Gedanken zu einem literarischen Comeback – Ansichtssache

Anfang Juli des zu Ende gehenden Jahres hatte ich in einem Beitrag unter dem Titel „Die literarische Pause“ davon erzählt, dass ich mir eine Auszeit gönnen möchte. Ich hätte für mich selbst den Eindruck gewonnen vorerst „genug vermittelt“ zu haben, schrieb ich in dem Beitrag. Darüber hinaus erzählte ich aber auch, dass ich vor allem bei den Zeilen zur „Reflexion“ oftmals zu intensiv mitgelebt hätte. So gerne ich über die Hintergründe der vielfältigen menschlichen Charaktere nachdenke und ein klein wenig darüber philosophiere, so sehr musste ich mir eingestehen dass meine literarischen Ambitionen zur Belastung für meine Gedankenwelt geworden waren.

Ich stehe zu den damals getroffenen Aussagen auch heute noch, möchte mit diesem Beitrag aber dennoch den Versuch unternehmen um ein vorsichtiges Comeback einzuläuten. Der einzige Vorsatz, den ich dabei gefasst habe besteht darin, dass ich mich keinesfalls zu neuen Beiträgen zwingen werde sondern sie – wie bisher – einfach meiner Gedankenwelt entspringen sollen. Es wird sich zeigen, wie zahlreich oder auch nicht neue Beiträge von mir entstehen werden. Gerade die fallweise Verselbstständigung mancher Ideen ist aus meiner Sicht die besonders spannende Sache für den Hobbyautor.

Den heutigen Beitrag möchte ich aber auch sehr gerne dafür nutzen um euch Einblicke in die Hintergründe zu meinen persönlichen Ambitionen zu geben. Beim Schreiben sehe ich für mich oftmals die Möglichkeit um Gedankenspiele zu verfassen, die ich möglicherweise gar nicht in dieser Form artikulieren könnte. Dieser Umstand mag sich jetzt ein wenig verrückt anhören, trifft in meinem Fall aber durchaus zu. Die sprachliche Öffnung setzt für mich eine vertraute Umgebung voraus, wenn diese fehlt bin ich oftmals verschlossener als ich es gerne sein möchte. Durch das Schreiben sehe ich hier für mich eine zusätzliche Möglichkeit um meine Gedankenwelt zu verarbeiten und auch zu erklären.

Die Bohnenzeitung besteht schon seit über zwölf Jahren und darf dank ihrer Autoren auf eine sehr bunte und vielfältige Entwicklung zurückblicken. Selbst hatte ich mich anfangs ein wenig zaghaft der klassischen Kolumne gewidmet und meine Sichtweisen zu politischen und gesellschaftlichen Aspekten niedergeschrieben. Irgendwann verlor diese Rubrik für mich den notwendigen Reiz, sodass letztlich eine mehrjährige Pause bei meinen eigenen Beiträgen entstehen sollte.

Im Jahr 2009 fasste ich den spontanen Entschluss wieder als Hobbyautor aktiv zu werden. Dabei entwickelte sich in mir auch die Idee neue literarische Formate zu entdecken. Auch wenn mir das Schreiben durchaus immer Spaß gemacht hat ist die klassische Fiktion dennoch nicht so sehr meine Sache. Es ist aus heutiger Sicht für mich kaum vorstellbar, dass aus meiner Gedankenwelt jemals eine allzu bunte Geschichte entspringen wird. Dennoch wagte ich mich über die neue Rubrik der „Geschichten aus dem Cafe Steiner“, in denen Stammtischgeschichten erzählt werden sollten. Dieses Lokal existiert ebenso wenig real wie die in den Beiträgen vorgestellten Stammgäste. Dennoch sind die verfassten Erzählungen für mich keine wirkliche Fiktion, sondern lediglich der passende Rahmen um durchaus reale Erlebnisse verpacken und mit einer entsprechenden Aussage hinterlegen zu können.

Im Jahr 2011 entstand dann mit der Rubrik „Reflexion“ ein für mich gänzlich neues literarisches Format. Für die Entstehung möchte ich mich bei Silvia herzlich bedanken, die mich in zahlreichen Gesprächen dabei unterstützt hat. In dieser neu geschaffenen Rubrik hatte ich mir erstmals die Möglichkeit geschaffen um tiefere Einblicke in meine Gedankenwelt zu gewähren und diese zu thematisieren. Die für die nächsten Wochen geplanten neuen Beiträgen sollen voraussichtlich auch in erster Linie in dieser Rubrik entstehen.

Aber auch in den vergangenen Monaten hatte ich mich – trotz Absenz in der Bohnenzeitung – vom Schreiben nicht gänzlich abgewendet. So habe ich unter dem vorläufigen Titel „Selbstreflexion“ damit begonnen meine persönlichen Erlebnisse der vergangenen Jahre für mich selbst revue passieren zu lassen.
Es wird sich ganz bestimmt um keine Biographie handeln, sondern es geht vielmehr darum in einem nachträglich erstellten Tagebuch die Zeit seit dem Jahre 2008 zu beleuchten.

Anfang des Jahres 2008 war ich gerade 36 Jahre alt und wurde mit der Diagnose eines atypischen Meningeom konfrontiert. Es folgten zwei chirurgische Eingriffe sowie drei Gamma Knife Behandlungen. Die notwendigen Entscheidungen waren nicht immer ganz so einfach zu treffen. In den letzten Monaten hatte ich damit begonnen mir eine kleine Sammlung von Büchern zusammenzustellen, in denen Menschen mit einer vergleichbaren Diagnose ihre Erlebnisse und Gedanken niedergeschrieben haben. Auf der von mir ins Leben gerufenen Plattform meningeom.at findet sich unter dem Link „Bücher-Sammlung“ eine Zusammenstellung der einzelnen Bücher.

Die Autoren sind auf eine sehr vielfältige Weise an ihre Bücher herangegangen. Es geht mir aber nicht vorrangig darum in deren Fußstapfen zu treten, da ich für mich selbst noch nicht beantworten kann ob ich dazu bereit wäre ein solch persönliches Projekt auch zu veröffentlichen. Vorerst habe ich die Arbeit an der „Selbstreflexion“ aber auch wieder pausiert und möchte wieder der „Reflexion“ in der Bohnenzeitung widmen …

Pedro

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