Da fasst ein namenloses Sehnen des Jünglings Herz, er irrt allein… – Klassik

Der Dichter reimt dann gern von Tränen,
vom Schwelgen und von selig sein…
Vergisst auch nicht, just zu erwähnen
das Wort vom offnen Himmel gar;
das Hoffen fällt ihm auch noch ein…

So schön hat Schiller ja beschrieben
die erste Liebe im Gedicht
der Glocke. – Weil das erste Lieben,
wohl auch bei ihm so herrlich war? –
Wie schön! Doch er verschwieg auch nicht,

dass oft der Bursch trotz junger Liebe
hinaus muss in die fremde Welt
und ganz allein das Mädchen bliebe
– das kostet beiden sehr viel Kraft-
und dass dann nur die Treue zählt…

Wie nach der Hochzeiten Gekicher
der Alltag kommt und Sorgen dann
und Pflicht den Vorrang haben sicher
aus Vater- und aus Mutterschaft;
wenn Kinder kommen, irgendwann.

Beschreibt auch Vaters Mühe um die
gefüllten Speicher und das Haus…
und Mutters Hände rühren, denn sie
erzieht und tröstet, kocht und näht,
bekommt ganz selten nur Applaus…

Jedoch im Falle schlechter Karten
und Brand beim Glockengießer wird
das volle Unglück sie erwarten
und Löschversuche sind zu spät…
Drum hoff ich, dass sich Schiller irrt:

Nicht hoffnungslos der Mensch müsst weichen
der Götterstärke Willkür und
behält er Glück, könnt er erreichen,
dass seine Werk´ nicht untergeh‘n,
verschont sind von dem Feuerschlund…

Paul Uhl

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