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Erkenntnisse einer Dreiecksgeschichte
Dreiecks-Beziehungen bergen meistens viel Leid in sich.
Sehr
oft wird jeder der Betroffenen irgendwann auf irgendeiner Weise
verletzt und nur sehr selten gibt es ein „Happy-End“.
Wurde das Vertauen ein- oder mehrmals gebrochen, ist es schwierig
wieder zueinander zu finden.
Erneut stand sie zwischen zwei Männern.
Unentschlossenheit.
Keinen verlieren wollen.
Keinen verletzen wollen.
Es jedem Recht machen wollen.
Kann man denn zwei (oder mehrere) Menschen gleichzeitig und
gleichwertig lieben ?
Darf das sein ? Würde das nicht unseren gängigen
Moralvorstellungen widersprechen ?
Bittersüß und sanft ist dieser Kampf
Dieser Kampf zwischen Herz und Verstand
zwischen Ängsten, Flüchten und dem „Hand in Hand“
zwischen Lass mich gehen und bleib bei mir
zwischen Trennung und Einswerden.
Irgendwie kann man weder mit-, noch ohne einander sein.
Es ist ein absolut faszinierendes Spannungsfeld
zwischen Individualität und Beziehungsangewiesenheit.
Und so problematisch diese Konstellation dreier
Menschen auch erscheinen mag,
so birgt es meiner Meinung nach auch viel Leben und
Erfahrungspotential in sich.
Eine Dreiecks-Beziehung ist (wie jede andere zwischenmenschliche
Beziehung) auch,
ein ständiger Reibungspunkt und ein ständiges Ringen um Liebe und
um die Seele.
Gerade dadurch kann sie als „Spiegelfunktion“ dienen.
Man kann durch und während dieser äußerst spannungsgeladenen Zeit
sehen
wer man eigentlich ist und wo man steht.
Es
ist eine Möglichkeit zur Konfrontation und Begegnung mit einem
Selbst.
Jede Liebesbeziehung kennt auch „böse“ Gefühle.
Eine gute Beziehung führen heißt auch: aufeinander stoßen,
konstruktiv streiten,
sich kennen lernen und sich in Versuch(ung)en versuchen und in
Irrtümern verletzen.
Fakt ist: Jede Liebesbeziehung, auch (oder besonders) jene zu
dritt birgt das Potential an Wachstum und Erkenntnis in sich.
Ist man reif genug, wird man daraus wertvolle (Selbst)Erkenntnisse
gewinnen.
Ist man zu schwach mit einer solchen Situationen umzugehen, leidet
man ständig.
Unser Leiden zu tragen und es zu besiegen ist ein Weg zur
Freiheit,
weil man erst im Unglück erkennt, wer man wirklich ist
Lange Zeit hab ich darunter gelitten und sah die ganze Situation
als ein Unglück an.
Ich war deprimiert, melancholisch, enttäuscht, selbstzweiflerisch
und durchlebte alle Phasen einer Trennung. Schock, Ohnmacht,
Verzweiflung , tiefe Trauer, (Selbst)vorwürfe und Wut.
Jeder, dessen Herz schon einmal so richtig durch den Fleischwolf
des Verlassenwerdens gedreht wurde weiß wohl wovon ich schreibe.
Lange Zeit haderte ich mit dieser „Selbstkränkungskrise“ und
stellte mir immer wieder negative und „falsche“ Fragen wie...
Warum muß das immer mir passieren ? Was habe ich bloß falsch
gemacht ?
Hab
ich so etwas verdient ? Bin ich ein neurotisch, eifersüchtiger
Klammeraffe, der nur pathologisch lieben kann ? Hab ich mich denn
wirklich dermaßen in dieser Frau getäuscht ? Bin ich einem Vamp -
einer eiskalt berechnenden Frau - zum Opfer gefallen ? Nützt sie
mit ihrem Sexappeal, ihrem Charme und ihrer Intelligenz bewußt
Männer aus ? Wieso kann sie sich nicht entscheiden und keine
Beziehung führen ? Warum dreht sie sich ständig wie eine Fahne im
Wind ? Spielt sie mit mir/uns ?
Warum können ihre wunderschönen Augen nicht sehen, daß sie mit
ihrer Unentschlossenheit alle in den Wahnsinn treibt ? Lebe ich
denn in einer Phantasiewelt ? Romantik, wahre Liebe,
Seelenverwandtschaft ... ist das alles Schwachsinn ? Existiert
wirklich nichts davon ? Bin ich ein hoffnungsloser Romantiker und
Träumer, dem es an Objektivität und Selbstbewußtsein mangelt ?
Und
immer wieder erschien mir dieser kaum enden wollende Kreislauf
quälend und sinnlos.
„Du
denkst zu viel“, sagten viele zu mir.
„Die Zeit heilt alle Wunden“ , „Andere Mütter haben auch schöne Töchter“
„Vergiß
diese Frau, lenk dich ab und geh wieder unter Leute“.
Alles „Paradesprüche“ von Freunden, die einem helfen wollen.
Ja, ich weiß, alles gut gemeint. Doch ich hatte all diese
Pseudoratschläge schon sowas von satt und konnte sie nicht mehr
hören.
Sie fielen bei mir ohnehin noch nie auf wirklich tröstenden oder
fruchtbaren Boden.
Denn ...
Ich will mich nicht mit „Fortgehen“ ,rastlosen Aktionismus oder
Arbeitssucht ablenken
Ich will mich nicht mit Alkohol, Chaten, Fernsehen, schnellen Sex
oder sonstigen Süchten betäuben.
Ich will Klarheit.
Ich will es verstehen.
Ich will mich verstehen.
Ich will es erklären können.
Ich will bei mir sein. Ich will ich selbst sein.
Ich will mein Leben wieder in die Hand nehmen.
Ich will mich selbst und meine Einstellungen hinterfragen.
„Du willst immer alles analysieren und rational erklären können...“,
sagte eine Freundin zu mir schon etwas säuerlich. „...und wenn
du es nicht erklären kannst, bist du enttäuscht“.
Ja, vielleicht hatte sie recht mit dieser Äußerung.
Aber ist es etwas schlechtes -zu denken- und sich bewußt mit
solchen Fragen auseinanderzusetzen ? Ich denke ... sicher
nicht !
Wer bin ich, wo steh ich, was will ich, wohin will ich ?
Was ist mein Ziel ? Und welche Schritte muß ich setzen um mein
Ziel zu erreichen ?
Es gibt so viele Fragen und ich will Antworten darauf.
Ich will ein für mich sinnvolles Leben führen !
Das Spannungsfeld dieser
Dreiecksgeschichte löste zunächst viel Leid in mir aus.
Doch es brachte mich zunehmends
auch dazu vieles zu hinterfragen und letztendlich
einen weiteren Schritt zu mir
selbst.
Aufgrund des Leids schottete ich mich bewußt von meiner Umwelt ab,
suchte Einsamkeit
und die Quellen der Stille.
Es
war mein Wille mich durch die Stille selbst zu finden.
Mich neu zu definieren. Mich neu zu orientieren.
Ich erklärte den Krieg und den Frieden mit mir selbst.
Zog in die Schlacht gegen mein eigenes Spiegelbild.
Um alles auszurotten, was nicht ICH war. Masken, Rollen, Ängste,
Projektionen...
Denn...
Ich will nicht mehr vor allen Problemen und vor mir selber
flüchten
Ich
will Selbständigkeit statt Anpassung
Gefühlsausdruck statt Gefühlspanzerung
Selbstfindung statt Rollenspiel
Persönlichkeitsentfaltung statt Charaktermaske
Vergeben statt beschuldigen
Offenheit statt Enge
Und
langsam wird mir klar...
Alles was im Leben passiert, passiert
aus einem bestimmten Grund
Ich
will diese Gründe auch weiter hinterfragen und erkennen können...
Schöne Tage:... nicht weinen, daß sie vergangen, sondern lächeln, daß
sie gewesen.
Zum
Glück kann ich wieder lächeln ...
Ich kann keine Enttäuschung, sondern nur noch Dankbarkeit für das
Erlebte empfinden.
Verstehen kann man das Leben immer nur rückwärts, aber leben muß
man immer vorwärts.
Ich
kann es nun verstehen, ziehe Schlüsse aus dieser Erfahrung und
schau zuversichtlich nach vorne. Ich konnte Eigenschaften an mir
entdecken. Positive, wie negative.
Mängel wie Eifersucht, Kontrollzwang, Klammern und abgöttisches
Lieben, an denen es zu arbeiten gilt. Durch diese gewonnene
Selbsterkenntnis werde ich gestärkt weiter meinen Weg gehen.
Es
gilt nun das umzusetzen und das wahr zu machen was mir klar
geworden ist.
Das ganze Leben ist ein ständiger Lernprozeß, Neubeginn und eine
Entwicklung.
Durch Weiterentwicklung und ständigen Wechsel zwischen Nähe und
Distanz
und die Bewegung zwischen „Loslassen“ (Trennung) und „Wiederzueinanderfinden“
(Einswerden) ist Leben und Liebe erst definiert.
Trennungen lassen nur matte und unreife Leidenschaften verkümmern,
aber starke werden daran wachsen !
Und
deswegen wird eine wahre Liebesgeschichte wohl auch nie zu Ende
gehen, weil sie sich zwischen zwei reifen Persönlichkeiten
abspielt, die sich dessen Wechselspiel bewußt sind
und dieses Wechselspiel bewußt zulassen und auch praktizieren.
(C) Wolf
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