; als ich es dann tat, ließ ich ihm durch den Dolmetscher sagen, dass ich doch sehr verwundert war, ihn dermaßen betrunken vorgefunden zu haben. Er schien darüber sehr betroffen und gab zu, wie unwürdig es für ihn sei, in solcher Lage gefunden worden zu sein. Jedoch machte er dafür die Weissen verantwortlich, die soviel Sprituosen in sein Land brächten. Wenn er wisse, dass kein Schnaps da sei, hätte er keinerlei Verlangen nach Alkohol. Nur, wenn welcher da wäre, könne er sein Verlangen danach keinesfalls unterdrücken. Auf diese Weise, Herr Oberst, ist unserm Land ein so wertvoller und tüchtiger Indianer verloren gegangen, und so ist ein Mann, der einige Züge besitzt, die der menschlichen Natur zur Ehre gereicht, erniedrigt und vertiert worden.“

John Jakob Astor, geboren in Waldorf und im Lande der Glücksritter und Rosstäuscher, der Hamsterer und Betrüger, der Mörder des Glanzes von Gold und Juwelen wegen, und der Erniedrigungen ganzer Völker hat mit seinem Geschäftssinn und seiner Skrupellosigkeit ein wahres Universum an Verschlagenheit geschaffen, welches auch noch heute im Zeitalter der Globalisierung und des sekündlichen Gelderwerbs, nach Beispielen und Vorbildern suchen dürfte.
John Jakob Astor, im zarten Alter von 20 Jahren in die „Neue Welt“ aufgebrochen, hat aber auch gezeigt, dass wahrer Reichtum nur in der Vermeidung von Regeln, Gesetzen und nicht zuletzt von Redlichkeit zu erringen sein dürfte.

Sein schließlich an die Nachkommen verebtes Vermögen wird auf die astronomische Summe von mehr als 450 Millionen Dollar geschätzt. Wobei dann allerdings die Anzahl von Toten und Geschädigten durch diesen Glücksritter noch nicht einmal geschätzt werden kann, weil es niemand jemals für nötig hielt, Zahlen darüber zusammen zu tragen.

Wie alle Raffzähne jener Zeiten, betrachtete Astors Gesellschaft das Gesetz als etwas, das rigoros gegen die Armen, die Hilfs- und Wehrlosen anzurufen sei, um das man sich aber nicht zu kümmern bräuchte, wenn es den Ansprüchen und den Anmaßlichkeiten des Besitzes im Wege stand.

Oberaufseher McKenney berichtete noch, alle Gesetze seien im Indianerlande wirkungslos und nicht mehr als totes Papier.

Andrew S. Hughes aus St. Louis beschreibt im Oktober 1831 den „betrübenden Einfluss der Agenten der Amerikanischen Pelzgesellschaft“, die keinen Respekt vor unseren Bürgern, Agenten, Beamten oder vor der Regierung, ihren Gestzen oder ihrer Polizei hätten, und sagt:
„ Das Kapital, das in den Handel mit den Indianern gesteckt wird, muss sehr groß sein, besonders der Teil, der jedes Jahr für den Verkauf von Whisky und Alkohol im Indianerland zu Zwecken des Handels mit Indianern aufgewendet wird. Man glaubt nicht einmal, dass der Oberaufseher auch nur für jede hunderste Gallone, die ins Indianerland eingeführt wird, um Erlaubnis angegangen wurde. Der Whisky wird vor den Augen der Regierungsagenten an die Indianer verkauft. Die Indianer wurden betrunken gemacht und betragen sich natürlich dementsprechend…“

Quellenlage unter Anderen:

Gustavus Myers „Money“ Wem die Rockefellers, Astors,Vanderbilts, Pullmanns, Carnegies, Morgans etc. das Geld abnahmen. Und wie.

© Chefschlumpf Dezember 2017 wird fortgesetzt

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