{"id":1642,"date":"2010-03-10T19:32:57","date_gmt":"2010-03-10T18:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=1642"},"modified":"2010-03-10T19:32:57","modified_gmt":"2010-03-10T18:32:57","slug":"hallo-frau-g","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/hallo-frau-g\/","title":{"rendered":"Hallo, Frau G.!"},"content":{"rendered":"<p>\u201eSehr geehrte\u201c w\u00e4re wohl  etwas sinnentleert.<br \/>\nDas unterschreibe ich auch heute noch.<br \/>\nOhne mit der Wimper zu zucken.<br \/>\nWenn ich an Sie denke.<br \/>\nF\u00e4llt mir immer ein Witz ein.<br \/>\nVon einem jungen, engagierten Pfadfinder.<br \/>\nDer eine \u00e4ltere Frau \u00fcber den Zebrastreifen f\u00fchrt.<br \/>\nObwohl sie lauthals schreit und sich wehrt.<br \/>\nSie kam n\u00e4mlich gerade von der Gegenseite\u2026<br \/>\nSie sind wie dieser Pfadfinder.<br \/>\nSie sehen nicht, was wirklich los ist.<br \/>\nSie sehen nur das, was Sie sehen wollen.<br \/>\nUnd so war es auch bei mir.<br \/>\n\u00dcble Nachrede.<br \/>\nSo nennt man das, was jene Frau \u00fcber mich erz\u00e4hlte.<br \/>\nVerleumdung.<br \/>\nDas ist ein guter Vergleich.<br \/>\nUnd Sie sind ihr auf dem Leim gegangen.<br \/>\nIhr und ihrer Redekunst.<br \/>\nIn v\u00f6lliger Verkennung der Realit\u00e4t.<br \/>\nFast ist es komisch.<br \/>\nWas Sie alles inszeniert haben.<br \/>\nF\u00fcr mich.<br \/>\nUm mich zu retten!<br \/>\nVermeintlich.<br \/>\nIch hatte Ihre Hilfe nicht n\u00f6tig.<br \/>\nNicht eine Sekunde.<br \/>\nAber das wollten Sie nicht wahrhaben.<br \/>\nObwohl Sie nie Beweise hatten f\u00fcr das Erz\u00e4hlte.<br \/>\nWie denn?<br \/>\nEs gab nichts, das ich mir vorzuwerfen hatte\u2026<br \/>\nAuch im Nachhinein.<br \/>\nIch war nur naiv.<br \/>\nNaiv genug, um an das Gute zu glauben.<br \/>\nUnd an Gerechtigkeit.<br \/>\nSie haben mich vom Gegenteil \u00fcberzeugt.<br \/>\nMit Ihren Aktionen.<br \/>\nDie heute grotesk anmuten.<br \/>\nVor allem aber bizarr.<br \/>\nWie von jenem Pfadfinder\u2026<br \/>\nSie sind viel zu weit gegangen in Ihrem Tun.<br \/>\nMit Tunnelblick verloren Sie das Wesentliche aus den Augen.<br \/>\nVerrannt in eine Wahnvorstellung.<br \/>\nDie Ihnen jene Frau ins Gehirn gepflanzt hatte.<br \/>\nStellten Sie alles M\u00f6gliche an.<br \/>\nIch kann nur den Kopf sch\u00fctteln.<br \/>\nWenn ich mir das jetzt Vergegenw\u00e4rtige.<br \/>\nSie hatten ein v\u00f6llig neues Leben f\u00fcr mich geplant.<br \/>\nSogar mit einem Mann an der Seite.<br \/>\nSo viel Aufwand.<br \/>\nNur f\u00fcr mich!<br \/>\nUnd ganz besonders f\u00fcr Ihre Selbstbeweihr\u00e4ucherung!<\/p>\n<p>Manchmal habe ich mich  gefragt.<br \/>\nWie es wohl war.<br \/>\nAls Sie die Wahrheit endlich begriffen haben.<br \/>\nUnd Sie erkannten, dass Sie get\u00e4uscht worden sind.<br \/>\nAls Ihre hehre Vision von meinem neuen Leben starb.<br \/>\nWie eine Seifenblase, die platzt.<br \/>\nHaben Sie sich schuldig gef\u00fchlt?<br \/>\nMeinetwegen?<br \/>\nF\u00fcr das, was Sie mir angetan hatten?<br \/>\nF\u00fcr Ihre \u00dcbergriffe?<br \/>\nDie unentschuldbar sind?<br \/>\nIch denke nicht.<br \/>\nGanz im Gegenteil.<br \/>\nSie dachten nur an sich.<br \/>\nDass nichts von dieser unr\u00fchmlichen Geschichte bekannt werden sollte.<br \/>\nAbf\u00e4rben durfte.<br \/>\nAuf Ihren ach so guten Ruf.<br \/>\nUnd Sie setzten auf Zeit.<br \/>\nDass ich vergessen w\u00fcrde.<br \/>\nUnd dass ich hinnehmen m\u00fcsste.<br \/>\nWas passiert w\u00e4re.<br \/>\nWeil Sie doch zu einflussreich waren.<br \/>\nUnantastbar\u2026<\/p>\n<p>Sie werden es noch weit  bringen.<br \/>\nIn Ihrem Opportunismus.<br \/>\nIn Ihrer Speichelleckerei.<br \/>\nAber Sie werden nie ein Mensch sein.<br \/>\nDem man mit Achtung begegnen darf.<br \/>\nOder mit Respekt.<br \/>\nSie sind kein feiner Mensch.<br \/>\nSie sind Fassade.<br \/>\nSonst nichts.<br \/>\nIch habe Sie gehasst.<br \/>\nLange Jahre.<br \/>\nAber ich habe Kraft gefunden.<br \/>\nIn meiner Arbeit.<br \/>\nIm Schreiben.<br \/>\nIn neuen Menschen.<br \/>\nUnd in meiner Familie.<br \/>\nMeiner Familie.<br \/>\nDie Sie so verteufelt haben.<\/p>\n<p>Ich bin heute was ich bin.<br \/>\nOhne Ihre Hilfe.<br \/>\nIch habe geschafft, was ich geschafft habe.<br \/>\nOhne auf Sie angewiesen gewesen zu sein.<br \/>\nOder besser gesagt.<br \/>\nTrotz all Ihrer Bem\u00fchungen\u2026<br \/>\nUm wieder zu jenem Pfadfinder zur\u00fcckzukommen.<br \/>\nIch habe Sie gehasst.<br \/>\nHeute verachte ich Sie.<br \/>\nUnd das, was Sie verk\u00f6rpern.<br \/>\nDas ist vor allem Selbstgerechtigkeit.<br \/>\nUnd Doppelmoral.<br \/>\nIch habe Sie aus tiefstem Herzen gehasst.<br \/>\nAber ich bin nicht zerbrochen.<br \/>\nSondern daran gewachsen.<br \/>\nSt\u00e4rker geworden.<br \/>\nAber merken Sie sich.<br \/>\nVergessen werde ich nie!<\/p>\n<p>Vivienne<\/p>\n<p>F\u00fcr Fr. C.-A. G.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Sehr geehrte&ldquo; w&auml;re wohl etwas sinnentleert. Das unterschreibe ich auch heute noch. Ohne mit der Wimper zu zucken. 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