Sperrstunde – Geschichten aus dem Cafe Steiner

In den Abendstunden unternehme ich oftmals ausgedehnte Spaziergänge durch die Wiener Innenstadt. Ohne dass ich das schmale Gässchen nahe beim Karmelitermarkt bewusst anvisiert hätte kam ich unlängst bei meinem früheren Stammlokal vorbei. Über einige Jahre hinweg hatte ich nicht selten in dem kleinen Kaffeehaus vorbeigeschaut. Die Prioritäten ändern sich naturgemäß und auch die liebste Gewohnheit kann irgendwann ihr Ende finden. Immer seltener war ich im einstigen Stammlokal anzutreffen und wie mir das Schild in der Auslage nun verriet hatte das „Steiner“ mittlerweile seine Pforten schließen müssen …

Das kleine Kaffeehaus wurde von einer überschaubaren Anzahl an Stammgästen frequentiert, welche das Lokal insgeheim vielleicht auch als ihr erweitertes Wohnzimmer betrachteten. Da sich die Leute untereinander zumeist gut kannten fand oftmals ein reger Austausch über „Gott und die Welt“ statt. An einem Winterabend im Jahr 2011 inspirierte mich das bunte Geschehen in dem Lokal zu der Idee für eine Kolumne, die unter dem Namen „Geschichten aus dem Cafe Steiner“ auf bohnenzeitung.com und labut.at entstehen sollte. In mehr als 60 Beiträgen erzählte ich nun – zumeist mit einem Hauch von Fiktion untermalt – wie der Abend in einem „Wiener Beisl“ so aussehen kann.

Da mir die Privatsphäre der Menschen wichtig ist wurden sämtliche Namen und Abhandlungen verändert, sodass keine Rückschlüsse möglich sind. Meine Motivation bestand zumeist darin eine Kernaussage herausstreichen und kommentieren zu können. Nicht selten hatte ich zu den dargestellten Handlungen auch einen unmittelbaren persönlichen Bezug. In dem nunmehr letzten Beitrag der Kolumne möchte ich einen Blick auf einige schon länger zurückliegende „Geschichten aus dem Cafe Steiner“ werfen …

Du bist kein Wiener, oder?
An einem Abend wurde ich mit den Worten „Du bist kein Wiener, oder?“ angesprochen. In dem amüsanten Gespräch mit einem Gast erfuhr ich, dass meine Sprache aus dessen Sicht für einen Wiener zu untypisch sei.

Beim Geld hört sich die Freundschaft auf
Jürgen hatte einem Freund aus einer finanziellen Notlage geholfen und musste eine bittere Enttäuschung hinnehmen.

Der neue Nachbar
Kellner Martin lebt mit seiner Gattin seit vielen Jahren in einer Mietwohnung. Die Hausgemeinschaft war nun offenbar irritiert, da sie über den neuen Nachbarn so wenig wussten …

Der Nörgler
Beim Zusammentreffen mit Stammgast Ludwig war mir oftmals der Werbespruch einer großen österreichischen Versicherung eingefallen: „Ihre Sorgen möchten wir haben“ …

Lukas, Teil 1Lukas, Teil 2
Noch gerne erinnere ich mich an die interessanten Gespräche mit Lukas, bei denen sich zwischen uns oftmals eine Seelenverwandtschaft offenbarte.

Selbstvertrauen
„Eines kannst ihr halt nicht absprechen, ein ausgeprägtes Selbstvertrauen hat sie schon“, meinte Kellner Martin. Diese Sichtweise quittierte Jürgen recht knapp mit den Worten „Also wenn du mich fragst, hat das nichts mit Selbstvertrauen zutun. Das ist schlichtweg Dummheit.“

Der neue Job
Reinhard, dem vereinzelt ein Hang zur Tiefstapelei nachgesagt wurde, hatte nach 15 Jahren seinen Job verloren.

Das Trinkgeld
Als Josef ein wenig von seinen Urlaubstagen in Italien erzählte sollte dies im „Steiner“ zu einer kontroversen Debatte um das Trinkgeld in der Gastronomie führen.

Links und rechts
Auch tagespolitische Themen wurden im „Steiner“ oftmals hitzig diskutiert. In den Geschichten wollte ich jeweils die unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen herausstreichen.

Das G’sindel
Eine unnötige Aussage von Stammgast Helmut hatte mich zu einigen Zeilen inspiriert. In der Tat können mich derartige Wortmeldungen oftmals massiv stören.

Es war eine schöne Zeit …

Pedro

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