von Sarkastika -  Jänner 2005



Hofer, Teil 2
Fortsetzung von Teil 1

Wenig später gab es neuerlich ein Ärgernis. Mein Mann war alleine einkaufen gewesen, ich überflog die Rechnung nur grob. Er meinte noch, dass er diesmal überraschend viel bezahlt hatte. Ich blickte auf die Rechnung und sagte, dass es ja kein Wunder sei, wenn er schon alleine 6 kg-Säcke Mandarinen (es stand Clementinen auf der Rechnung) zu je € 1,29 Euro gekauft hatte, was mich ein wenig erschreckte, zumal Hauptsaison war. Er erwiderte, dass das nicht stimmen kann, denn er war sicher, es hatte € 0,69 Euro auf dem Preisschild für Satsumas gestanden. Somit wurde klar, es waren an der Kassa, da diese Ware keinen Strichcode hat, händisch Clementinen anstatt der Satsumas eingegeben worden, und diese waren ohnehin teurer und enthielten auch 1,5 und nicht 1 kg. Diesmal ging es also um 6 Euro. Nach meinem Anruf (diesmal nicht in unserer Stammfiliale) erfuhren wir, dass wir mit Rechnung und 6 Satsumas-Etiketten bewaffnet wieder kommen dürfen, um den Betrag  zurückzuerhalten. 

Einige Zeit später waren wir wieder beim Hofer einkaufen, die Rechnung war wieder ziemlich lang, sodass ich sie erst zu Hause kontrollierte, und was war? Es waren 3 Packungen Eier verrechnet, obwohl ich ganz sicher nur 2 hatte (mehr hätte ich im Kühlschrank gar nicht verstauen können). Ich war stinksauer. Das kann doch nicht war sein, dass jedes mal auf der Rechnung etwas nicht stimmt, und dabei zu unserem Nachteil! Ich beschwerte mich wieder bei der Zentrale und bekam einen Rückruf, und zwar von einer Gebietsleiterin, deren Aufgabe  anscheinend eine Art Prüffunktion über mehrere Filialen ist. Diese Dame hörte sich geduldig meine ganze Beschwerde an, entschuldigte sich, versicherte mir, dass sie mir glaubt und fragte, was ich mir als Entschädigung erwarte. Ich sagte natürlich, eine Packung Eier, um die ging es ja. Sie versprach, mich kommende Woche zu besuchen, um sich persönlich bei mir zu entschuldigen. Ich rechnete also mit einer Packung Eier und war zufrieden, vorausgesetzt es würde wirklich nicht mehr passieren durch offenbar zu schnelles Arbeiten.

Die nette Gebietsleiterin versetzte mich zwar einmal, kam aber doch einige Tage später und hatte tatsächlich als Wiedergutmachung 2 (anstatt einer) Packungen Eier (noch dazu die teureren Freilandeier) und außerdem 1 Toilettenpapier mit, obwohl ich diese Sache schon als erledigt betrachtet hatte. Dazu hatte sie ein Sackerl Schokoladeneier und –hasen für die Kinder mit. Sie setzte sich noch eine Weile und hörte sich weitere Erfahrungen von uns mit den Hofer-Geschäften an. Sie war sehr höflich.

Unter anderem war uns ja in der Zwischenzeit noch passiert, dass wir ein Brot mit Reduktionspickerl gekauft hatten und dieses Pickerl wieder übersehen wurde. An sich verstand ich ja die Problematik, dass der Kassier nicht jedes Produkt daraufhin überprüfen kann, aber ein unkenntlich machen der Strichcodes in dem Fall wäre sehr hilfreich, da man beim schnellen Ausräumen selber Mühe hat, darauf zu achten, und außerdem ist man jedenfalls geneigt, einen Brotlaib mit der flachen Seite nach unten hinzulegen und nicht umgekehrt, während hier das Pickerl an der Unterseite angebracht war, und so ersuchte ich um Weiterleitung, dass derartige Aufkleber jedenfalls auf der Oberseite der Ware angebracht werden sollten.

Zur gleichen Zeit hatten wir Probleme mit den Grabkerzen vom Hofer gehabt, da dabei häufig der rote Becher mitschmolz, wobei das flüssige Plastik nicht nur die Grablaterne verunreinigte, sondern auch mehrmals das Laternenglas durch die Kälte von außen zerspringen ließ. Diese Sache erwähnten wir auch bei der Hofer-Gebietsleiterin. Sie nahm als Beweis einen geschmolzenen Becher mit und wollte erreichen, dass das überprüft und in weiterer Folge das Produkt verbessert wird. Als Nachtrag kann ich hierzu erwähnen, dass die Sache in der Zentrale umgehend bearbeitet wurde. Das Problem wurde so erklärt, dass bei dem seit kurzem neu eingesetzten Material, das weniger Schadstoffe enthält, dafür der Schmelzgrad niedriger ist. Normalerweise dürfte das zwar trotzdem nicht passieren, da das Produkt daraufhin geprüft ist; wahrscheinlich ist aber, dass es etwa durch Insekten oder im Becher verbliebene Zündhölzer zu größerer Hitzeentwicklung kam und der Becher dadurch erst schmolz. Dazu wurde der Ärger mit einem 10-Euro-Gutschein von Hofer abgegolten!

Wenig später war uns wieder ein Gebäck vom Vortag, das mit einem wohl übersehen wordenen Reduktionsaufkleber versehen war, normal verrechnet worden. Und ein anderes Mal wurden Bananen 2 x drübergezogen und damit doppelt verrechnet. Das hat mich zwar etwas verärgert, war mir aber auch die Aufregung nicht wert, mich zu beschweren, nach der netten Behandlung und dem Mehr-Ersatz durch die Gebietsleiterin. Aber traurig, wenn man sieht, wie viel eigentlich ständig schief geht, dabei sind wir in der Regel nur 2 x im Monat in dieser Filiale.

Andererseits ist es wieder sehr lobenswert, wie extrem kulant bei Reklamationen dort (inzwischen) umgegangen wird. Praktisch alles, selbst gebraucht, kann zurückgegeben oder umgetauscht werden, wie ich von vielen Bekannten schon hörte. Ich selbst hatte sogar ohne Rechnung Pflanzen ersetzt bekommen, deren Inhalt nicht oder zumindest farblich nicht der Verpackung entsprach. Eine Jacke, von der eine Schließe nach gut einem Monat gebrochen war, wurde zurückgenommen. Selbst meinen Funkwecker, siehe mein Artikel ‚Der tolle Funkwecker’ hätten sie zurückgenommen nach fast einem Jahr, da er die nächste Sommerzeitumstellung wieder nicht mitgemacht hatte. Aber das nahm ich dann doch nicht in Anspruch, da die Firma Hofer jegliche Uhren nur mehr von der selben Marke ‚Ascot’, Hersteller Xenon-Service, verkauft und also eine Verbesserung des Problems bei Umtausch nicht unbedingt zu erwarten ist und ich einen derart günstigen Wecker mit Temperaturanzeige und separater Wochenendeinstellung wahrscheinlich nicht so leicht wieder bekomme, während Funkwecker bei anderen Firmen um ein Vielfaches teurer angeboten werden.

Dann wurden meinem Mann einmal anstatt Mandarinen teurere Orangen, die sie zu dem Zeitpunkt nicht einmal lagernd hatten, verrechnet, aber zum Glück kam er noch rechtzeitig drauf. Außerdem ist diese Hoferfiliale derart überrannt, dass das Einkaufen dort der reinste Horror ist. Wenn das immer und in allen Filialen so wäre, wäre es alleine deshalb überlegenswert, das Geschäft zu wechseln.

Fortsetzung folgt.

 

Sarkastika

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