Die Welle in den Abgrund

Sie ist so furchtbar nahe – die Welle in den Abgrund. Sie hat mich schon fast erfasst und ich will ihr um jeden Preis entkommen. Es ist so schwer und sie rollt ohne Halt zu machen auf mich zu. Ich stehe vor ihr ganz klein und habe Angst, dass sie mich mitreißt. Doch noch bin ich nicht bereit mich ihr auszuliefern. Ich kämpfe noch.

Ich kämpfe mit aller Gewalt gegen diese Gefühle. Nicht gegen die guten und tollen. Nein, gegen die, die mich der Welle ausliefern.

Ich habe mein Leben umgekrempelt und bin positiv geworden. Alles gelang, doch dann hat mich dieser Sog erwischt. Ich habe mich gewehrt, doch er hat mich erfasst. Ich habe mich verliebt, ich habe mein Herz geöffnet, ich habe mich ausgeliefert. Ich habe ihn kennengelernt. Er hat mich fasziniert und er hat mich tief im Herzen berührt. Er gab mir das Gefühl jemand tolles zu sein. Er hat mich zum Lachen gebracht. Mal ist er mir ganz nahe und in der nächsten Sekunde ist er mir ganz fremd und ganz weit weg. Ich vertraue ihm und irgendwie brauchen wir einander. In welcher Art und Weise ist mir noch nicht klar.

Ich dachte er könnte derjenige sein, der für mich bestimmt ist. Ich habe mich auf meine Gefühle eingelassen. Ich wurde entwaffnet, ich habe diesen Kampf verloren. Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben. Ich habe Zweifel. Ich wollte ihn nicht finden und ich bin mir auch nicht sicher, ob er mich gefunden hat, oder ob er mich finden wollte.

Ich weiß nicht, ob er es fühlen kann, dass mein Herz für ihn schlägt. Ich weiß nicht, ob er sich deshalb von mir entfremdet, oder ob ich mir das einbilde. Ich habe den Blick dafür schon lange verloren. Wenn er für mich bestimmt sein sollte, dann muss er mich wieder finden, denn ich fühle, dass unser guter Draht, den wir anfangs hatten, schön langsam die Verbindung verliert.

Wir waren heute gemeinsam auf der Linzer Klangwolke und och war irgendwie jeder für sich. Es gab prickelnde Momente und doch auch irgendwie Eiszeit. Beim Feuerwerk standen wir mal dicht nebeneinander. Am liebsten hätte ich seine Hand berührt. In mir bebte ein eigenes Feuerwerk. Ich weiß nicht, ob er auch was fühlte. Dann dieser gigantische Feuerball, der wohl eine Explosion eines Schiffes darstellen sollte. Für kurze Zeit diese Hitze, diese Wärme, diese Helligkeit. Dann diese Dunkelheit und Kälte.

Die sich dann auch in mir ausbreitete. Ich wünschte mir er würde hier bei mir bleiben und doch auch nicht. Als wir uns trennten war ich froh doch auch irgendwie traurig und allein.

Auf dem nach Hause weg erfasste mich die Welle in den Abgrund ganz kurz. Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich wünschte mir in diesem Moment, es wäre jemand bei mir, der mich in die Arme schließt und mir sagt, dass alles gut werden wird. Dabei  hatte ich nicht sein Bild vor Augen, sondern  ich wünschte mir, es möge jemand sein, der mich einfach nur bedingungslos liebt.

Ich denke mir, dass ich ihn loslassen, ihn ziehen lassen muss. Wenn er zu mir zurückkommt und den Schritt wieder auf mich zu macht, dann ist er für mich bestimmt. Ansonsten muss ich Abstand nehmen. Mein Herz wurde zu oft gebrochen. Es hat Narben und ist über die Jahre sehr verletzlich geworden.

Ich will mein Leben nicht wieder für jemanden einschränken. Ich will es genießen und auskosten. Ich darf es nicht an mir vorbeiziehen lassen, sonst werde ich diese eine Person, die für mich bestimmt ist, übersehen und ich möchte mein Glück nicht leichtfertig wegwerfen.

Ich muss gegen die bedrohliche Welle, die sich immer noch ohne Erbarmen vor mir aufbäumt weiter ankämpfen. Sie darf mich nicht in den Abgrund reißen und mit Selbstmitleid überfluten.

Er ist wahrscheinlich nur eine weitere Prüfung in meinem Leben, die ich auf dem Weg zum absoluten Glück bestehen muss. Und ich werde sie bestehen. Ich gebe nicht auf, ich bin eine Kämpfernatur. Ich mag schon manche Schlacht verloren haben, doch den Krieg werde ich gewinnen. Das Glück muss und wird auf meiner Seite sein. Es gibt immer einen Ausweg und ich werde ihn schon finden. Auch wenn es mich jetzt im Herzen sticht, wir die Wunde verheilen. Alles wird gut werden. Mir darf nur den Glauben an mein positives ICH nicht verlieren. Ich muss meine Zweifel über Bord werfen, dann kann ich nicht sinken.

Elektra

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