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16.07.2005, zusammengestellt von Sarkastika


Natur - Christian Morgenstern

Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Macht Euch nur von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.

Christian Morgenstern

 

Das Leben zeugt Blumen und Bienen. Blumen, das sind die schöpferischen Geister, und Bienen die andern, die daraus Honig sammeln.

Christian Morgenstern

 

Das Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.

Christian Morgenstern

 

Die zwei jungen Teckel da vor mir, wie sie schön sind ihrer jungen Natürlichkeit und Zärtlichkeit zueinander! Wahrlich, bei keinem Menschen kann reizender aussehen, als wenn das Männchen dem Kameraden mit seinem Auge folgt oder wenn das Weibchen ihm im sonnigen Moos den Kopf auf den Rücken legt voll Anmut und Anschmiegebedürfnis. Und welches Wohlgefühl des Lebens, wenn sie so, die Nase dicht am warmen Moos, die sonnendurchwärmte Waldluft einsaugen mit ihren vielfältigen Reizen, von denen wir nur einen groben Begriff haben. Und welches stets rege Interesse für alle die kleinen und großen Töne, die eine Landschaft fortwährend erfüllen und beleben.

Christian Morgenstern

 

Da erwiderte mir gestern ein Herr aus Bremen: ‚Wie? Sie bedauern den Tod eines Seehundes? Ausrotten müsste man diese Tiere. Glauben Sie etwa, sie seien nützlich? Sie sind die ärgsten Fischräuber, die es gibt, ganz schädliche, unnütze Geschöpfe!' Ich dachte an die feuchten dunklen Augen der gutmütigen Tiere und sie erschienen mir weit liebenswerter als diese Anschauungen eines Pedanten, dem sich sein eigenes grenzenloses Räubertum als Mensch so ganz und gar von selbst verstand.

Christian Morgenstern

 

Wenn ich mir je ein Haus baue, so muss es einen Hof umschließen, in dessen Mitte ein riesiger Baum steht. Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken, vor ihm und über ihn...

Christian Morgenstern

 

Der Mensch ist ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur.

Christian Morgenstern

 

Als ob Kunst nicht auch Natur wäre und Natur Kunst!

Christian Morgenstern

 

Ich habe ein paar Blumen für dich nicht gepflückt, um dir ihr - Leben mitzubringen.

Christian Morgenstern

 

Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird. Sie gibt ihm die großen Züge, die weiten Perspektiven und zugleich das Bild einer bei aller unermüdlichen Entwicklung erhabenen Gelassenheit.

Christian Morgenstern

 

Mein Hang zum philosophischen Nachdenken beruht auf der einfachen Grundlage, dass ich über das kleinste Stück Natur irgendwelcher Art in höchste Verwunderung geraten kann.

Christian Morgenstern

 

Mir genügt zur Zeit das Schwatzen der Seevögel, das leise Sich-Wiegen des stachligen Strandhafers, ein wenig durch die Finger rinnender Sand und die graublaugrüne Fläche vor mir mit ihrer seltsamen Unbedingtheit.

Christian Morgenstern

 

So ein Spinntüchlein voll Regentropfen - wer macht das nach?

Christian Morgenstern

 

Wie mag in einem rechten Sturm ein Baum zum Gefühl seiner selbst kommen! Wie wunderbar ist eine Birke im Sturm! Wie göttlich graziös! Wie unsagbar malerisch!

Christian Morgenstern

 

Der Geist baut das Luftschiff, die Liebe aber macht gen Himmel fahren.

Christian Morgenstern

 

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.

Christian Morgenstern

 

Den Wolken wird vielleicht einstmals eine besondere Verehrung gezollt werden; als der einzigen sichtbaren Schranke, die den Menschen vom unendlichen Raum trennt, als der gnädige Vorhang vor der offenen vierten Wand unserer Erdenbühne.

Christian Morgenstern

 

Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal, ehe man es zum ersten Male wirklich sieht.

Christian Morgenstern

 

 

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