Es ist nicht so,
dass ich keine positiven Urlaubserinnerungen aus Podersdorf im
Burgenland mit nach Hause nehmen konnte, doch, doch. Aber es gab
auch negative:
Das größte
Problem, neben der großen Entfernung zum Strand, war die
Tatsache, dass wir extra ein familienfreundliches Unternehmen
als Unterkunft (Apartment) ausgewählt hatten, und tatsächlich
bestand die ganze Familienfreundlichkeit in einer einzigen
Schaukel und einer Babyschaukel, dazu etwa 30 m² Rasen, umsäumt
von 3 Seiten mit Blumen, auf die man aufpassen musste, auf 2
Seiten, war gleich dahinter das Haus mit den Fenstern, also
wieder aufpassen, auf der 3. Seite Nachbars Hausmauer, ein
kleiner Innenhof also, wie sie im Burgenland so üblich sind. Und
das für 3 Kinder im Alter von 12, 6 und fast 5 Jahren.
Da ist wie auf
Reihenhausbasis ein Haus neben das andere gebaut. Die
Grundstücke sind klein und langgezogen, haben nach hinten die
Garage und eine hohe Mauer, auf der Hinterseite verläuft also
eine eigene Straße nur für die Garagen, Du siehst nur links und
rechts neben Dir hohe Mauern, alles ist eingeschlossen,
versteckt, keine offene Bauweise wie bei uns. Das gefällt mir
eigentlich nicht besonders. Und die Hauptstraßen sind eben
typisch, wo auch die Häuser aneinander gebaut sind, aber höhere
und im Prinzip hauptsächlich ein Geschäft oder Pension oder
Weinkellerei neben dem anderen.
Die Streiterei
wurde bei den Kindern von Tag zu Tag mehr, ist ja kein Wunder
bei dem Spielangebot bei Schönwetter, und ununterbrochen können
wir nicht unterwegs sein, das geht nicht und das hielten sie und
auch wir gar nicht aus. Einmal fanden sie im Garten einen alten
kleinen Ball. Der war ihr ein und alles - bis ihn die Hausherrin
versteckt hat. Die kam übrigens sogar mit ihren Enkeln, wenn sie
zu Besuch waren, in ‚unseren’ Garten und benutzte die
Spielgeräte. Die Blumen hängten so, dass die Kinder nicht einmal
ordentlich schaukeln konnten, und diese wurden 2 x am Tag vom
Hausherrn gegossen, genau so wie der Rasen, der wahrscheinlich
gleich ‚mit ging’, sodass es die halbe Zeit so nass war, dass
das Spielen unangenehm war.
Dabei habe ich
später nachgelesen, dass ein Betrieb nur das
Kinderfreundlich-Symbol bekommt, wenn ein großer Garten (das ist
relativ) und mindestens 3 intakte Spielgeräte da sind (und so
einige Kleinigkeiten mehr, die auch nicht da waren). Das hat uns
den Urlaub doch ziemlich vermiest, auch wenn wir lange
versuchten, das Beste daraus zu machen. Übrigens habe ich eine
kurze Beschwerde-E-Mail deshalb ans Tourismusbüro in Podersdorf
geschrieben, da die ja wahrscheinlich für die Vergabe der
Symbole zuständig sind, es wurde aber ignoriert.
Ein weiteres
großes Problem, das wir in der ersten frohen Nacht noch gar
nicht richtig bemerkten, war, dass die Polster dort nichts
hergaben. Es waren Federpolster (was ich sehr unhygienisch und
ekelig finde, da sie die sicher nicht nach jedem Gast reinigen
lassen), die waren fast flach, da die wenigen Federn schon total
zerlegt und verklebt waren. Und wenn man es gewöhnt ist, dass
man etwas höher liegt, ist das absolut unangenehm. Dabei sind
vor allem mein Mann und ich diesbezüglich noch am meisten
verwöhnt, und es war dann wirklich kein gutes Schlafen mehr. Ich
versuchte es mit ein paar Handtüchern drunter usw.. Mein Mann
bekam deshalb so starke Schmerzen im oberen Rücken /
Schulterbereich, dass er es nicht mehr aushielt und sich einen
Polster kaufte – was wiederum beim Heimfahren das Platzproblem
im Kofferraum unseres PKW vergrößerte.
Dann litt ich
extrem darunter, dass direkt unter den Fenstern die Grillen bei
Nacht so laut zirpten (in den blöden Blumenbeeten natürlich –
dabei liebe ich sonst Pflanzen über alles). Ich konnte so
unmöglich schlafen. Und wenn ich nachts einmal aufwachte, war es
wieder das gleiche. Aber das eigentliche Problem war, dass das
Schließen der alten selbstgemachten maroden Fenster überhaupt
nichts half. Dann war der Lärm so wenig leiser, dass man es
praktisch nicht merkte. Die Hitze bei geschlossenen Fenstern
hätte ich noch ertragen.
Dann hatte ich
nachts oft Sodbrennen oder konnte praktisch grundlos nicht
schlafen, bis ich draufkam, dass es vom Gasthausessen am Abend
(fett und schwer im Magen) kam. Also die Nächte waren nicht
gerade das Gelbe vom Ei.
Trotz allem war
es ein großteils schöner Urlaub! Aber wer glaubt, dass Urlaub
mit Kindern Entspannung pur ist, der irrt wohl in den meisten
Fällen...
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