Der Tote – Tagaus, tagein…

Ich wache auf.
Wirrer Traum.
Bedrückend.
Schüttle mich.
Um mich zu lösen…
Ein Schluck Wasser.
Nachdenken…
Der Nachbar.
Der am Vorabend.
An der Tür läutete…
Fällt mir ein…
Sein Bericht.
Ein Toter.
In der Wohnung.
Mindestens drei Wochen!

Wahnsinn!
Mir war.
Nichts aufgefallen.
Selbst der starke Geruch.
Im Stiegenhaus.
Ich schob ihn.
Auf die Familie.
Mit den…
Exotischen Gerichten…
Keine Zeit.
Nachzudenken.
Darüber…
Unter der Woche.
Im Büro.
Oft bis in den Abend.
Am Wochenende.
Auch nicht viel.
Daheim…
Mit den Nachbarn.
Wenig Kontakt.
Nur die eine.
Die neben mir wohnt.
Die sehe ich öfter.
Wir sind beide Katzenmütter…

Schlimm.
Wann habe ihn.
Gesehen…
Den Verstorbenen?
Selten.
Kurz gegrüßt.
Wenn man sich traf.
Eine Begegnung.
Einen Moment.
Und wieder vorbei…
So ist das Leben.
In der Stadt.
Anonym.
Jeder lebt.
Für sich.
Und an sich.
Schätze ich das auch.
Meine Ruhe haben.
Abspannen können.
Nach der Arbeit.
Und meine Katzen!
Natürlich!
Zu mehr…
Fehlt auch oft die Zeit!
Ich schließe.
Die Augen.
Vor ziemlich genau.
Neun Jahren.
Auch ein Toter.
Bei uns im Haus.
Ich sah.
Wie sie den Sarg.
Hinaustrugen…
Kurz darauf.
Die Krebsdiagnose.
Bei meinem Vater.
Er starb bald danach…

Ein schlechtes Omen?
Wieder?
Ich weiß es nicht.
Sterben gehört.
Zum Leben.
Ohne den Tod.
Ist es eigentlich.
Nicht vorstellbar…
Und dennoch…
Ich spüre die Scheu.
In mir.
Ich weiß noch.
Als Petite starb.
Die Unvergleichliche.
In meinem Schlafzimmer.
Bei allem Schmerz.
Graute mir davor.
Sie anzufassen…
Sie einzubetten.
In eine Schachtel…
Ich schnaufe.
Die Katzen.
Kommen zu mir.
Legen sich.
Auf meine Füße…
Man lebt dahin.
Und merkt nicht.
Dass gleich daneben.
Ein Mensch gestorben ist.
Alleine…
Kalt…
Ist unsere Welt.
Geworden.
Gleichgültig.

Vivienne/Gedankensplitter

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