B’sondre Gäst‘ – Zum Nachdenken

Vor a poar Tog hob i an oiden Schuifreind troffn,
da Schorschi woars, er wockelte und woar b’soff’n.
Herst Schorschi, kaunnst di no aun die Zeit erinnern,
du woarst in da Schui imma bei den Gewinnern.

Du bist da Beste g’wesn, host guate Notn g’habt,
hosta die best’n und schensten Madln g’schnappt.
Wos is passiert, du schaust aus wia a Reisighaufn,
ois kennst da nix mehr leistn und a nix mehr kaufn.

Dünn bist a wurn, i hätt di fost net erkannt,
du woarst a Gentlemann und a charmant.
Du woarst nie unterwegs per Pedes,
du bist imma g’foahrn an Mercedes.
Du konntest wia ka aundra foharn,
da Berger woar gegn di a Schmorr’n.

Schorschi: I woar bekaunnt in da hoibatn Wöd,
i hob kocht mit’n Ducasse und hob vadient vü Göd.
Bis eines Tages in Monte Carlo – des vergess i nie,
da Maître uns frogt im schenen Hôtel de Pari,
„Wer von ihnen meine Herren“
will „Knödeln kochen gern?“

I waß‘, dass di „Schnecknesser“ des net kennan,
möd mi und sog: i werd des Kochen übanehman.
Denn guate Gäst‘ kriagn eahnan Wülln,
den Wunsch noch Knedln werd‘ i erfülln.

Es san bekaunte Gäst‘, die g’lodn san,
die gern wos b’sonders essn tan.
A guats Ess’n find‘ stets sein Wiederhall
und a guate Werbung hob i daunn überall.

Nun kaufte ich die für mi wichtign Lebensmittl ein
und a bisserl guats Grammlschmoiz vom Schwein.
Zu die Grammlknedl werd i no a Wüdsau serviern,
und an Kruspelspitz vom Eber mit an Saftl blanchiern.

Scho zeitig in da Fruah, wo olle no g’schlofn haum,
hob i die Viecherln eineg’schobn, in den Ofenraum.
A di Knedln hob i zum Köcheln glei fertig g’mocht,
fir jemandn der schnö essn wü, wenn sei Mogn krocht.

Von an Augstötn vernahm ich die Kunde,
die san stinkreich und hier in aller Munde.
Die woin si eikaufn in unsan Quatier,
mit a poar Millionan, stehts auf an Newspapier.
So hob i mi scho g’freit auf die Matinee,
di kriagn a olle Knedln mit Haschee
und a obrotane Leber
vom knusprign Eber.

Jetzt stö da vur, wos mir passiert,
denn vur Schreck hob i rotiert.
Do sitzns jetzt, des is makaba,
die poar stinkreichn Araba.

I: Jo wos host g’hobt fir a Problem?,
des is hoit di Créme de la Créme.
Denn wenn ana deine Knedln isst,
di Knedln er daunn nie vagisst.

Schorschi: Du erkennst den Ernst der Lage nicht,
des san Muslime, des is a aundre G’schicht.
Schweinefleisch is fir die tabu,
do essn’s liaba a Känguru.

I: Du host doch imma ois Kochgenie gewerkt,
hest die Knedl umbenaunnt, des hätt’ns net bemerkt.

Schorschi: Du wirst do net glaubn,
dass di Öl-Sprudla an Pecka haum.

Di Wüdsau hob i erna ois Hirsch vakauft
und die Hascheeknedln woarn vom Kalb,
die Grammelknedln hob i umgetauft
und des Kalb woar von ana Bergesalp.

Di haums g’merkt beim erstn Bissn
und hiemit woa i glei aufg’schmissn.
I hob eana no gebn a Chillikraut,
daunn hot‘ sas endgültig aus’n Kaftan g’haut.

I woar erledigt noch der Schummlerei,
sie woitn net amoi no Knedln mit Ei.

Söbst di Zwetschgenknedl woitns nimma essen,
noch mein „Schwindl“ woarns daunn aug’fressn.
Des mit da Beteuligung homs ad acta g’legt
und mi hot des Hotö sofurt ausseg’fegt.

Jetzt bin i z’ruck in Wean und suach a Hockn,
mei Ruf is zaschtert und i schlof unta da Bruckn.

Überoi muass i mi jetzt hiatn,
weu olle glaubn i bin a Niatn.

So schnö kauns da geh im Lebn,
a Föhla und aus is mit’n Bestrebn.
Abrakadabra und
weg woan di Habara.

I: Tua des net dauernd beredn,
des kaunn passiern an Jedn.
Du kaunst nix dafir, des is schlecht g’rennt,
du host trotzdem gebn, deine 100 Prozent.
Du wirst segn, du wirst des dapackn,
so ana wie du, liegt net laung auf da Dackn.

Kumm i lod di ei auf a Glaserl Wein,
daunn loß ma den Herrgot, Herrgott sein.

So sama gaunga ins Wirtshaus nei,
und haum gessn an Berg Knedl mit Ei.

Muetschi

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