Lange Nacht der Andersartigkeiten – Zum Nachdenken

Ich frage mich, warum AIDS-Galas immer so glamourös daherkommen?
Man feiert eine Massen-Seuche mit aufwändigen Kostümen, Champagner,
Lachs- und Kaviarhäppchen. Ist es nicht irgendwie absurd?

Bei allen Erkrankungen werden Ursachen und Risikofaktoren publik gemacht
und vor ihnen gewarnt. Warum wird es bei Aids nicht getan?

Auf der Webseite lese ich unter „Style Bible“:
„Gäste mit fantasievollen Outfits und extravaganten Stylings tragen zum
stimmungsvollen Ganzen bei und sind somit in der Life Ball-Nacht unentbehrlich.
Als aktiv Mitwirkende setzen Sie ein lebensfrohes Zeichen für Offenheit und Toleranz“.

Wieso man beim Thema Aids, bzw. beim Thema Toleranz gegenüber Andersartigkeit
etc. auf Zeiten der NS-Diktatur, als den vermeintlichen Ursprung der Intoleranz in ihrer
höchsten Ausprägung, zurückgriff, bzw. glaubte zurückgreifen zu müssen, ist mir schleierhaft
und hat mehr mit bewußt inszenierter politischer Botschaft zu tun, als dem eigentlichen
Anliegen, um nicht zu sagen, der Ball werde schon zu diesem Zwecke mißbraucht.

Höhepunkt des diesjährigen Lifeballs war die „Trapp-Hochzeit“ in der Kathedrale des
Wiener Rathauses. Der Höhepunkt aller Peinlichkeiten und zum Gaudium des
an- und ausgezogenen Publikums spielte Conchita die bärtige Braut und
Herr Föttinger stellte den Baron von Trapp dar.

Dabei habe ich die leise Vermutung, der Grund für solche Mega-Events könnte weniger
in der Sorge um das Massensterben in Botswana oder Swasiland liegen, sondern weil
viele Prominente selbst AIDS-krank wurden. Man orientiert sich weniger an der Anzahl
der Opfer, sondern am Berühmtheitsgrad.

Meines Wissens gibt es keine glamourösen Durchfall-Benefiz-Veranstaltungen, obwohl
Durchfallerkrankungen in den Entwicklungsländern hunderttausende Todesopfer fordert.

Wen kümmern denn schon die 600.000 österreichischen Diabeteskranken.
Wen kümmern denn schon die 2 Millionen österreichischen Rheumakranken.
Wen kümmern denn schon die 130.000 österreichischen Demenzkranken.
Wen kümmern denn schon die 330.000 österreichischen Krebskranken.
Wen kümmern denn schon die 2 Millionen österreichischen Allergiker.
Wen kümmern denn schon die 300 Kinder, die jährlich an Krebs erkranken.
Wen kümmern denn schon die Kinder, die in der kath. Kirche mißbraucht wurden.

Natürlich findet man es dann auch richtig, dass sich der Life-Ball mit öffentlicher
Unterstützung der hier genannten Kranken und Mißbrauchten nicht annimmt.

Bitte nicht nachdenken! Weiteres Nachdenken könnte Ihren Blutdruck erhöhen …

…und zum Vergleich die Zahlen der Aids-Kranken in Österreich: zirka 1.250
…Schätzungen bei HIV positiv Patienten zwischen 12.000-15.000

Muetschi

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