Bar-Celona südländisches Flair und Wespenplage – Frankie Millers Gastrokritik

Samstag, später Nachmittag in einem Restaurant, Bar-Celona genannt was Erlebnis-Gastronomie versprechen soll, in westdeutscher Großstadt, so aber, da reines Francise-Prinzip, bald wohl beinahe überall zu finden!

Bar-Celona, anlasslose Einladung eines befreundeten Paares. Kellner, sehr auffällige Rasur oder eher Nichtrasur, sehr flott und vertraulich auftretend, nimmt Bestellung an. Wespen umschwirren sein und unsere Häupter. Die überall aufgehängten Wespenfallen sind sehr effektiv aber der Plage hilflos ausgeliefert, so wie auch wir alle hier. Beim Warten auf die Bestellung erwischt es mich. Leider auf den erschreckten Aufschrei der eingeladenen Freundin reagierend, sehe ich an mir herunter, was die an meinem Hals krabbelnde, den Schrei Auslösende als Angriff deutet und in Notwehr zurücksticht. In eine meiner reich vorhandenen Halsfalten! Tut nicht sehr weh, aber zwirbelt doch ein wenig!

Dann, erneuter Auftritt des sehr Adretten. Es ist angerichtet, wünsche wohl zu speisen!
Ernüchterung unsererseits! Das im Prospekt (so werden heute auch Aktien angepriesen, Freunde des Unerhofften) noch als „Großes Schnitzel Wiener Art“ Gepriesene, erweist sich bei näherer Betrachtung als sehr, sehr mikrig, von „Größe“ keine Spur!

Die dreifach vorhanden, auf drei Tellern zu bestaunenden Fleischspieße, jeweils beinahe 15 EURO wert, sind zwar reichlich bestückt, erweisen sich aber in der Konsistenz des verwendeten Fleisches, als mehr oder weniger geeignet für den Menschlichen Verzehr, weil einfach zu hart!

Auf die freundliche Nachfrage des Adretten, erstarrt dessen Mine bei unserer unisono Antwort zur Eisenmaske.

„Das Schnitzel ist wie es ist und wenn es Ihnen zu klein erscheint, dann, weil es heute besonders dick ist!“

Was wir alle aber auf keinen Fall bestätigen konnten! Es war einfach verd… mikrig!

„Und die Fleischspieße sind wie sie sind, bisher gabs noch keinen Grund zur Klage!“

Doch, mein Lieber, jetzt gerade eben!

Die versammelte Mannschafft, bislang noch recht Wohlwollender, beschließt, nicht weiter auf den wahrlich doch so Ahnungslosen einzudringen und erklärt das Thema für beendet, als eine weitere, sich als sehr liebenswürdig erweisend im Bar-Celona-Dress Erscheinende auftaucht und nach dem werten Befinden fragt.

In der Frage, worin sich ein Schnitzel in der Bar-Celona von einem als groß Angekündigten zu unterscheiden hätte, erweist sich die junge Dame als sehr kompetent, kommt sie selber doch aus Österreich dem Landstrich mit den wohl köstlichsten aller Riesenschnitzel Wienermachart!

„Ja, das was hier ein Schnitzel genannt wird, käme in Wien sofort in Abschiebehaft!“

Dem war von unserer Seite nicht mehr viel hinzuzufügen!

Aber, Resümee, diese Bar-Celona, nach Jahren sehr vollwerter Verpflegung, wohl auf Dauer nicht mehr so sehr in meinem Fokus stehend! Hier ergibt sich keinerlei Verbindung mehr, zwischen Anspruch (Finka, südländisches Flair versprühend) und Erfüllung (Kantinenfraß der späten Siebziger in zugiger Gesamtschule)!

Und nein, die Wespen trifft keine Schuld!

Chefschlumpf im August 2015

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