Kulte

Nachlese?

Das muss man sich mal vor Augen halten.

Da glaubt beinahe ein Drittel der Weltbevölkerung an einen Kult, der es in über Zweitausend Jahre von einem verschlafenen Nest in der Palästinensischen Einsamkeit, um die Erde herum bis zum allerhintersten Winkel im Österreichischen Burgenland oder auch einem verschlafenen Nest in der Norddeutschen Tiefebene geschafft hat. Und solches beinahe flächendeckend!

Hier muss entweder ein ganz großer Irrtum vorliegen, oder es gibt es doch im Menschen.

Das Gottes-Gen!

Die ältesten schriftlichen Hinterlassenschaften sind uns mit dem Gilgameschepos von unseren Vorfahren hinterlassen worden.
Auf diesem in Stein gehauenen Tatsachenbericht, möglicherweise auch nur dem Zeugnis einer, in literarischer Hinsicht sehr fruchtbaren Zeit, wird von des Menschen Wunsch, die Welt anzuhalten, auf eine beinahe naive Art und Weise berichtet.

Trotz der Tiefe, die ihm innewohnt, wird dieses Zeugnis des Wunsches unsterblich zu sein, nicht als in irgendeiner Weise zu beanstandendes Verlangen, einer Gottesgleichheit zu sehen sein. Sondern ganz im Gegenteil!

Wir sind Gott!

Nur, und da unterscheidet sich der Mensch vom Göttlichen, wir sind sterblich!
Und der, den wir als Gott zu verehren haben, so der Kult, der ist eben nicht sterblich!

Nun würde mich mal interessieren, was ist er denn eigentlich? Kann man Gott, oder das was uns von dem Kult als göttliches Leben vorgebetet wird, eigentlich als lebendes Wesen ansehen?

Der Kabarettist Dieter Nuhr hat mal frech gefragt: „Hat Gott eigentlich Verdauung?“

Religions- und Kulturwissenschaftlich gesehen, ist das Christentum lediglich ein Kapitel, in der Glaubenswelt des sich vom Tier zum Menschen gewandelten Homo sapiens und sicherlich ganz eng mit dieser hier zugrunde liegenden Wandlungsfähigkeit verbunden.

Das Wissen um die eigene Sterblichkeit hat hier so etwas, wie eine bestimmende Frage gestellt: „warum das Ganze, wenn es nicht einem höheren Zweck dient?“

Warum werde ich vom hilflosen Säugling zum möglicherweise wissenden Erwachsenen, nur um dann, möglicherweise ganz ohne Vorwarnung, mein Leben auszuhauchen?“
Ohne Göttlichkeit, scheinbar keine Erklärung!

Darum also an Zahl unendlich viele Erklärungsversuche, die alle einen ganz großen Makel haben: „es bleiben eben nur Versuche!“

Hierbei und bei beinahe allen Kulten, die mit mehr oder weniger Berechtigung, als Religionen auftreten, gleichen sich die rückwärtsgewandten Betrachtungen.

„Dereinst werden die Gerechten von den Ungerechten getrennt“, lautet eines der Glaubensdogmen, die in beinahe allen Religionen als bestimmendes Moment daher kommen.

Dadurch dass wir sterblich sind, muss das ganze Leben auf diesen einen Moment der göttlichen Rache oder Überhöhung hingearbeitet werden.

Können Menschen wissen, wo sie göttlichem Wohlwollen zuarbeiten und wann Gott die Stirne runzelt?
Nein können sie nicht und daher muss eine Gebrauchsanleitung her! Im Falle Christentum, die Bibel!

Diese Bibel, deren Anfänge sehr weit im Dunkeln liegen und deren Autorenschaft Leuten zugeschrieben wird, die nachweislich nicht die verwendeten Texte ersannen, sondern eher diese Texte sammelten, dient nun gleich drei Weltreligionen als Vermächtnis der Altvorderen.

Die Texte wurden nun echatoligischen Funktionen untergeordnet. Dass immer nur der Teil dieses Sammelsuriums für den Kult genutzt wurde, der der eigenen Heilserwartung entspricht.

Allen diesen nahöstlichen Religionen ist gemein, dass auch sie vom „ewigen Leben“ ausgehen, der Mensch also auch nach dem Tod nicht „sein Leben“ verliert.

Es wird also eine Ewiglichkeit vorgegaukelt, die nach allem was wir wissen, in Natura nicht existiert!
Also wird Wissen durch absolute Folgsamkeit ersetzt. Da wir es nicht wissen können, müssen wir daran glauben. Wobei schon einmal eine der Voraussetzungen zum „ewigen Leben“ erfüllt ist!

Gläubigkeit ist absolut nötig, um hier eine Gottgleichheit zu erwerben. Was sollte es denn anderes sein, wenn nicht Gottgleichheit, wenn wir dereinst unsterblich auf „Wolke siebzehn“, dem irdischen Treiben zusehen?

Allen Religionen ist ebenfalls ein Opferungsritus zu Eigen. Der Mensch in seiner Verunsicherung, möchte sich die „Götter“ gnädig stimmen, auf dass sie Gnade vor Vergeltung üben.
So wie der gesäte Weizen nur dann gedeiht, wenn er gut gewässert wird, so kann die eigene Glückseligkeit schon von der eigenen Opferbereitschaft abhängen!

In alten Beerdigungskulten ist das Grabopfer, die Grabbeigabe, eines der bestimmenden Elemente. Hier manifestierte sich früher Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod, dergestalt, dass man dem Toten zumindest für die Zeit des Übergangs in die ganz andere Welt, so etwas wie eine Wegzehrung mitgab.

Später wurde dieser Gedanke in Richtung der Bedeutsamkeit des edlen Verstorbenen ausgeweitet, dass man ihm womöglich auch seine Waffensammlung, sein Reittier und wie im Falle der dann wohl doch noch größenwahnsinniger gewordener Pharaonen, lebendes Personal mitgab.

Im Christentum haben wir soeben das wohl höchste Fest durchlitten.

Das Oster-Spektakel.

Nein ich meine nicht die Heerscharen ostereiersuchender Kinder, sondern das Leiden Christi, das uns sozusagen stellvertretend, die Aufnahme in den Kreis der Gerechten garantiert.

Ein Mann wird für uns stellvertretend ans Kreuz genagelt. Ein Mensch stirbt für uns den Büßertod! Ein Mann, der nachweislich während seines viel zu kurzen Lebens, keine Missetaten vollbrachte, wenn man mal die Bibel als Beweis zulassen könnte.

Hierdurch, durch seinen Tod, wird uns die Last von den Schultern genommen, die uns dereinst möglicherweise an der Himmelfahrt hindern könnte.

Das dieses Vergebungsmodel lediglich die Idee des schon bei den Chinesen des 6. Jahrtausends v.Chr. benannten „Knechtes auf den alle Schuld“ geladen wurde, wenn das neue Jahr mit Beginn der Aussaat begann, zurückgeht, spielt bei der christlich geprägten Würdigung keine Rolle mehr.
Hier wird einfach das Ergebnis des eigenen Lebens im Auge behalten und nicht nur die Ernte eines Jahres, wie im alten China.

Gottessohn als Opfer, einer frei von Erbsünde gebärenden edlen Jungfrau, einem Gott gegenüber der frei von Rachegedanken sein soll?
Und das alles nur, um einen Kult zu manifestieren?
Da muss doch noch mehr sein!

Wenn ich es mir so richtig überlege, so richtig logisch ist das alles nicht. Wenn man den Chinesen, die sicherlich ihre Gründe hatten, irgendeinem Faulpelz im Personal ihre Verfehlungen anzudichten und durch dessen Tod möglicherweise seine Planstelle mit einem zuverlässigeren Aspiranten zu besetzen, nicht nur dumme bigotte Verblendung unterstellen möchte, sollte man solchen Unsinn nicht auch den heutigen Gläubigen erzählen.

Wohl wissend, dass ganz empfindliche Seelen an derlei Verstrickung in den Tod Christi leiden könnten, hat man sich sofort an den zweiten Teil der Weissagungen in derselbigen Textsammlung erinnert!

Wenn es denn so sein könnte, dass der Tod eben nicht das Ende des Lebens darstellt, würde schon für sehr große Beruhigung gesorgt, wenn man Zeugenschaft dafür fände, dass Jesus nun schon mit seinem Tod unmittelbar das ewige Leben erreichte.
Etwa, das uns, bei Eignung, wohl auch noch bevorstehe.

Obwohl, warum Eignung? Wir haben ihm, dem Jesus, unsere Verfehlungen doch schon aufgeladen.
Wir sind uns unserer Schulden doch gar nicht mehr bewusst. Denn, wenn wir jemals welche hatten, sind wir sie ja jetzt los!

Selbst die Erbschuld, als Nachfahren der aus dem Paradies Vertriebenen, wurde uns durch Jesus`s Kreuzigung erlassen!

Halleluja, das Leben kann so schön sein. Wenn man nur schön feste daran glaubt!

Antoine Susini, im April 2009

der gedanklich noch beim großen Glaubensfest ist, was so gar nichts mit Ostereiern zu tun hat! Oder etwa doch?

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