Liebeskrank – Teil 35

Frank und ich sehen uns an.
Es hat alles keinen Sinn mehr?
Schließlich breche ich das Schweigen.
Und?
Gaby starrt mich aus riesengroßen Augen an.
Verstehst du nicht…?
Glaubst du nicht, dass er sich was antun könnte?
Ich lese mir die SMS noch einmal durch.
Eigentlich nicht.
Aber wenn du glaubst…
Ruf ihn einfach an.
Falls er wirklich nicht abhebt, …
Dann kannst du dir überlegen einen Rettungsdienst zu alarmieren.
Auf die Gefahr hin, dass es falscher Alarm ist.
Ich blicke in Franks Gesicht.
Deine Panik versteh ich wirklich nicht ganz.
Hat er dir gegenüber einmal Selbstmord angedeutet?

Gaby fängt sich wieder.
Nein.
Nicht das ich wüsste.
Ich nicke ihr zu.
Gaby, du bist verliebt.
Du reagierst sehr emotional.
Aber ruf ihn zuerst an, bevor du jemanden alarmierst.
Gaby legt die Stirne kraus.
Beißt sich auf die Lippen.
Okay.
Sorry.
Ich habe wohl überreagiert.
Du hast sicher Recht.
Sie dreht sich um.
Geht wortlos durch die Tür.
Frank lächelt.
Glaubst du, dass das eine Show von Gabriel war?
Ich zucke die Achseln.
Ich weiß es nicht.
Kann sein.
Aber ich will es gar nicht wissen.

Der Abend schleicht dahin.
Wir sitzen auf der Couch und sehen fern.
Ein Liebesfilm.
Frank wirkt nicht sehr interessiert.
Schließlich schaltet er das Gerät aus.
Umarmt mich zärtlich.
Immer wieder dasselbe.
Da spiel ich doch lieber daheim meinen eigenen Liebesfilm…
Ich protestiere nicht…
Später liege ich nachdenklich neben Frank im Bett.
Ich denke an Gaby.
Und an Gabriel.
Ich bringe die Geschichte heute nicht aus dem Kopf.
Mir tut Gaby leid.
Gabriel hat keine Ahnung, was er ihr antut.
Aber mein Liebesleid hat ihn auch nicht gestört.
Obwohl es offensichtlich war.
Er ist ein komischer Kauz.
Warum tut man so was?
Ich denke, es ist ihm nicht wirklich bewusst…

Frank neben mir schläft.
Er sieht glücklich aus.
Sogar im Schlaf lächelt er.
Sein leises Schnarchen wirkt beruhigend auf mich.
Mir fallen die Augen zu…
Frank bringt mich am nächsten Morgen zum Arzt.
Mein Blutdruck ist wieder stabil.
Am nächsten Tag werde ich wieder arbeiten gehen.
Frank fährt mich zurück in die Firma.
Vergnügt winkt er mir noch zu.
Bis dann, Liebes.
Ich ruf Mittag an, ja?
Ich mache es mir auf der Couch bequem.
Wie schon gestern.
Mitten unter einer langweiligen Serie döse ich wieder ein.
Das Läuten des Handys weckt mich fast brutal.
Gaby.
Ich bin sofort hellwach.
Was ist los?
Gaby ist merkwürdig still.
Oh, nichts.
Ich richte mich auf.
Wie geht’s Gabriel?
Gaby druckst herum.
Es geht ihm gut.
Denke ich.
Ich war heute Nacht bei ihm…

Unwillkürlich muss ich schmunzeln.
Nein!
Das gibt’s doch nicht!
Du hast mit ihm geschlafen?
Gaby meldet sich empört.
Ich weiß nicht, was du hast.
Er und ich, wir sind zwei erwachsenen Menschen…
Ich beruhige sie wieder.
Okay, Gaby.
Es geht mich nichts an.
War’s schön?
Gaby schnaubt.
Ich sagte dir das nicht, damit du mich veralberst!
Ich versuche mich zusammen zu nehmen.
Schon gut Gaby.
Tut mir leid.
Aber was wolltest du mir noch sagen?
Außer, dass er sehr am Leben hängt.
Und durchaus irdische Begierden hat…
Ich lausche ins Telefon hinein.
Gaby lässt sich Zeit mit ihrer Antwort.
Wir sind jetzt beisammen.
Gabriel und ich…

© Vivienne

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