Innere Reise – Kurzgeschichten im Wiener Dialekt

Ich fliehe vor dem Leben
dass ich abarbeiten muss jetzt hier
ich geh auf vielen Pfaden, Wegen
kein einzig Gefühl ich spür

Geh immer im Kreise nur
komme stets zu dem selben Haus
frage nach dem Weg, man bleibt stur
lasst mich aus dem Kreis heraus

Der Abgrund vor dem ich stehe
wird der einzig wahre Ort
damit ich dem Kreis entfliehe
will allein sein, will nun fort

Weiß nicht was dort unten ist
bestimmt besser als im Kreise
ist`s dort unten auch so trist?
endlich aus die endlos Reise?

Noch bin ich gefesselt und gebunden
sollte doch weitermachen, im gleichen Trott
doch die letzten Zweifel sind verschwunden
muss entfliehen dem beißend Spott

Lass mich fallen in den tiefen Grund
mir wachsen Flügel. schwebe wie im Traum
spür keine Zeit, keinen Tag, keine Stund
lande nach ew`ger Zeit, in einem Raum

Er hat vier Türen, keine Spiegel
ich darf gehen wohin ich will
die Türen haben keine Riegel
kein störend Laut, es ist ruhig, still

Die erste Tür öffnet sich zur Musik
Sie erklingt, vibrierend, zärtlich, leise
ich spüre Leben, fern ab von Kritik
man spielt für MICH diese feine Weise

Die zweite Tür ist bestimmt für die Ruh
nehm sie auf mit meinen Sinnen
atme sie mit den Poren ein, mach die Augen zu
kann jetzt nicht verlieren, nur gewinnen

In der dritten Tür befindet sich die Sinnlichkeit
Sie gibt mir die Gefühle nun zurück
ich fühl mich frei für die Ewigkeit
es gibt für mich unendlich Glück

Die vierte Tür zeigt mir den richt`gen Pfad
ich geh nun nicht mehr im Kreise
auch gibt Sie mir den weisen Rat
sie ist zu Ende meine Reise

Friedrich

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