Ein Eintrag ins Tagebuch – Teil 14

Regen.
Nichts als Regen.
Ich mache den Vorhang zu.
Nein.
Langsam wird es auch mir zu viel.
Ich sehne mich nach Sonne.
Nach Freibad…
Sinnlos zu träumen.
Vielleicht wird es Ende der Woche besser.
Und das einmal länger als für ein paar Tage.
Bedächtig setze ich mich auf mein Bett.
Ich muss nachdenken.
Über unser Gespräch gestern.
Als er plötzlich vor der Haustür stand…
Wir sind dann fort gefahren.
Auf neutrales Gebiet.
Wie man so sagt.
In einem Linzer Lokal sind wir gesessen.
Wir kannten es beide nicht…

Ich weiß nicht, was du willst von mir.
Sein Satz stand vor mir wie ein offnes Messer.
Was will ich wirklich?
Jedenfalls nicht warten.
Ob es ihm reinpasst oder nicht.
Ganz oder gar nicht.
Keine halben Sachen.
Entweder eine Beziehung.
Oder Freundschaft.
Und kein Mischmasch mehr.
Ich war fast erschrocken.
Über meine eigenen Worte.
Darüber, dass ich so deutlich geworden war.
Aber vielleicht hilft uns nur Klarheit weiter.
Und nicht belangloses Reden.
Oder schwadronieren.
Vielleicht geht er jetzt.
Vielleicht sehe ich ihn nachher nicht wieder.
Weil es so unerhört war.
Was ich sagte.
Mir ging das immer wieder durch den Kopf.
Er hat mich angesehen.
Einige Minuten.
Ohne ein Wort zu sagen.
Dann hat er gelacht.
Leise.
Willst du das wirklich?
Bist du dir sicher?
Oder rennst du nicht vor dir selber davon?

Ich denke noch immer darüber nach.
Über diesen Satz.
Habe ich nicht selber Angst, mir wieder etwas anzufangen?
Mit jemandem?
Angst, zu lieben?
Hat er vielleicht Recht?
Lauf ich vor der Wahrheit davon?
Wenn ich in mich hineinhorche.
Des Alleinseins bin ich schon lange überdrüssig.
Trotz aller Erfahrungen.
Aber Angst habe ich natürlich.
Vor etwas Neuem.
Vor jemand Neuem.
Ob es nun um ihn ginge.
Oder um jemand anderen.
Ich kenne mich selbst.
Ich bin ein Gewohnheitstier.
Und ich bin befangen.
Vor dem ersten Schritt.
In eine neue Richtung.
Immer.
Aber wenn ich nicht mehr konnte.
Wenn mich das Bisherige niederdrückte.
Fast erstickte.
Wenn ich keine Alternative hatte.
Dann war es plötzlich leicht.
Ganz leicht.
Dann wuchs ich über mich hinaus.
So war es immer…

Ruf mich an.
Ruf mich an, wenn du dich entschieden hast.
Und glaub mir.
Ich bin flexibler als du denkst!
Er hat mich geküsst zum Abschied.
Sehr innig.
Und ich fühlte mich danach verwirrt.
So hat er mich noch nie geküsst…
Ich sitze noch immer auf dem Bett.
Grübelnd…
Dann gebe ich mir einen Ruck.
Lege mich schlafen.
Und drehe das Licht aus…

Vivienne

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