Ge(h)nuss

Als ich zu Ostern meine Großeltern besuchte, kamen wir (wie so oft) auf frühere Zeiten zu sprechen. Sie erzählten mir, dass sie in ihrer Jugend, so wie ich jetzt, immer gerne unterwegs waren. Beide waren sportlich und unternahmen viele Wanderungen.

Heute sind sie zusammengerechnet knappe 180 Jahre alt und schon froh wenn sie sich noch schmerzfrei ein paar Meter für die allernötigsten Wege bewegen können.

Gehen gehört zum Alltäglichsten und ist für die meisten Menschen selbstverständlich.

Aber genau wie Gesundheit allgemein, ist auch das Gehen nicht selbstverständlich.

Es scheint als würde man erst dann, wenn man alt und gebrechlich oder eingesperrt worden ist, das „Gehen können“ als Gnade empfinden und es auch würdigen.

Das will und werde ich nicht. Ich will das Gehen heute und in Zukunft mehr würdigen und werde das Auto zumindest für die kürzeren Strecken jetzt öfters mal stehen lassen.
„Alles würde besser gehen wenn man mehr ginge“!

so lautet ein weises Sprichwort von J.G. Seume bereits aus dem Jahre 1805.
(obwohl es da noch gar keine Autos gab)

Gerade nach dem üppigen Ostermahl musste ich an diesen Spruch und an meinen inneren Schweinehund denken, der allen Verlockungen nachrennt und mich daran hindert mich zu bewegen. Kurzentschlossen nahm ich meine Stöcke und ging hinaus in die Natur.

Schließlich haben wir jene in schönster Pracht direkt vor unserer Haustüre.

Wälder, Seen, sanfte Hügel, genauso wie Ebenen und hohe Berge.

Österreichs Landschaften sind abwechslungsreich, vielfältig und von Kontrasten geprägt.

Darum will ich meine schöne Heimat auch intensiv wahrnehmen, mit allen Sinnen erfahren, unterwegs sein und neue Wege suchen. Ich will tief durchatmen, Höhen erreichen, andere Perspektiven erleben und meinen Horizont erweitern.

Zudem haben wir heute endlich mal schönes Wetter und alles blüht – also worauf warten …

Nach langem endlosen Winter scheinen viele Menschen so zu denken und suchen, was immer kostbarer wird. Ruhe und Bewegung in der Natur.

Das große Schlagwort „Wellness“ und nicht mehr nur schonungslose Leistung scheint zunehmends an 1.Stelle zu rücken. „Gut so“ denk ich mir einerseits, denn wer Entschleunigung sucht, ist bestimmt auf dem richtigen Weg.

Beruhigung und Besinnung auf sich selbst, statt von Eile getrieben Kilometer zu fressen

… und schon hetzt keuchend, ein von Schweiß durchnässter Jogger an mir vorbei …

Naja „Ausnahmen bestätigen die Regel“.

Ich gehe lieber … langsam … ohne Eile, ohne Hast … dafür betrachte ich alles am Wegrand, Pflanzen, Bäume und auch die Schnecke, derer ich ausweiche, als sich unsere Wege kreuzten.

Die Sonne wärmt, der Wind bläst mir kühlend ins Gesicht und ich kann den Frühling riechen.

Ich spüre förmlich den aufkeimenden Ge(h)nuss und die Vorfreude auf all die erfrischenden Waldwege zu lichten Höhen, auf die zünftigen Brotzeiten am Gipfel und das gemütliche Seele baumeln lassen auf den Almwiesen.

Ich werde Körper und Geist von der wiedererblühten Natur inspirieren lassen,

aktiv sein und inne halten.

In diesem Sinn …

Gehniessen Sie künftig meine beschriebenen Wanderwege unter Wolfs Wanderungen

(C) Wolf

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