Ein Eintrag ins Tagebuch – Teil 10

Freitagabend.
Ich liege im Bett.
Müde.
Aber ich kann nicht schlafen.
Das Kreuz tut mir weh.
Ziemlich sogar.
Ich muss es mir verrissen haben.
Letzte Woche.
Bei der ungewohnten Gartenarbeit.
Ich kann es mir nicht anders erklären.
Aber woher auch sonst.
Es tut weh.
Ich kann kaum liegen.
Mich kaum bewegen.
Alles ist mit Schmerzen verbunden.
Ein Stoßseufzer.
Ich bin wirklich müde.
Aber bei den Schmerzen?
Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll…
Ich balle meine Fäuste.
Verdammt noch mal!
Das hatte ich von meiner selbstlosen Hilfe im Garten!
Alles geht schief…

Schlaftrunken reibe ich die Augen.
Jetzt muss ich doch eingeschlafen sein.
Und jetzt ist es schon hell geworden.
Fast 8:00 Uhr.
Da habe ich dann doch noch ein wenig geschlafen…
Und mein Kreuz scheint endlich besser zu werden.
Ich brauche keine Viertelstunde mehr.
Um mich aus dem Bett zu schwingen.
Sondern nur mehr ein paar Minuten…
Ich muss gähnen.
Und schalte das Handy wieder ein.
Seltsam.
Keine Nachricht.
Und gestern hat er sich auch nicht gemeldet.
Ich wische die leichte Betroffenheit weg.
Männer sind so.
In sich gespalten.
Unverständliche Wesen.
Wie von einem anderen Stern.
Wer weiß, was er sich gedacht hat dabei!

Der Kaffee schmeckt mir wieder.
Gestern tat er das überhaupt nicht.
Mir war dauernd schlecht.
Wegen der Schmerzmittel.
Die doch nicht wirklich geholfen haben…
Oder zumindest erst mit Verspätung.
Was werde ich heute tun?
Sieht nicht viel besser aus wie gestern.
Wird sicher wieder regnen heute.
Das Katzengeschwader liegt beim Kaminofen.
Fast einträchtig nebeneinander.
Synchron eingerollt.
Ein Bild für Götter.
Vorhin beim Futter haben sie noch gestritten.
Gefaucht und gekratzt.
Aber eines sind sie sich offenbar einig.
Hinaus möchten sie beide nicht…

Der Vormittag schlecht dahin.
Ich sehe fern.
Dazwischen surfe ich im Internet.
Ich spüre wieder die Müdigkeit.
Wie so oft die letzten Tage.
Da reißt mich das Handy aus der Gemächlichkeit.
Da schau her.
Da ist er ja wieder.
Wird’s ihm wieder Recht?
Ich melde mich.
Ja, hallo?
Er lacht.
Siehst du bitte einmal aus dem Fenster?
Draußen steht ein blauer Wagen.
Mir schwant etwas.
Ich laufe nach unten.
Reiße die Tür auf.
Und falle beinahe über ihn drüber.
Ihn!
Da steht er.
Wie der leibhaftige Sonnenschein!
Mit einer Orchidee in den Händen.
Purpurfarbene Blüten.
Auf langen Stielen!
Allmächtiger!
Ich bringe kein Wort heraus…

Vivienne

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