{"id":18142,"date":"2002-01-17T13:40:35","date_gmt":"2002-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2002\/01\/neue-bohnen-zeitung-101\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:15","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:15","slug":"neue-bohnen-zeitung-101","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-101\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>               KRITISCH BETRACHTET<br \/>von <a href=\"mailto:silvia_pree@hotmail.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0               &#8211;\u00a0                Juni 2002<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Haben wir wirklich                keine anderen Sorgen&#8230;?(!)?<br \/>               Gedanken zur Fu\u00dfball WM &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>               Fu\u00dfballweltmeisterschaft 2002. Man kann sich noch so viel M\u00fche                geben, man kommt trotzdem nicht daran vorbei. In den Zeitungen                seitenlange Sonderberichte, im Fernsehen bringt jeder Kanal                Ausschnitte. Laut Elektrohandel boomen Mini-TV-Ger\u00e4te, die man in                der Firma einschalten kann, wenn der Chef nicht da ist, und die                schnell unter einem Ordner oder in einer Lade verstaut sind, wenn                jemand kommt. Selbst die lieben Kolleginnen kennen nur mehr ein                Thema \u0096 von wegen Frauen und Fu\u00dfball: wer das behauptet, hat keine                Ahnung von der Realit\u00e4t. Und wen der Kampf 22 M\u00e4nner gegen einen                Ball nicht wirklich interessiert, so wie mich, der oder die muss                gute Miene zum b\u00f6sen Spiel machen. K\u00f6nig Fu\u00dfball regiert wieder                die Welt. Da rangieren schwere weltpolitische Probleme unter                ferner liefen&#8230;<\/p>\n<p>               Kein Mensch                interessiert sich im Moment, wie der beinharte Krieg zwischen                Pal\u00e4stinensern und Israelis weitergeht. Selbst innenpolitische                \u0084Bomben\u0093 wie die neuen Abfangj\u00e4ger oder eine m\u00f6gliche Steuerreform                besch\u00e4ftigen die Leute nicht halb so viel wie das runde Leder.                Dass wir \u00d6sterreicher durch das 0:5 Debakel in der T\u00fcrkei im                letzten Herbst \u0096 wer erinnert sich noch? &#8211; bei dieser Fu\u00dfball WM                nicht einmal selber vertreten sind, schm\u00e4lert das Interesse in                keinster Weise \u0096 und so mancher hat diese Tatsache noch gar nicht                so richtig registriert. Kurz vor Beginn der WM stellte Life Radio                einigen Passanten auf der Stra\u00dfe die Frage, was sie sich denn f\u00fcr                ein Abschneiden der \u00f6sterreichischen Kicker bei der WM erwarten                w\u00fcrden. Erstaunlich die Anworten: \u0084Die rei\u00dfen eh nichts..!\u0093. \u0084Was                soll unterm Krankl schon besser werden&#8230;\u0093 Am\u00fcsant, kein Zweifel.                Aber es lebe der Fu\u00dfball!<\/p>\n<p>               Diese Begeisterung                f\u00fcr Sport mag Skeptiker und Fu\u00dfballgegner auf die Barrikaden                treiben, aber ist sie wirklich ein Armutszeugnis f\u00fcr die Menschen?                Ich wage das in Frage zu stellen, da das Leben ohnedies voll ist                mit Negativschlagzeilen zur Hauptabendzeit im Fernsehen. Auch die                Arbeit stellt genug Anforderungen an uns, Stress und \u00c4rger sind an                der Tagesordnung. Hand auf\u0092s Herz: wer sollte es der Masse                verbieten, mit Sportergebnissen und Fu\u00dfball\u00fcbertragungen etwas                Farbe und Abwechslung in den Alltag zu holen? Ich denke, dass auch                die meisten Chefs ein Auge zudr\u00fccken, wenn ein Mitarbeiter im                Internet nach einem Halbzeitstand forscht. Gl\u00fccklich der, der es                schafft, der oft monotonen Routine eines Arbeitstages f\u00fcr kurze                Zeit zu entfliehen, weil er eine Halbzeit mitverfolgen kann.<\/p>\n<p>               Ich bin selber                nicht unbedingt ein Sportfan, aber ich bin \u00fcberzeugt, dass das                Leben nicht nur aus der t\u00e4glichen Pflichterf\u00fcllung in der Arbeit                (bzw. dem Haushalt!) und der ZIB am Abend bestehen kann. \u00dcberdies                geht jede WM einmal vorbei, und dann ist es ohnedies nicht mehr so                leicht sich der Innen- und Weltpolitik zu verschlie\u00dfen. Auch das                vielzitierte Klischee von der vernachl\u00e4ssigten Hausfrau, die bei                solchen Spielen links liegen gelassen wird und im besten Fall dem                Herrn der Sch\u00f6pfung die Biere kaltstellen darf, stimmt, wie ich                oben schon anklingen lie\u00df, l\u00e4ngst nicht mehr. Mehr und mehr Frauen                interessieren sich selber f\u00fcr Fu\u00dfball, und\u00a0 &#8211; h\u00f6rt, h\u00f6rt! \u0096 sie                wissen mittlerweile ganz genau, was Abseits bedeutet.<\/p>\n<p>               Im Grunde ist es                doch alles andere als einfach, sich angesichts schwerer                weltpolitischen Themen, wie etwa auch der aktuellen Krise zwischen                Indien und Pakistan, \u00fcberhaupt noch auf anderes, nicht so                \u0084Wichtiges\u0093 konzentrieren zu k\u00f6nnen, abschalten zu k\u00f6nnen. Ich                wei\u00df noch, wie mich der Terroranschlag auf das World Trade Center                \u00fcber Wochen besch\u00e4ftigte und in Atem hielt. Ich bewundere da                Menschen, die es schaffen, solche weltbewegende Angelegenheiten                auch einmal l\u00e4ngere Zeit beiseite schieben zu k\u00f6nnen. Wie immer                man jetzt zu sportlichen Gro\u00dfveranstaltungen stehen mag: f\u00fcr viele                wird das Leben reicher dadurch, und der eine oder andere hat                ohnedies nicht viel mehr vom Leben als ein paar Spiele des                Vereines jeden Monat, eine Meisterschaft,&#8230; Das kleine Gl\u00fcck,                weil es im eigenen Leben nie wirklich klappt.  <\/p>\n<p>               Und wenn ich da                die Einw\u00e4nde h\u00f6re, dass die Sportler allesamt nichts im Kopf haben                und gerade die Fu\u00dfballer viel zu viel verdienen: Nicht jeder                braucht ein Akademiker zu sein, und was das gro\u00dfe Geld f\u00fcr manchen                Ballk\u00fcnstler betrifft &#8211; jeder Fu\u00dfballer kann nur das verdienen,                was der Verein auch bereit ist zu bezahlen. Und gerne vergessen                diese Kritiker, dass mit Mitte Drei\u00dfig sp\u00e4testens auch der beste                Dribbler dem aktiven Sport in der Kampfmannschaft ade sagen muss.                Wieviele versinken denn nach einer kurzen Karriere im                Niemandsland, weil sie danach im normalen (Berufs-)Leben nicht                mehr Fu\u00df fassen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>               Aber ich schweife                ab. Um zum Grundthema zur\u00fcckzukehren: Sicher hat die Welt andere                Sorgen als die Weltmeisterschaft eines \u0096 vorsichtig formuliert \u0096                sehr simplen Spieles, bei dem so manches Unentschieden von beiden                Mannschaften so miserabel \u00fcber die 90 Minuten gebracht wurde, dass                sich keine Mannschaft einen Punkt verdient h\u00e4tte. Aber, erstens,                geh\u00f6rt auch das zum Fu\u00dfballsport und, zweitens, brauchen die                Menschen halt mehr in ihrem Leben als nur Verantwortung, Karriere                oder Prestigeobjekte. Und wenn ich mir denke, wie viele Leute am                Wochenende oder in der Freizeit nur im Wirtshaus oder in der Disco                sitzen und sich dabei (sinnlos) besaufen \u0096 lassen wir den Leuten                doch den Sport! Lassen wir ihnen den Fu\u00dfball. Der ist \u0096 solange er                nicht ins Rowdietum m\u00fcndet \u0096 noch immer das harmlosere Vergn\u00fcgen,                meint<\/p>\n<p>               Vivienne<\/p>\n<p>               \u00a0<\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KRITISCH BETRACHTETvon Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; Juni 2002 Haben wir wirklich keine anderen Sorgen&hellip;?(!)? 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