G’sund is Protein – Zum Nachdenken

Vurige Wochn hot mi a Freind vazaht,
zu ana Gortnparty gaunz privat.
Am Eingaung in großen Lettern staund,
„Zu den heißen Grillen“ aun da Waund.

So hauma uns glei in di Masse ghaut,
trunkn hauma und die Musik woa laut.
Nach einiga Zeit frogn si unsre Pupillen,
wo oda wea san di „heißen Grillen“?

Pletzlich es aus’n Lautsprecha tönt,
um Mittanocht werma olle vawöhnt.

Mir zwa denkn scho aun fesche Madl,
mit ernan feschen G’stö im Minikladl.
Vagessn is do Raum und Zeit,
vü schena is di Zweisamkeit.
Wiama so denkn, ohne Scherz,
wirds uns so worm ums Herz.

Wia mir zwa so dahin traman,
kumman zwa g’schürtzte Damen.
Die sogn: Auf geht’s meine Herrn,
jetzt g’herts zu den „Feinschmeckern“.

Ihr zwa hübsch’n soits die ersten sein
und danach gibt‘ Bia und Wein.
Mir schaun uns au und san baff,
und unsre Glieda werden schlaff.

Und in da Wies’n san olle Leit,
in die Luft kupft volla Freid.

Da miaß ma durch, sog i zum Schorsch,
wenn mas net mochn, san ma im Orsch.
Und mia sehng uns scho in da Mittn,
mit de 2 Damen umatumturn ohne Sittn.
Zwischen Bamwurzeln,
durchanaunderpurzeln.

Di zwa Damen stengan do geschürtzt
und manan, meine Herrn es is gewürzt.
I sog zum Schorsch: i man i tram,
am liabstn war i jetzt daham.

Und von irgendwo heama a Gebimml,
ois kamats von weit d’robn vom Himml.
Die Leit haum dreig’schaut und nix gred,
ois wean erna des Herz aufgeht.

Da Schorsch gibt ma pletzlich an Stessa,
und sogt: Schleichma uns, des wa bessa.
Wos wissma wos di mit uns vurhaum,
des gaunze entwicklt si zu an Oibtraum.

Irgendwos riachn mia jetzt in da Luft,
so wie wenn ana grilln tuat, so a Duft.
Von weitn sehngma vü Rauch aufsteign,
i sog: Di tan uns wos vaschweign,
di legn uns eine, di „Orschgeign“.

Schorsch: host du vurhin „Grilln“ g’sogt?
mia geht a Liachtl auf, des ma net behogt.
Wos haßt eigentlich „Zu den heißen Grillen“?
Madln sans kane und di manan an net chillen.

Laungsaum firns uns zu an Grillplotz hin,
und auf ana Tofl steht: „G’sund is Protein“.
Und wia i zum Grilla schau,
wird mei Haut aschfahlgrau.

Übas Hirn rinnt uns da Schwitz,
traman wir oder is des a Witz.
Auf’n Rost liegn frittierte Zikadn
und danebn g’röstete Madn.
Heuschreckn, Grilln, Waunzn,
eibett in diversn Grinpflaunzn.

A Mau ruaft aus da Menge
und schiabt si durchs Gedränge.
Wia kennan eich, ihr sads sehr bekaunnt,
di bestn Insektn-Kech in unsan Laund.
In Klognfurt hobt’s eia Lokal,
„Zum Mehlwurm“, des is genial.
Bei eich kaunma olle Insektn essen,
Mei letzta Bsuach bleibt ma unvagessn.

Di verwechsln uns zwa, des is beschissn,
mia uns aus da Misere ausse reißen miaßn.
Logisch, da liegt da Hos im Pfeffa,
do hauma g’mocht an Voitreffa.
Wos haum mir net heit ollas glaubt,
des mit de Madln, woa scho unerlaubt.

Mia zwa haum jetzt den Scherm auf,
bevur i di Viecha iß, mach i ma an „Einlauf“.
Auf a Mutprob‘ kaunn i vazichtn,
do g’herat i zu de „Net Dichtn“.
Wenn i do schau auf’n Rost,
mit dera „Krabblkost“,
denk i unweigalich auns „Dschunglkemp“,
weu do wirst, ob’st wüst oda net, abstinent.

Mia faungan au zu betn:
Liaba Gott, mia vasprechn da, wir werdn auf a Woifohrt geh‘,
oda no bessa, zwischn tausend Leit in ana Lichtakettn steh‘.

Pletzlich kummt ma a Einfall
und i hoff‘, des is ka Reinfall.
I werd den Menschn erklärn,
wie si sich am bestn ernährn.

Liabe Leit‘ des is richtig,
di Insekt’nkost is wichtig,
di Zubereitung vielschichtig.

Des wos uns net so wirkli g’fallt,
is des Grilln auf’n Grilla halt‘.
Bei da „Haute Cuisine“ gibt’s des net,
des is a Geschmackskilla auf unsan Planet.

A eichre grillt’n Viecherln kennt’s vagessn,
di san umasunst g’sturbn, di kennts net essn.

Vursicht! Bei Bienan und Wespn gilt Reschpekt,
kennt sei, dass eich da Stochl im Hois daunn steckt.
Di Gösn san sowieso g’fährlich,
des fremde Bluat is entbehrlich.

Plötzlich stehn vur uns die zwa Damen
und sogn: mir mechtn eich umarmen.
Euer Beitrog woar wirkli schee,
di Beidn lobtn uns üban Klee.

Die ane stöt si vur ois Marie,
di aundre di haßt Sellarie.
Beide sogn:
Wir tätn gern mit eich wos mochn,
oba sichalich net Insektn kochn.
So haum uns di zwa iber nocht,
oisamt wieda glicklich g’mocht.

So endet diese „weise G’schicht“,
im Zweiflsfall täuscht’s euch nicht.

Muetschi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.