Internetversand, Teil 3 – Warum Abbucher schlecht fürs Konto sind

Es war noch ein relativ kleines Ärgernis – was wir natürlich zu dem Zeitpunkt nicht wussten – als mein Mann ein 3-Monats-Abo bei einer deutschen Firma für eine Autozeitung bestellte. Wenn man Bankabbuchung (im voraus) zuließ, gab es zusätzlich eine Monatszeitung gratis. Enden sollte es automatisch. Und tat es das?

Als nach Monaten wieder eine Zeitung ins Haus flatterte, waren wir uns zuerst nicht sicher, ob das schon noch passte und es das letzte der 4 vereinbarten Hefte wäre. Es war nicht sicher nachzuvollziehen, weil sich mein Mann vor dem Abo einige Nummern am Kiosk gekauft hatte und wir nicht genau wussten, wie viele. Dazu waren wegen unseres neuen Computers die E-Mails in der Sache nicht greifbar, aber wir dachten schließlich, die werden es schon wissen.

Doch am nächsten Tag waren auch schon knapp 60 Euro für das Abo für das nächste Jahr vom Bankkonto abgebucht! Nach meiner Beschwerde per E-Mail, und vor allem dem Hinweis, dass das Abo automatisch hätte enden sollen, hieß es nur ausweichend, man würde es stornieren und den Betrag abzüglich der schon erhaltenen Zeitung wieder rücküberweisen. Keine Entschuldigung. Warum auch?

Mein Mann bestellt ab und zu gerne im Internet bei der Firma Westfalia. Die haben Werkzeug, aber auch alle möglichen Haushaltsartikel. Zuletzt hatte er sich einen Fahrradanhänger gekauft um 121 Euro inklusive Versand. Er gibt bei der Firma bei Bestellung im Internet als Zahlungsart immer Bankeinzug an, doch es funktioniert nie! Selber achtet man dann nicht mehr darauf, weil kein Erlagschein kommt und man ja die Sache bei der angegebenen und bestätigten Zahlungsart als erledigt betrachtet. Jedes Mal kommt dann nach einem Monat, wenn man die Sache schon völlig vergessen hat, eine Mahnung! Dann rufen wir dort an, und man entschuldigt sich, führt die Abbuchung durch und verspricht, dass es beim nächsten Mal klappt. Oder wir rufen noch vorher an, weil wir schon damit rechnen und keine Mahnung bekommen wollen. Dann bucht die Firma ab, und man sagt, es klappt alles nach Plan, quasi der Anruf wäre nicht nötig gewesen.

So war es eben bei unserer vorletzten Bestellung gewesen, also dass wir dachten, das Problem, weshalb bei Internetbestellung die Zahlungsart Abbuchung zwar akzeptiert wird, aber tatsächlich nicht funktioniert, wäre diesmal wirklich behoben. So hatte mein Mann bei der Bestellung des Fahrradanhängers kein schlechtes Gefühl, als er wieder Abbuchung angab. Nun kam aber nach einem Monat, als wir schon längst nicht mehr daran dachten, und im ungünstigsten Moment, wieder eine Mahnung!

Mir blieb nichts übrig, als eine E-Mail zu schreiben (die Anrufe hatte ich satt, sie dauerten im übrigen länger und hatten ohnedies nichts gefruchtet), in der ich zuerst erklärte, die Überweisung umgehend zu veranlassen, und mich dann über die lästige Problematik beschwerte, deren Lösung uns immer wieder ohne Erfolg versprochen worden war, was unglaublich nervte, um es in freundliche Worte zu fassen. Die dadurch verlängerte Zahlungsfrist und der Umstand, dass immerhin keine Mahngebühren verrechnet werden, würden uns nicht über diesen Missstand und die falschen Versprechungen hinwegtrösten, vor allem wenn Mahnungen über hohe Summen längst vergessener Rechnungen zu ungünstigen Zeitpunkten hereinflattern.

Sofort führte ich die Überweisung durch, wenngleich aus genannten Gründen um wenige Tage vordatiert. Als Antwort auf meine E-Mail kam lediglich folgende Info: ‚Ich verstehe Ihre Verärgerung, aber leider kann ich Ihnen nicht erklären, warum bei Internet-Bestellungen der Wunsch des Bankeinzuges mit der Bestellung nicht mit übernommen wird. Wir haben dieses Problem schon oft unseren EDV-Technikern mitgeteilt!‘

Darauf reagierte ich nicht mehr, obwohl ich mich fragte, was für eine Firma das wäre, wenn den EDV-Technikern egal ist, welche Probleme der Verkauf meldet. Das war vor etwa 5 Wochen. Gestern habe ich zufällig wegen einer anderen Sache sehr lange in unseren Kontobewegungen im Internet nach einer Sache gesucht, weil ich die betreffende Rechnung leider weggeworfen hatte. Und was sah ich da???

Der Fahrradanhänger war gleich 2 x bezahlt worden (mich riss es fast aus den Schuhen!), einmal hatte ich ja die Überweisung getätigt, und noch einmal, weil kurz nach meiner E-Mail der Betrag abgebucht worden war, während ich noch ausdrücklich erklärt hatte, die Überweisung sofort zu tätigen! Und das nach über einem Monat, in dem der Firma die Überbezahlung nicht aufgefallen oder einfach nicht der Rede wert gewesen war! Außerdem hatte die Abbuchung ja offensichtlich der Empfänger meiner E-Mail, der wohl nicht lesen konnte, in die Wege geleitet, als ob der Ärger bis dahin nicht schon genug gewesen wäre.

Wieder verfasste ich eine bitterböse E-Mail. Zur Antwort kam: ‚Möchte mich für das Problem mit der Buchhaltung entschuldigen, der Betrag wird morgen an Sie rücküberwiesen.‘

Alles in allem spricht das schon sehr dafür, dass in dieser Firma einiges drunter und drüber geht. So eine lasche Entschuldigung bürgt nicht unbedingt für einen einmaligen Ausrutscher. Mich wundert schon auch, dass wir es selber nicht bemerkt haben, aber wir haben offenbar nie beide Buchungen nebeneinander gesehen, ein blöder Zufall eigentlich, weil wir gewöhnlich relativ genau schauen.

Es sieht so aus, als ob man als arbeitender Mensch (ich bin zum Glück Hausfrau!) eigentlich schon fast eine Sekretärin braucht, um all diese Ungerechtigkeiten per aufwendiger Korrespondenz gerade zu biegen, wenn es anderen auch ähnlich ergeht wie uns – wenn die überhaupt die Zeit haben, das zu kontrollieren und zu bemerken, und den Firmen nicht blind vertrauen…

© Sarkastika

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