Der Stiefvater – Gedankensplitter

Leonie legte auf.
Sie schüttelte den Kopf.
In einer ersten Reaktion.
Ihre Mutter.
Hatte sie angerufen.
Mit tränenerstickter Stimme.
Gerd wird sterben.
Hatte sie geflüstert.
Komm.
Gib dir einen Ruck.
Versöhn dich mit ihm:
Sei nicht so stur!

Bitte!
Es stimmte.
Mit ihrem Stiefvater.
Lag manches im Argen.
Ihre Mutter.
Hatte sie.
Aus einer früheren Beziehung.
In die Ehe mitgebracht!
Nur geduldet!
Nie geliebt!
Immer war ihr Bruder.
Der Stammhalter.
Ihr vorgezogen worden.
Für den plante der Vater.
Auch eine tolle Karriere.
Studium.
Arzt sollte er werden!
Und sie, Leonie.
Sollte nicht einmal.
Eine Lehre machen.
Kassiererin im Supermarkt!
Nach der Pflichtschule!

So war sie ausgezogen.
Mit 15 Jahren.
In eine WG.
Lehrberuf hatte sie sich.
Selbst einen besorgt.
Ein anderes Leben…
Ein besseres Leben…
Es fügte sich eins.
Zum anderen.
Ein guter Job.
Und der Mann.
Ihres Lebens.
Jetzt hatte sie.
Zwei Kinder.
Hatte einen tollen Posten.
In verantwortungsvoller Position.
Und einen liebevollen Mann.
Und trotzdem.
Der Hass.
Auf ihren Stiefvater.
Blieb eine konstante Marke.
Nie konnte sie völlig.
Zufrieden und glücklich sein.
Weil ein Stachel.
In ihr schwärte…
Die Mutter hatte sie.
Jahre nicht gesehen.
Zufällig hatten sie sich.
Einmal in der Stadt.
Getroffen.
Und die Mutter.
Hatte gar nicht.
Glauben können.
Dass sie zwei Enkel hatte…

Seither meldete sich.
Leonie regelmäßig.
Bei der Mutter.
Und heimlich.
Denn der Stiefvater.
Durfte nichts wissen.
Ihr Halbbruder.
Hatte die große Karriere.
Verpasst.
Nach abgebrochenem Studium.
Hatte ihn der Vater.
In einem Unternehmen untergebracht…
Kleiner Angestellter…
Leonie stand auf.
Und sah nach den Kindern.
Sie schliefen fest…
Natürlich hätte sie.
Schadenfroh sein können.
Dass ihr Bruder.
Gescheitert war.
Aber der tat ihr.
Nur Leid.
Eigentlich hatte der.
Künstler werden wollen…
Und nie Mediziner!
Ein verpfuschtes Leben.
Das ihr wohl auch.
Geblüht hätte.
Wenn sie damals nicht.
Wegegegangen wäre…
Der Stiefvater.
Ein Patriarch.
Ein harter Mann.
Ungerecht.
Dominant.
Und nun sterbenskrank.
War es nicht Zeit…
Einen Schlussstrich zu ziehen?
Leonie keuchte.
Etwas in ihr.
Sagte nein.
Ganz laut!

Nein!

Vivienne/Gedankensplitter

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