{"id":17446,"date":"2005-01-09T20:41:16","date_gmt":"2005-01-09T19:41:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/?p=17446"},"modified":"2016-01-17T09:59:58","modified_gmt":"2016-01-17T08:59:58","slug":"sparbuch-ansichtssache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/sparbuch-ansichtssache\/","title":{"rendered":"Sparbuch &#8211; Ansichtssache"},"content":{"rendered":"<p>Die staatliche Bausparpr\u00e4mie soll mit Anfang des n\u00e4chsten Jahres von 3,5 auf 3,0 Prozent gesenkt werden. Damit wird das niedrigste nach den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen m\u00f6gliche Niveau der Pr\u00e4mie erreicht. Durch diese vom Finanzministerium geplante Ma\u00dfnahme werden auch die Bausparer das auf ein Rekordtief gesunkene Zinsniveau deutlich zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Die Beliebtheit von Sparb\u00fcchern und Bausparern\u00a0 wird durch diese geplante Zinssenkung wohl dennoch keine deutlichen Einbussen hinnehmen m\u00fcssen. Die \u00d6sterreicher sind und bleiben Sparbuch-Fans. 23,7 Millionen Sparb\u00fccher bestehen in \u00d6sterreich, das Pro-Kopf-Guthaben betrug per Ende 2004 mit 16.680 Euro einen neuerlichen H\u00f6chstwert. Ein Achtel der Sparguthaben entf\u00e4llt auf Bausparvertr\u00e4ge, die noch immer zu einer der beliebtesten Sparformen z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>T\u00e4glich f\u00e4lliges Geld wird in der Regel um die 1% verzinst, mehrj\u00e4hrige Veranlagungen k\u00f6nnen bei guten Verhandlungsgeschick derzeit bis zu 3% Habenverzinsung bringen. Von diesem Zinsertrag werden nat\u00fcrlich 25% Kapitalertragssteuer einbehalten und an den Finanzminister abgef\u00fchrt, was die Effektiverzinsung empfindlich schm\u00e4lert. Und bei einer Inflationsrate von zuletzt deutlich \u00fcber 2 Prozent gleicht es schon fast einem Kunstst\u00fcck, wenn man mit dem Sparbuch zumindest die Geldentwertung ausgleichen m\u00f6chte. Wer dennoch meint, jeder Cent, der im J\u00e4nner von der Bank am Sparbuch gutgeschrieben wird, sei sein Gewinn, ignoriert einfach str\u00e4flicherweise die Inflation. W\u00fcrde er diese von der Zinsgutschrift abziehen, bliebe zumeist ein Minus \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte aber heute bestimmt kein Pl\u00e4doyer gegen das Sparbuch halten, schon gar nicht etwa in die Richtung, man solle das Geld lieber unter dem Kopfpolster horten. F\u00fcr den Notfallsgroschen, den sich viele gern zur Seite legen, ist das Sparbuch sicher gut geeignet. Nein, angespornt, mir Gedanken \u00fcber das Sparbuch zu machen, wurde ich vielmehr durch Vivienne\u2019s letzten Beitrag \u201eAlles, nur keine Aktien!\u201c, zu dem ich heute meine Sichtweise der Dinge vermitteln m\u00f6chte.<\/p>\n<p>In dem Artikel werden F\u00e4lle angesprochen, wo Menschen durch Aktienspekulation teilweise gr\u00f6\u00dfere Summen verloren haben. Dies l\u00e4sst sich keinesfalls leugnen! Ich war selbst rund um das Jahr 2000 den Lockrufen der Technologieb\u00f6rse NASDAQ erlegen und hatte kleinere Betr\u00e4ge in Aktien von Internetfirmen, PC- und Handyherstellern investiert. Die bis Mitte 2000 entstandene Spekulationsblase ist heute bereits legend\u00e4r. Die \u201eNew Economy\u201c Werte waren gegen\u00fcber der sogenannten \u201eOld Economy\u201c fahrl\u00e4ssig \u00fcberbewertet, ein Internetanbieter wie etwa Yahoo h\u00e4tte schon bald eine h\u00f6here Marktkapitalisierung als General Motors gehabt. Die Spekulationsblase ist bekannter weise geplatzt, die Kurse sanken teilweise um bis zu 90% und mehr auf eine n\u00fcchterne und gleicherma\u00dfen realistische Bewertungsbasis. In diese Zeit reihen sich auch heimische Abenteuer wie Cybertron oder Libro. Selbst bin ich mit einem blauen Auge ausgestiegen und wollte unmittelbar darauf auch nicht mehr viel von Aktien wissen.<\/p>\n<p>Doch ich habe auch meine Lehren aus dieser kurzen Zeit also Kleinanleger gezogen. Veranlagung in Wertpapieren ist nicht gleich Spekulation, das muss schon mal differenziert und gesagt werden. Vivienne meint in ihrem Beitrag, ihr w\u00e4ren die \u201efiktiven Gewinne unheimlich\u201c. Nat\u00fcrlich kann ein Kursgewinn am Depot erst durch den Verkauf des Wertpapiers real lukriert werden. Aber das Argument, dass Wertpapiere doch etwas l\u00e4ngerfristig zu sehen sind, l\u00e4sst sich auch nicht ganz aus der Welt schaffen. Ebenso wie auch Kursverluste erst durch einen Verkauf zu echten Verlusten werden. Die einj\u00e4hrige Behaltefrist bei Wertpapieren sollte man aber schon alleine aus steuerrechtlichen Gr\u00fcnden einhalten. Schlie\u00dflich sind Kursgewinne daf\u00fcr nach dieser Behaltefrist auch steuerfrei. Auch ein Bausparvertrag ist an eine mehrj\u00e4hrige Veranlagung gebunden.<\/p>\n<p>Was ich sagen will ist, dass es nat\u00fcrlich in erster Linie darauf ankommt auf welche Wertpapierform ich mich wagen m\u00f6chte. Es m\u00fcssen und sollten vielleicht keine hoch spekulativen Technologiewerte sein, aber eine konservative Veranlagung in \u201eBlue Chips\u201c \u2013 in der Regel die Spitze der Weltkonzerne \u2013 bietet bei \u00fcberschaubaren Risiko auch noch ganz nette Renditen an, die zwar m\u00f6glicherweise weit entfernt von den Spekulationsertr\u00e4gen in Risikoaktien sind, aber deren Ertr\u00e4ge dennoch deutlich \u00fcber dem Zinsniveau liegen k\u00f6nnen. Auch Investitionen in Immobiliengesellschaften bieten in der Regel ein konservatives Investment mit guten Ertragschancen.<\/p>\n<p>Auch sollte man bei einer Veranlagung neben den Aktien auch den Anleihen-Markt nicht au\u00dfer Acht lassen. Anleihen werden von Staaten wie auch Unternehmen begeben und k\u00f6nnen in der Regel, \u00e4hnlich wie Aktien, gehandelt werden. Wer sich hingegen mit der B\u00f6rsenwelt sowenig wie m\u00f6glich auseinander setzen m\u00f6chte k\u00f6nnte mit Fonds eine interessante M\u00f6glichkeit gefunden haben. Fonds gibt es in vielen Varianten. Von spekulativ \u2013 also mit hohen Risiko und hohen Ertragschancen bis hin zu konservativ \u2013 mit geringen Risiko und niedrigeren Ertragschancen. Auch sind gemischte Fonds am Markt erh\u00e4ltlich die eben teilweise in spekulative, teilweise in konservative sowie teilweise in Aktien und teilweise in Anleihen investieren. Einige Fonds existieren sogar mit Kapitalgarantie, wo ein allf\u00e4lliger Verlust durch den Fondsbetreiber ersetzt werden w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich sind diese Fonds aber eher als konsverativ zu betrachten.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend sei zu sagen, dass sich das Thema Aktien und Anleihen nicht von einem gewissen Risiko entkoppeln l\u00e4sst. Die Sicherheit eines Sparbuches kann die Wertpapierveranlagung einfach nicht bieten, doch sollte man \u2013 so denke ich \u2013 die Veranlagung in Wertpapieren dennoch nicht generell verteufeln, sondern sie auch als Chance sehen. N\u00e4here Informationen zu diesem Themenkomplex bietet die jeweilige Hausbank gerne an. Der guten Ordnung halber muss ich festhalten, dass dieser Artikel ausschlie\u00dflich meine pers\u00f6nliche Meinung und meine pers\u00f6nlichen Erlebnisse wiedergibt. Es handelt sich keinesfalls um eine Empfehlung Wertpapiere zu kaufen, zu verkaufen oder nicht zu kaufen.<\/p>\n<p>Pedro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die staatliche Bausparpr&auml;mie soll mit Anfang des n&auml;chsten Jahres von 3,5 auf 3,0 Prozent gesenkt werden. 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