Nicht gewollt – Kurzgeschichten im Wiener Dialekt

Schmutz am Fensterglas
Niemand sieht mich leiden
Draußen alles liebt und lebt
Weil ich anders bin, Sie mich meiden

Schmutz am Fensterglas
Niemand soll mich sehen
Ich bin ein Seelenkrüppel
Weil ich anders bin, aus dem Weg Sie gehen

Schmutz am Fensterglas
Niemand kommt um mich zu lieben
Meinen Schmerz trag ich allein
Weil ich anders bin, bin ich allein geblieben

Schmutz am Fensterglas
Niemand will mich trösten
Zerbrochen ist mein Mut
Der Tod soll mich erlösen

Schmutz am Fensterglas
Niemand will mich begraben
Komm ins Armengrab
Gehe dorthin, wo niemand muss mehr leiden

Strahlend reines Fensterglas
Stern um Stern mir strahlen
Bin im Himmel, an allen Tagen
Hier gibt es kein Leid, keine Qualen.

Friedrich

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