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24.08.2005, © Vivienne


The Doors Experience Interview

Hallo Jason,

wir freuen uns, dass du zeit gefunden hast und der Bohne für ein Interview zur Verfügung stehst. 

Stell dich doch unseren Lesern bitte kurz einmal vor! Und erzähl doch, wer sich noch hinter „The Doors Experience“ verbirgt!

Hallo! Ich bin Jason „Jim“ Boiler, Bandleader und Sänger der Rockband THE DOORS EXPERIENCE. 2001 gründete ich diese Band mit dem Ziel, die Musik der legendären DOORS so originalgetreu wie nur möglich in Form einer Live Performance einem breiten Publikum zu vermitteln. Ich bin in St. Pölten/Niederösterreich geboren und lebe bis heute in Niederösterreich. Meine begnadeten Musikerkollegen Klaus Bergmaier (Keyboards und Backing Vocals), Christoph Zauchinger (Drums) Martin Plangl (Bass) stammen ursprünglich aus meiner Umgebung, letztere zwei wohnen aber schon längere Zeit in Wien. Unser Gitarrist Rene Galik  ist Wiener. THE DOORS EXPERIENCE in dieser Formation bestehen seit genau einem Jahr, davor gab es einige Umbesetzungen. Klaus und Christoph waren von Anfang an dabei. Martin stieß vor einem Jahr zu uns. Wichtige Unterstützung bekommt die Band von unserem Webmaster Hans Böhm, der für die tolle und sicher umfangreichste Doors-Webseite im Net - www.thedoors.at - verantwortlich zeichnet. Er begleitet uns oft zu Konzerten und hält diese eifrig in Bild und Ton fest. Die meisten Fotogalerien und Videos auf unserer Homepage tragen seine Handschrift. Weiters steht er uns bei PR und Management hilfreich zur Seite.

 

The Doors Experience bestimmen seit vielen Jahren dein Leben. Wie bist du zu dieser Truppe gekommen? Wo hast du überhaupt deine ersten musikalischen Erfahrungen gemacht?

Ich habe in meiner Kindheit etwa dreieinhalb Jahre lang widerwillig Akkordeon gelernt. Mit 15 Jahren verkauft ich es, legte mir mein erstes Schlagzeug zu und gründete die Band “Inscripton“. Als Drummer sang ich auch. Damals versuchten wir die Beatles, CCR und die Rolling Stones zu covern. Etwas später kamen erstmals The Doors in Spiel, auf die ich mich schon bald fixierte. Nachdem der Bassist ausgestiegen war und ich einen neuen Drummer fand, plünderte ich meine Sparbüchsen und legte mir einen billigen E-Bass zu. Ich übte damals wie ein Besessener jede freie Minute, sogar in der Schule, während der Pausen.

1983 gründete ich als Bassist und Sänger die erste Band, bei der ich ausschließlich eigene Texte schrieb und die Musik dazu selbst komponierte. Sie hieß „MAD BOILERS“, daher auch der Nickname Jason Boiler. Aus dieser Zeit (1983-85) gibt es 3 Tonträger. Nachdem es mir damals Jazzrock und Funk angetan hatten, die ich wunderbar auf der Bassgitarre umsetzten konnte, heuerten mich etliche renommierte Jazz- and Fusionbands an. Auf einigen ihrer Platten bin ich als Bassist zu hören.

1994 kam gemeinsam mit der Gruppe Big Apple, bei der ich Klaus Bergmaier und Christoph Zauchinger musikalisch kennenlernte, die CD „Strange Kind of Ecstasy“ heraus. Von diesem Fusion-Album gingen bis dato mehrere tausend Stück über den Tresen.

Nach einer dreijährigen totalen Musik-Pause startete ich 1997 das Coverprojekt „THE VALVE“, an dem unser erster Doors Experience-Gitarrist Georg Kastner und unser jetziger Drummer Christoph Zauchinger mitwirkten. Wir coverten vorwiegend Led Zeppelin und The Doors, aber auch andere 60er-Jahre Kultbands wie Cream und The Kinks. Auch Neueres hatten wir im Programm, wie z.B. PEARL JAM und RED HOT CHILI PEPPERS. Im Jahr 2000 löste sich die Band aus folgendem Grund auf: Dem Publikum gefiel das, was wir machten, aber es spaltete sich in mehrere Lager, weil wir so viele verschiedene Bands coverten. Ich entschloss mich also, das Publikum gewissermaßen zu „einen“ - mit dem Besten,  was ich an Show bieten konnte, und das waren eindeutig The Doors.

Georg und Christoph überzeugte ich schließlich, bei meinem Doors-Projekt mitzumachen und rief dann Klaus an. Ich wusste, dass er ein hervorragender  Keyboarder war, schnell in der musikalischen Umsetzung und außerdem Besitzer einer Sixties-Orgel sowie eines original Fender Rhodes Piano - jenes Piano, das für Songs wie Riders On the Storm und L. A. Woman das Nonplusultra ist. Als Bassist heuerte ich Peter Adametz an, einen früheren Musikerkollegen und Freund von uns. THE DOORS EXPERIENCE schien mir der treffendste Name für dieses Projekt zu sein. Ich wollte, dass meine persönliche Doors-Erfahrung auch eine besondere Erfahrung für das Publikum wird. Im Jänner 2001 waren THE DOORS EXPERIENCE geboren und schon im Juni desselben Jahres starteten wir unsere erste Tour mit einem Konzert im „Avalon Exil“/Krems. Gegen Ende 2001 ersetzte der Wiener Spitzengitarrist René Galik Georg Kastner und 2002 übernahm der blutjunge Wiener Neustädter Hermann Draxler den Bass-Part von Peter Adametz. Hermann wiederum übergab den Bass aus Zeitmangel im Frühjahr 2004 an Martin Plangl. THE DOORS EXPERIENCE touren jetzt schon über 4 Jahre lang im In –und Ausland. Wir haben ein sehr gutes Klima in der Band, sind musikalisch bestens aufeinander eingespielt und gelten unter Kennern als die Nr. 1 der europäischen Doors Tribute Bands, worauf ich natürlich stolz bin.

 

Warst du überhaupt immer schon ein eingefleischter Doors-Fan? Wie hat dich diese Musik beeinflusst?

Bis zum Alter von 14 Jahren hab ich die Doors und Jim Morrison ehrlich gesagt nicht gemocht. Ich konnte mich damit in keinster Weise identifizieren. Dann lief im TV eine mehrstündige Dokumentation  über Jim Morrison und die Doors – die schlug bei mir voll ein. Ab diesem Zeitpunkt war ich in erster Linie besessen vom Doors-Sound, auf die Texte konzentrierte ich mich anfangs weniger. Sie  waren mir zuerst noch nicht so wichtig, obwohl ich damals schon erkannte, dass sich etwas ganz Besonderes hinter den Lyrics von Jim Morrison verbarg. Es war seine eigene Art zu singen, die mich in den Bann zog. Der tief dröhnende Bariton mit seiner enormen Wucht, aber auch das Sanfte und Einschmeichelnde in seiner Stimme brachten in mir etwas Unbeschreibliches zum Schwingen. Ich fand es irgendwie komplett andersartig als alles andere, was ich  zuvor an Rockmusik gehört hatte und ich fand es einfach genial. Jim sang "The End" und ich spürte zum ersten Mal meine eigene dunkle, traurig-melancholische Seite. Ich glaube, da hat alles angefangen. Jim hat das Tor zu meiner Seele aufgestoßen und mir seine Botschaft übermittelt. Seit diesem besonderen Moment treibt mich etwas dazu an - den Draht zu  Jim Morrison und den DOORS aufrecht zu erhalten.

Jason, wenn man dich ansieht, könnte man fast meinen Jim Morrison persönlich gegenüber zu sitzen. War dir diese Ähnlichkeit schon früher bewusst – und bist du darauf angesprochen worden?

Als ich in meiner frühen Jugend begann, mich allmählich immer mehr mit den Doors aus einander zu setzen, war mir eigentlich nur eine starke stimmliche Ähnlichkeit mit Jim Morrison aufgefallen. Wir haben so ziemlich die gleiche Bariton-Stimmlage. Als ich mir dann mit 17 die Haare etwas länger wachsen ließ, machten mich einige Leute auf diese optische Ähnlichkeit aufmerksam, vor allem wegen meiner braunen Lockenmähne. Obwohl ich mich irgendwie geschmeichelt fühlte, schenkte ich damals dem Ganzen aber eher wenig Beachtung. 2001 entschied ich mich dann spontan eine Doors Tribute Band mit mir selbst als Frontman - als Jim Morrison-Interpret - zu gründen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich den Vorteil der optischen Ähnlichkeit natürlich gezielt und im vollen Bewusstsein genützt. Ich kaufte mir eine schwarze enge Lederhose und ließ mir aus Amerika einen so genannten Concho Belt schicken - den markanten indianischen Gürtel, den Jim Morrison damals fast immer bei Konzerten trug, und begann, seine Mimik und Gestik anhand von Doors-Videos einzustudieren. Als ich mich in „Morrison-Kluft“ daheim näher im Spiegel betrachtete und meine Bühnen-Performance probte, während im Hintergrund Doors-Musik lief, fuhr mir manchmal schon ein bisschen die Gänsehaut hoch. Jedenfalls war ich überzeugt, dass ich mich damit auf keinem Fall lächerlich machen würde wie z.B. eine billige Elvis Presley-Imitation, von denen es ja Zigtausende gibt. Ich war mir keine Millisekunde unsicher, ich könnte damit auf der Bühne nicht ernst genommen zu werden. Ich sah das erste Konzert vor meinem geistigen Auge ablaufen und konnte es gar nicht mehr erwarten.

Der Tod Jim Morrisons ist nie restlos geklärt worden. Glaubst du persönlich: starb er an Drogen oder war er unbequem geworden?

Ein Hauptziel Jim Morrisons war es sicherlich, immer ein unbequemer Zeitgeist zu sein. Er wollte den Leuten zeigen, was recht und unrecht ist und dass sich niemand von irgendjemandem etwas vorschreiben lassen sollte. Dabei kannte er keine Grenzen. Ich denke jedoch nicht, dass er das Opfer einer Verschwörung oder ähnlichem geworden ist, sondern letztlich wegen seines exzessiven Alkohol- und Drogenkonsums gestorben ist.

Hier gehts zum zweiten Teil des Interviews ...

 

 

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