Brief an Harald Martenstein

Verehrter Herr Autor,
zunächst: Ich bin Ihr Fan! Soviel zu mir!

Bei Ihnen fiel mir auf, dass Sie vermutlich keine Leiche im Keller haben können.

Ja, es stimmt, Sie hatten nie die Absicht…, nein keine Mauer zu bauen, Milliardär zu werden. Wozu auch? Gilt übrigens auch für mich. Ich hatte nie die Absicht…, eine Mauer…!

Milliardär zu sein, mag recht beschaulich sein, Immobilen in der ganzen Welt sein Eigen zu nennen, obendrein eine Jacht zu besegeln, von den hübschesten Frauen begehrt zu werden. In Spiel, Sport und Spannung investieren zu können und damit die Kasse weiter zu füllen. Nur, wo sind sie, die Nachteile stinkreich zu sein? Ich kann es mir denken, Sie auch?

Ja es sind die Leichen! Diese stets und überall leicht süßlich riechende Atmosphäre mit dem Gehalt von Verwesung, die einen scheinbar überall hin begleitet, auch auf hoher See!
Ja, reich zu sein, es auch zu bleiben bedeutet, Verfaulendes möglichst zu ignorieren, es vergessen zu machen.

Was bedeutet es also, über scheinbar unbegrenzte Mittel zu verfügen, dem Eigentum beim Wachsen zusehen zu können?

Ich glaube nicht, Sie etwa, dass mir das läge?
Na gut, so genau kenne ich Sie ja nicht wirklich, und Sie mich ja überhaupt, bis auf die Zeilen hier, nicht! Was sicherlich auch ganz gut ist, denn falls ich tatsächlich Milliardär sein sollte, sie mich in dieser Hinsicht outen könnten, mir das sicherlich ein Leichensuchkommando ins Haus bringen würde. Denn, ich wiederhole mich sehr gerne, reich zu sein bedeutet, Leichname verbergen zu müssen.
Beweise gefällig? Nun gut!

Aldi mit 40 Milliarden an Reichtum, geschätzt, hat den gesamten Einzelhandel mit seinen beschaulichen „Tante Emma“-Läden gekillt! Dem einfachen Plan gemäß, alles Angebotene soweit zu verbilligen bis alle Konkurrenz ins Koma wankt!
Hernach die Preise wieder anziehen!

Kik, die Familie Tengelmann/Kaiser, Billigprodukte in Fernost zusammen sticheln zu lassen, dabei die Sicherheit zu vernachlässigen und dann bei Katastrophen alle Ansprüche der Überlebenden von Deutschen Gerichten glattbügeln zu lassen.
Leichen? Wie sehen Verbrannte als Leichen wohl aus, und stinken sie dann auch genauso?

Einem Buddhistischen Lebensrad nicht unähnlich, könnte hier über das gesamte Netz der 1%er gewischt werden, die geschätzt über mehr als 50% der Vermögen auf Erden verfügen!

Die Kims, die Trumps oder weit schlimmere Diktatoren, möglicherweise ist Donald da die Ausnahme, sind bei Weitem nicht die schlimmsten. Der ungezügelte Kapitalismus, nur ein Synonym für Betrug und Ausbeutung, produziert ja doch erst solche Typen! Was gut für die Menschliche Seele ist! Können wir anderen der 99% ja mit Recht auf einen Platz im Himmelr…, nein das gerade, als Atheist steht mir nicht zu, zu behaupten!

Also, verehrter Herr Kolumnist, was hinderte uns daran, des Gewinnes wegen Leichenberge zu produzieren? War es Ehrlichkeit, Mangel an Vermessenheit, Unfähigkeit zu Besessenheit?
Ich gestehe, es nicht zu wissen! Sie?
Nein, ich brauche keine Antwort! Ich wollte nur einmal darauf hinweisen, dass Reichtum auch immer sehr mit Entbehrungen zu tun hat.
Obwohl, das Ganze hat auch einen Sinn! Wir, wenn nicht reich, haben nur sehr wenig zu verbergen! Was uns wohl gut davor schützt, beneidet zu werden.

Ach ja, Amerikaner, Deutsche!
Nein nicht Angabe oder schüchterne Zurückhaltung trennt unsere beiden Völker. Es ist etwas ganz anderes.

Es ist der Glaube! Wir Deutschen glauben, Ehrlichkeit ist Dummheit. Bei den Amerikanern ist es genau umgekehrt!
Es grüßt…

(Habe ich tatsächlich an „DIE ZEIT“ gemailt. Herr Harald Martenstein, Kolumnist beim ZEIT-MAGAZIN hatte in der neuesten Ausgabe über das „vermeintliche“ Unvermögen Milliardär zu werden nachgesonnen,)

© chefschlumpf

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