{"id":1007,"date":"2010-01-18T20:15:24","date_gmt":"2010-01-18T19:15:24","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=1007"},"modified":"2010-01-18T20:15:46","modified_gmt":"2010-01-18T19:15:46","slug":"aus-dem-alltag-einer-fast-perfekten-hausfrau-teil-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/aus-dem-alltag-einer-fast-perfekten-hausfrau-teil-5\/","title":{"rendered":"Aus dem Alltag einer fast perfekten Hausfrau, Teil 5"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es war an einem Sonntag, als es zu Mittag bei uns Putenroller gab, im eigenen Bratensaft. Nachdem wir ordentlich zugelangt hatten, packte ich die Reste samt dem guten Bratensaft in eine Porzellansch\u00fcssel und sch\u00fctzte das ganze mit Frischhaltefolie. Leider war der K\u00fchlschrank vom Einkauf am Vortag \u2013 f\u00fcr eine 5-k\u00f6pfige Familie &#8211; ziemlich voll. So stellte ich die Sch\u00fcssel nichtsahnend auf ein Sackerl mit Karotten. Das ganze schien mir sicher und stabil zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch oh je, falsch gedacht! Als ich am n\u00e4chsten Morgen den K\u00fchlschrank \u00f6ffnete, traf mich fast der Schlag! Jemand \u2013 wohl eins oder mehrere der Kinder \u2013 war wohl an den Karotten gewesen. Der Sack war aufgerissen, und die \u00fcbrigen Karotten lagen so w\u00fcst darin, dass meine Sch\u00fcssel mit dem Putenroller samt Saft gerade noch ganz schief darauf stand. Dadurch war jede Menge Bratensaft ausgelaufen und hatte sich im ganzen K\u00fchlschrank verteilt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Typisch, das musste wieder mir passieren! Mehr als eine halbe Stunde putzte ich dann in meinem K\u00fchlschrank herum, um das fettige Zeug auch von all den Lebensmitteln abzubekommen. W\u00e4hrend dieser Zeit \u00fcberlegte ich so herum, dass es ein ganz sch\u00f6ner Energieverbrauch w\u00e4re, wenn ich so die ganze Zeit am offenen und eingeschalteten K\u00fchlschrank hantiere. So beschloss ich, ihn auszuschalten, mit dem Hintergedanken, dass ich ja nicht vergessen d\u00fcrfte, ihn wieder einzuschalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach vollendeter Arbeit, bei der ich genug Zeit gehabt hatte, mich \u00fcber mich selbst zu \u00e4rgern, entsorgte ich das bl\u00f6de Essen, das das Ungl\u00fcck im K\u00fchlschrank verursacht hatte, und versuchte, die bl\u00f6de Sache zu vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wider Erwarten wurde ich fast 3 Tage sp\u00e4ter wieder daran erinnert. Denn als ich mir ein Butterbrot schmieren wollte, musste ich mich dar\u00fcber wundern, warum diese so ungew\u00f6hnlich weich war. Wahrscheinlich hatte ich mich schon ein paar mal dar\u00fcber gewundert, ohne den Gedanken weiterzuspinnen. Doch diesmal fiel der Groschen, und ich dachte an den Vorfall vom Sonntag. Sofort kontrollierte ich den K\u00fchlschrank \u2013 er war auf null eingestellt, einzig das Licht leuchtete, um Leute wie mich zu irritieren und Glauben zu machen, der K\u00fchlschrank w\u00e4re eingeschaltet und w\u00fcrde auch k\u00fchlen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Endeffekt musste ich alle offenen Nahrungsmittel, an denen fast Zimmertemperatur herrschte und diese nicht spurlos vor\u00fcber gegangen war, wegwerfen! Das hatte sich ja doppelt ausgezahlt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nicht genug. Dieser Tage war bei mir Gro\u00dfputz angesagt. Als ich in der K\u00fcche gerade schrubbte und nun zum K\u00fchlschrank \u00fcbergehen wollte, um diesen gr\u00fcndlich zu reinigen, musste ich unwillk\u00fcrlich an das Ungl\u00fcck denken, nach dem ich den halben K\u00fchlschrankinhalt entsorgen hatte m\u00fcssen. Ich beschloss, nun endlich diese Geschichte niederzuschreiben und der Bohnenzeitung zu \u00fcberlassen, gleich am n\u00e4chsten Tag w\u00fcrde ich mir die Zeit daf\u00fcr nehmen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder sann ich zuerst darauf, den K\u00fchlschrank nicht w\u00e4hrend des Putzens sinnlos k\u00fchlen zu lassen. Wieder schaltete ich das Thermostat auf null und bemerkte etwas ver\u00e4rgert, dass das Licht dabei nicht ausging, um mich im Falle, dass ich das Einschalten vergesse, sofort beim n\u00e4chsten \u00d6ffnen daran zu erinnern. Es war wohl vom Hersteller absichtlich so gedacht, um Licht beim Putzen zu geben. Ausstecken war mir nicht wirklich m\u00f6glich, da die Steckdose unzug\u00e4nglich hinter dem Ger\u00e4t verborgen lag und ich mir die M\u00fche nicht antun wollte, das Ger\u00e4t auch noch m\u00fchevoll wegzuschieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So beschloss ich ganz fest, diesmal nicht zu vergessen und im \u00fcbrigen am n\u00e4chsten Morgen endlich die Geschichte f\u00fcr die Bohnenzeitung zu schreiben. Doch die sp\u00e4te Stunde \u2013 es war nach 22 Uhr, als sich beim Gro\u00dfputz in der K\u00fcche ein Ende abzeichnete \u2013 hatte wohl doch schon an meinem Ged\u00e4chtnis genagt. Nach getaner Arbeit streckte ich ausgelaugt alle Viere von mir \u2013 anstatt den K\u00fchlschrank einzuschalten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch einen Trumpf hatte ich noch im \u00c4rmel, denn die Geschichte f\u00fcr die Bohnenzeitung zu schreiben, hatte ich nicht vergessen. Zu lange hatte ich es schon hinausgeschoben, weil bisher immer etwas anderes wichtiger oder dringender gewesen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prompt am n\u00e4chsten, diesem, Morgen, als ich mich mit meinem Fr\u00fchst\u00fcck \u2013 eine Tasse hei\u00dfer Tee und eine Banane, etwas ungew\u00f6hnlich vielleicht, aber f\u00fcr mich lecker \u2013 an den Tisch setzte, schaltete ich gleich, mich an mein Vorhaben erinnernd \u2013 den Computer ein und schrieb schon in Gedanken diese Zeilen nieder. Gleichzeitig musste ich an meine Putzarbeit vom Vortag denken, sprang auf, lief zum K\u00fchlschrank \u2013 und schaltete ihn ein!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich muss dringend zum Arzt, um abkl\u00e4ren zu lassen, ob ich Altzheimer habe&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ABER so lange ich f\u00fcr die Bohnenzeitung schreibe, kann mir Derartiges nicht mehr passieren&#8230;.<\/p>\n<p>\u00a9 Sarkastika<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war an einem Sonntag, als es zu Mittag bei uns Putenroller gab, im eigenen Bratensaft. 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