die Kolumne von Lucyfire
Dezember 2003


Zum Jahreswechsel

Wieder neigt sich ein Kalenderjahr dem Ende zu. Eh klar. Was sonst könnte es am 31.Dezember tun? 2003 ist nun bald vorbei. Es wird sich noch ein paar Tage ins 04er hineinziehen, aber dann ist es Geschichte.

Da mir bei meinen Gedanken über das nahezu verflossene Jahr der letzte Autobus bereits davongefahren ist, sitze ich noch immer hier und werde, nachdem ich das übernächste Bier ausgetrunken habe, wohl die drei Stationen zu Fuß nach Hause gehen. Ein Jahr, das der Welt einen absolut unnötigen Krieg beschert hat ist vorüber. Ein Jahr, in dem Robert Palmer das zeitliche segnen musste, geht zu Ende.

Das Schöne daran ist, dass der Krieg, den der „Stauden-Schurl“ vom Zaun brach, irgendwann vergessen worden sein wird und Palmers Musik weiterlebt. “Addicted to love” kann ich da nur sagen.  Überhaupt hat mir null-drei viel positives beschert. Neuer Job, neue Berufung, neue Liebe (nicht nur „neue“ Liebe, sondern DIE Liebe meines Lebens).

Silvester ist ja bloß eine Weiterführung der heidnischen Bräuche, die wir zu Weihnachten zu pflegen beginnen. Das führte aber jetzt zu weit, mich darüber näher auszulassen. Ich mag Silvester. Mehr, als Weihnachten. Zu Silvester betrunken zu sein hat nichts anstössiges an sich. Am ersten Jänner mit dem Auto durch Wien zu fahren ist für die Exekutive irgendwie provokant.

Da wirst aufgehalten. Und, das erste, was Du hörst, ist nicht etwa „Guten Tag“, oder „Schönes neues Jahr“, sondern: „Hams was trunken?“. Na no na ned. A Restfetten haben die meisten.  Deswegen vermeide ich es, am Neujahrstag mit dem Auto zu fahren.

Ich scheife schon wieder ab, wie ich merke. Zurück zu Silvester: Feuerwerk liebe ich. All die bunten Lichtkugerln, die sich über den mitternächtlichen Himmel erplatzen. Das Knallen. Die abgesprengten Finger. Wunderbar.

Das viele Geld, das all diese Raketen kosten. Herrlich – für Vater Staat vor allem. „Heast...iagendwie schaut de Luntn kurz aus....“  Und wieder ein Fall fürs Meidlinger UKH. Bin ich froh, zu Silvester nicht Dienst zu haben.Oder:  „Seit fünf Jahr’ hast de Raketn scho?......wurscht....wird scho gehen.....“ Und trotzdem mag ich Silvester.  Die obligatorischen Verbrennungen, die das Bleigiessen mit sich bringt. Erstickungsanfälle beim Biskottenfischessen. Gebrochene Beine beim Donauwalzer.

Und vor allem:   Die guten Vorsätze für das nächste Jahr. „Ich hör auf zu rauchen. Nur noch die siebzehn Stangen, die ich vom bulgarischen Arbeitskollegen zu Hause habe...“    „Ich sauf weniger....“ (wers glaubt).  „Mindestens zehn Kilo nehm ich ab (wenn ich Magenkrebs bekommen sollte....)“. Und so weiter.

Ich – ich habe nur einen einzigen Vorsatz für zweitausendvier: Und zwar: Ich werde so bleiben, wie ich bin. Vielleicht ein bisschen weniger rauchen (nicht aufhören); vielleicht ein wenig weniger trinken (nicht aufhören); und sicher nicht mehr so fett essen (Arzt hat es verboten).

Aber sonst bleibe ich, wie ich war und bin. Das verspreche ich Euch!

Guten Rutsch und alles für Euch, was Ihr Euch auch wünscht in diesem neuen Jahr 2004!

(c) A.C. 12/03