Die Friedens-Epidemie – Kurzgeschichten im Wiener Dialekt

Es wor aun an Tog, wo da Himme unwirklich blau wor. De Sunn hot brennt, unbarmherzig und grö gleicht. De Wiesn wor grean, gaunz giftgrean mit an Wurt ah greane. De Vegel riesngroß hässlich und schworz, richtige Todesboten, haum se aum Himme tummet und auf de Kadaver von de guatn Worte und Gedaunkn g,stiarzt. S´Wossa vom Fluß wor rot vom Bluat von de Friedens- Gedaunkn, de wos von de gaunz besn Wort Armeen daschlogn wurn san. Oba, ah anziga Friedens Gedaunke, hot se rettn kenna. Hot si vasteckt im Haus, des da immerwährenden Liebe g´hert hot. Noch aussn hi hot se de Besitzern von dem Haus ois gierige Puffmuttag gebn. In dem zwielichtigen Haus hot ma aungeblich unschuidige jungfräuliche Gedaunkn, Vagenußzwergln kenna und da Friedensgedaunke hot den Hausmasta gspüt. Durch an Seitneingaung is de gaunze Hout Volee der besn Worte und Gedaunken Prominenz in des noch aussn hin unscheinboren Haus gaunga, hot se in dem Etablissement gegenseitig de Tiaschnoin in de Haund gebn. Waunn De gwusst hättn, das sa se mit guatn Gedaunkn und Friedensgelüsten infizieren, oiso augsteckt haum, hättns des Weite g´suacht und des Haus mit da rotn Latern sperrn lossn.

Oba, es wor z´pät. Ah Epidemie is ausbrochn, auf amoi haum Olle, de wos in dem Puff vakehrt san, aunständige Gedaunkn g´hobt, worn freindlich, jo sogor friedlich. Do wor der Friedensgedaunke der übalebt hot, net gaunz unschuidig. Jetzt hot Er si ausse traut, weu, ER wor nimma allane. De aunständigen und friedens Gedaunkn, san imma mehr wurn. Do de besn Wort- Armeen, de wos net augsteckt worn, haum z´ruck gschlogn und jedn, oba wirklich jedn, der vadechtig friedlich und freindlich wor, eig´sperrt. Do de meistn Gefängniß Wärta, worn ah scho mit dem Virus in kontakt kumma, durch Haundgebn, vom söbn Glasl trinken und so weida. De jenigen Wärta haum g´schnopst und prefaranzt mit de Häftling um an Nosnraumme und ums Gwaund, haum de Zön net zuagsperrt und haum mitanaunda mit de Häftling Ausflüge zum Heirigen g´mocht.

De besn von de finstaren Gedaunkn Armeen, san ausgrutscht aun da vün Schleimerei de wos de Friedlichen Gedaunkn und Wort Kaskaden obsichtlich hinta sich herzogn haum, haum se des Gnack oder nur den Fuaß brochn.

Mit an Wort oda mehrere, es haum si de besn Worte und Gedaunkn net behauptn kenna. Und so is kumma, das fost Olle friedlich mitanaunda glebt haum. De poor besn Worte und Gedaunkn san ois schlechtes Beispü bliebn und san in Reservaten ghoitn wurn. So san de schlechtn, konservativn und DRITTN Gedaunkn im Zaum g´hoitn wurn. Auf amoi wor da Himme herrlich himmelblau und des zorte grean von de Wiesn durchsetzt mit buntn Bleamaln. Des Wossa vom Fluß wor wieda sche kloar und Fischaln san drin g´schwumma. De Vegaln haum lieblich g´sunga und ah sunnst wor Ollas leiwaund.

Und jetzta sads aufgwocht gö?

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