ALLTAGSSORGEN
von Sarkastika -  Oktober 2004



Urlaubserinnerungen

Es ist nicht so, dass ich keine positiven Urlaubserinnerungen aus Podersdorf im Burgenland mit nach Hause nehmen konnte, doch, doch. Aber es gab auch negative:

Das größte Problem, neben der großen Entfernung zum Strand, war die Tatsache, dass wir extra ein familienfreundliches Unternehmen als Unterkunft (Apartment) ausgewählt hatten, und tatsächlich bestand die ganze Familienfreundlichkeit in einer einzigen Schaukel und einer Babyschaukel, dazu etwa 30 m² Rasen, umsäumt von 3 Seiten mit Blumen, auf die man aufpassen musste, auf 2 Seiten, war gleich dahinter das Haus mit den Fenstern, also wieder aufpassen, auf der 3. Seite Nachbars Hausmauer, ein kleiner Innenhof also, wie sie im Burgenland so üblich sind. Und das für 3 Kinder im Alter von 12, 6 und fast 5 Jahren.

Da ist wie auf Reihenhausbasis ein Haus neben das andere gebaut. Die Grundstücke sind klein und langgezogen, haben nach hinten die Garage und eine hohe Mauer, auf der Hinterseite verläuft also eine eigene Straße nur für die Garagen, Du siehst nur links und rechts neben Dir hohe Mauern, alles ist eingeschlossen, versteckt, keine offene Bauweise wie bei uns. Das gefällt mir eigentlich nicht besonders. Und die Hauptstraßen sind eben typisch, wo auch die Häuser aneinander gebaut sind, aber höhere und im Prinzip hauptsächlich ein Geschäft oder Pension oder Weinkellerei neben dem anderen.

Die Streiterei wurde bei den Kindern von Tag zu Tag mehr, ist ja kein Wunder bei dem Spielangebot bei Schönwetter, und ununterbrochen können wir nicht unterwegs sein, das geht nicht und das hielten sie und auch wir gar nicht aus. Einmal fanden sie im Garten einen alten kleinen Ball. Der war ihr ein und alles - bis ihn die Hausherrin versteckt hat. Die kam übrigens sogar mit ihren Enkeln, wenn sie zu Besuch waren, in ‚unseren’ Garten und benutzte die Spielgeräte. Die Blumen hängten so, dass die Kinder nicht einmal ordentlich schaukeln konnten, und diese wurden 2 x am Tag vom Hausherrn gegossen, genau so wie der Rasen, der wahrscheinlich gleich ‚mit ging’, sodass es die halbe Zeit so nass war, dass das Spielen unangenehm war.

Dabei habe ich später nachgelesen, dass ein Betrieb nur das Kinderfreundlich-Symbol bekommt, wenn ein großer Garten (das ist relativ) und mindestens 3 intakte Spielgeräte da sind (und so einige Kleinigkeiten mehr, die auch nicht da waren). Das hat uns den Urlaub doch ziemlich vermiest, auch wenn wir lange versuchten, das Beste daraus zu machen. Übrigens habe ich eine kurze Beschwerde-E-Mail deshalb ans Tourismusbüro in Podersdorf geschrieben, da die ja wahrscheinlich für die Vergabe der Symbole zuständig sind, es wurde aber ignoriert.

Ein weiteres großes Problem, das wir in der ersten frohen Nacht noch gar nicht richtig bemerkten, war, dass die Polster dort nichts hergaben. Es waren Federpolster (was ich sehr unhygienisch und ekelig finde, da sie die sicher nicht nach jedem Gast reinigen lassen), die waren fast flach, da die wenigen Federn schon total zerlegt und verklebt waren. Und wenn man es gewöhnt ist, dass man etwas höher liegt, ist das absolut unangenehm. Dabei sind vor allem mein Mann und ich diesbezüglich noch am meisten verwöhnt, und es war dann wirklich kein gutes Schlafen mehr. Ich versuchte es mit ein paar Handtüchern drunter usw.. Mein Mann bekam deshalb so starke Schmerzen im oberen Rücken / Schulterbereich, dass er es nicht mehr aushielt und sich einen Polster kaufte – was wiederum beim Heimfahren das Platzproblem im Kofferraum unseres PKW vergrößerte.

Dann litt ich extrem darunter, dass direkt unter den Fenstern die Grillen bei Nacht so laut zirpten (in den blöden Blumenbeeten natürlich – dabei liebe ich sonst Pflanzen über alles). Ich konnte so unmöglich schlafen. Und wenn ich nachts einmal aufwachte, war es wieder das gleiche. Aber das eigentliche Problem war, dass das Schließen der alten selbstgemachten maroden Fenster überhaupt nichts half. Dann war der Lärm so wenig leiser, dass man es praktisch nicht merkte. Die Hitze bei geschlossenen Fenstern hätte ich noch ertragen.

Dann hatte ich nachts oft Sodbrennen oder konnte praktisch grundlos nicht schlafen, bis ich draufkam, dass es vom Gasthausessen am Abend (fett und schwer im Magen) kam. Also die Nächte waren nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Trotz allem war es ein großteils schöner Urlaub! Aber wer glaubt, dass Urlaub mit Kindern Entspannung pur ist, der irrt wohl in den meisten Fällen...

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Sarkastika