{"id":1453,"date":"2010-03-10T18:01:24","date_gmt":"2010-03-10T17:01:24","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=1453"},"modified":"2010-03-10T18:01:24","modified_gmt":"2010-03-10T17:01:24","slug":"du-gehorst-mir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/du-gehorst-mir\/","title":{"rendered":"Du geh\u00f6rst mir!"},"content":{"rendered":"<p>Laura zitterte am ganzen K\u00f6rper.<br \/>\nSie sperrte die Wohnungst\u00fcr auf.<br \/>\nBlickte \u00e4ngstlich um sich.<br \/>\nDann ging sie mit hastigen Schritten in die Wohnung.<br \/>\nDie T\u00fcr warf sie zu.<br \/>\nSie setzte sich auf die Couch.<br \/>\nHeftig atmend.<br \/>\nSie hatte rasende Kopfschmerzen.<br \/>\nKonnte kaum klar denken.<br \/>\nSie musste Heinz anrufen.<br \/>\nUnd es ihm sagen.<br \/>\nUnbedingt.<br \/>\nEin paar Tr\u00e4nen flossen \u00fcber ihre Wangen.<br \/>\nHeinz musste sie sch\u00fctzen.<br \/>\nDie Angst beherrschte sie wie eine Zwangsjacke.<br \/>\nSie griff in die Handtasche.<br \/>\nDas Handy l\u00e4utet fast endlos.<br \/>\nJa?<br \/>\nEndlich meldete sich Lauras Freund.<br \/>\nLaura brach in Tr\u00e4nen aus.<br \/>\nIch habe ihn gesehen.<br \/>\nIch habe Alex gesehen.<br \/>\nEr stand vor unserem Wohnblock.<br \/>\nUnd er hat mich beobachtet.<br \/>\nGrinsend.<br \/>\nIch halte es nicht mehr aus!<br \/>\nWas soll ich blo\u00df tun?<br \/>\nDie letzten Worte schrie sie fast.<\/p>\n<p>Heinz stand am Fenster.<br \/>\nVor einer Viertelstunde war Laura eingeschlafen.<br \/>\nNach zwei Aspirin.<br \/>\nUnd ein paar Z\u00e4rtlichkeiten von ihm\u2026<br \/>\nHeinz z\u00fcndete sich eine Zigarette an.<br \/>\nSeine Finger zitterten leicht.<br \/>\nSie waren so verliebt gewesen.<br \/>\nLaura und er.<br \/>\nUnd Laura war sehr gl\u00fccklich mit ihm gewesen.<br \/>\nAlex, ihr Ex, neigte zu Gewaltt\u00e4tigkeiten.<br \/>\nEr hatte Laura \u00f6fter geschlagen.<br \/>\nAngetrunken.<br \/>\nUnd sehr brutal.<br \/>\nDiese Zeit schien nun beendet.<br \/>\nEndg\u00fcltig.<br \/>\nAber Alex wollte sich nicht abfinden.<br \/>\nEr betrachtete Laura als sein Eigentum.<br \/>\nDas hatte er immer wieder gesagt.<br \/>\nDie Frau, die ihm geh\u00f6rte\u2026<br \/>\nMysteri\u00f6se Anrufe.<br \/>\nMitten in der Nacht.<br \/>\nNiemand meldete sich darauf.<br \/>\nUnd schlie\u00dflich hatte ihm Laura erz\u00e4hlt.<br \/>\nIch habe Alex heute gesehen.<br \/>\nVor meiner Firma.<br \/>\nIch habe solche Angst.<\/p>\n<p>Es war nicht dabei geblieben.<br \/>\nAuch er selber hatte diesen Alex schon beobachtet.<br \/>\nVor dem Wohnblock.<br \/>\nOder in der N\u00e4he des Supermarktes.<br \/>\nAlex wusste genau.<br \/>\nWann Laura aus der Arbeit kam.<br \/>\nUnd wann sie einkaufen ging.<br \/>\nSchlie\u00dflich hatte er fast ein Jahr mit ihr gelebt\u2026<br \/>\nSie waren auf der Polizei gewesen.<br \/>\nEr und Laura gemeinsam.<br \/>\nEin Beamter hatte ihnen zugeh\u00f6rt.<br \/>\nAufmerksam.<br \/>\nAber auch ein wenig distanziert.<br \/>\nIch verstehe was Sie meinen.<br \/>\nSehr gut sogar.<br \/>\nAber wir haben da ein rechtliches Problem.<br \/>\nGegen ihn vorgehen ist schwierig.<br \/>\nEr m\u00fcsste Sie bedrohen.<br \/>\nEinen von Ihnen beiden.<br \/>\nOder Sie \u00fcberfallen.<br \/>\nBeschimpfen.<br \/>\nAm besten vor Zeugen.<br \/>\nDer Polizist hatte die H\u00e4nde ge\u00f6ffnet.<br \/>\nMan kann diesem Kerl nichts verbieten.<br \/>\nNicht vor Ihrer Firma zu warten.<br \/>\nUnd nicht in Ihrem Wohnviertel einzukaufen.<br \/>\nUns sind die H\u00e4nde gebunden\u2026<\/p>\n<p>Laura hatte jedes Mal geweint wie ein Kind.<br \/>\nSie war innerlich aufgew\u00fchlt.<br \/>\nEin Aufschrei.<br \/>\nWas ist das f\u00fcr eine Justiz?<br \/>\nWarum kann  man Alex nicht einsperren?<br \/>\nOder ihm klarmachen.<br \/>\nDass er mich in Ruhe l\u00e4sst?<br \/>\nUns?<br \/>\nIch werde noch verr\u00fcckt!<br \/>\nHeinz d\u00e4mpfte die Zigarette aus.<br \/>\nEr und Laura.<br \/>\nSie f\u00fchrten im Grunde schon lange keine Beziehung mehr.<br \/>\nKeine normale zumindest.<br \/>\nWie sollte das weitergehen?<br \/>\nLaura war nervlich fertig.<br \/>\nSie lachte nicht mehr.<br \/>\nUnd verkroch sich in der gemeinsamen Wohnung.<br \/>\nEin Schatten ihrer selbst.<br \/>\nEwig hatten sie nicht miteinander geschlafen.<br \/>\nWie sollte das weitergehen?<br \/>\nMit ihnen beiden?<br \/>\nAlex w\u00fcrde sein Ziel erreichen.<br \/>\nUnd sie beide auseinander bringen\u2026<br \/>\nUnd er, Heinz, konnte das nicht verhindern.<\/p>\n<p>Alex stand vor dem Spiegel.<br \/>\nEr hatte Gel in sein Haar geknetet.<br \/>\nDass es gl\u00e4nzte.<br \/>\nAlex summte ein Lied.<br \/>\nEin Freund w\u00fcrde ihn gleich abholen.<br \/>\nUnd dann  w\u00fcrden sie die Nacht zum Tag machen<br \/>\nAlex lachte laut.<br \/>\nUnd in Vorfreude.<br \/>\nBald w\u00fcrde er wieder mit Laura fortgehen.<br \/>\nMit seiner Traumfrau\u2026<br \/>\nEr sp\u00fcrte das!<br \/>\nAlex ballte die Faust.<br \/>\nDaran w\u00fcrde auch die Polizei nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen.<br \/>\nDie waren neulich bei ihm gewesen.<br \/>\nLaura und ihr komischer Kerl hatten ihn angezeigt.<br \/>\nTats\u00e4chlich!<br \/>\nIhn!<br \/>\nAber es hatte ihnen nichts gebracht.<br \/>\nNicht das Geringste.<br \/>\nEr hatte den beiden Polizisten ins Gesicht gelacht.<br \/>\nDie ganze Zeit.<br \/>\nNein.<br \/>\nEr hatte kein strafbares Delikt begangen.<br \/>\nEr wusste genau.<br \/>\nWie weit er gehen durfte.<br \/>\nGanz genau.<br \/>\nUnd seine Laura.<br \/>\nDie brauchte nur noch ein wenig Zeit.<br \/>\nUm wieder zu ihm zur\u00fcck zu kommen.<br \/>\nUnd das w\u00fcrde sie\u2026!<br \/>\nEr betrachtete sich im Spiegel.<br \/>\nSelbstverliebt.<br \/>\nEr war ein toller Kerl.<br \/>\nKeine Frage.<br \/>\nDas w\u00fcrde auch Laura noch begreifen.<br \/>\nDenn die geh\u00f6rte ihm!<br \/>\nIhm ganz allein!<\/p>\n<p>Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laura zitterte am ganzen K&ouml;rper. 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