{"id":18176,"date":"2003-01-17T13:40:35","date_gmt":"2003-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2003\/01\/neue-bohnen-zeitung-135\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:16","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:16","slug":"neue-bohnen-zeitung-135","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-135\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>               KRITISCH BETRACHTET<br \/>                              von                                                            <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0                &#8211;\u00a0 September 2003<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Unser Sch\u00f6nheitswahn kennt                keine Grenzen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>                              Nichts Neues, dass                auch die hehre M\u00e4nnerwelt immer \u00f6fter selber zum Make-Up greift,                sich die Haare stylt und im Bad schon fast genau so lange braucht                wie die bessere H\u00e4lfte. Nichts\u00a0 Ungew\u00f6hnliches, dass Frauen ab               sp\u00e4testens                Ende drei\u00dfig                regelm\u00e4\u00dfig den Busen straffen oder ungeliebte Falten beim                Sch\u00f6nheitschirurgen in kurzen Eingriffen wegmachen lassen. Immer                \u00f6fter sind junge M\u00e4dchen mit ihrem \u00c4u\u00dferen \u0084total ungl\u00fccklich\u0093 und                w\u00fcnschen sich bereits im Teenager-Alter eine neue Nase so wie                andere ein eigenes Auto. Schauspielerinnen oder Models lassen sich                \u00fcblicherweise die Br\u00fcste vergr\u00f6\u00dfern oder Fett absaugen um damit                weiter g\u00e4ngigen Sch\u00f6nheitsstandards zu entsprechen: gerade in                dieser Branche muss frau schlie\u00dflich konkurrenzf\u00e4hig bleiben&#8230;<\/p>\n<p>                              Da glaubt man also,                man kennt alles, bis hin zu den Penisvergr\u00f6\u00dferungen jener                Torfk\u00f6pfe, die glauben, dass die \u0084L\u00e4nge\u0093 einen Mann ausmacht und                sonst gar nichts. Doch dieser Tage flatterte eine Email meiner                Kollegin Nigthdreams in meinen Posteingang, eine Email mit einem                Artikel, der den provokanten Titel \u0084<b>Design-Vagina<\/b>\u0093 trug und                der mich veranlasste, kurzfristig die mir aus beruflichen Gr\u00fcnden                selbst auferlegte Schreibpause bis auf weiteres zu unterbrechen.                Zu sehr forderten die Fakten meinen Widerspruch heraus als dass                ich diesen neuen kranken Trend in Sachen Sch\u00f6nheitschirurgie                unkommentiert lassen h\u00e4tte k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>                              \u0084Design-Vagina\u0093                hei\u00dft also der Artikel und trifft damit auch gleich den Kern der                Sache. Ob sie es nun glauben oder nicht, liebe Leser, in den                Vereinigten Staaten vereinbaren Frauen fast aller                Gesellschaftsschichten (dazu jede Menge Sch\u00f6nheits-Touristinnen                aus aller Herren L\u00e4nder) immer \u00f6fter einen Termin beim                Sch\u00f6nheitschirurgen ihres Vertrauens um in seiner Ordination die                Beine breit zu machen \u0096 aber nicht zwecks Seitensprungs mit ihm                sondern um eine chirurgische Ver\u00e4nderung ihrer Vagina vornehmen zu                lassen. Auch der Genitalbereich der Frau ist\u00a0 &#8211; wie sollte es                anders sein im Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten \u0096 gewissen                Normen unterworfen und frau, die etwas auf sich h\u00e4lt, muss bereit                sein, sich f\u00fcr das neue Sch\u00f6nheitsideal unter das Messer zu legen.<\/p>\n<p>                              Mit hochgezogenen                Augenbrauen konnte ich in besagtem Artikel nachlesen, was \u00c4rzte,                die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, am Unterleib                einer Patientin \u00e4ndern k\u00f6nnen, wenn das Kleingeld stimmt: der                Venush\u00fcgel wird vergr\u00f6\u00dfert (wenn n\u00f6tig mit Eigenfett aus den                Oberschenkeln), Schamlippen werden der \u0084Norm\u0093 angepasst und je                nach Ausdehnung mit Laser vergr\u00f6\u00dfert oder verkleinert und selbst                vor dem Innenleben der Vagina wird nicht halt gemacht: die Scheide                wird verschm\u00e4lert um beim Sex h\u00f6chsten Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen zu                k\u00f6nnen. Ob zus\u00e4tzlich auch in einem Aufwischen f\u00fcr eine dauerhafte                Befeuchtung derselben in Sachen Lust gesorgt wird (\u0084Allzeit                bereit&#8230;\u0093), lie\u00df der Bericht allerdings offen.<\/p>\n<p>                              F\u00fcr mich jedoch der                Oberhammer, im wahrsten Sinn des Wortes: Auch Jungfernh\u00e4utchen                k\u00f6nnen rekonstruiert werden und damit nimmt jener Anachronismus                reale Formen an, dass eine Frau zweimal oder \u00f6fter entjungfert                werden kann. Trau keiner Frau&#8230; Interessant vermutlich vor allem                f\u00fcr betuchte Kundinnen aus dem arabischen Raum, T\u00f6chter                einflussreicher Familien, die einem ungeliebten Mann versprochen                sind, aber bis zur Verehelichung nichts anbrennen lassen wollen.                Davon hab ich schon vor ein paar Jahren mit Kopfsch\u00fctteln gelesen,                aber dass diese M\u00f6glichkeiten auch f\u00fcr Frauen aus westlichen                L\u00e4ndern interessant sein k\u00f6nnten, entzog sich bisher meiner                Kenntnis. Ob es Spa\u00df macht, mit so einer Wahnsinnsl\u00fcge eine                Beziehung zu beginnen?<\/p>\n<p>                              Jetzt abgesehen                davon, finden Sie das nicht auch krank? Allgemein, ich spreche                jetzt nicht von Leuten, die durch Unf\u00e4lle entstellt oder einfach                z. Bsp. von Mutter Natur mit einer gro\u00dfen und schiefen Nase                geschlagen worden sind, die einem wirklich seelisch zu schaffen                macht: niemand hat im Normalfall eine chirurgische Versch\u00f6nerung                n\u00f6tig. Depressionen bei Teenagern entstehen ja heute vielfach nur                dadurch, weil sie Bravo durchbl\u00e4ttern und feststellen m\u00fcssen, dass                sie nicht \u00fcber das unvergleichliche Hinterteil von J.Lo oder den                Busen von Brittney Spears verf\u00fcgen&#8230; Gott, wie krank ist diese                Welt geworden!<\/p>\n<p>                              Es ist unwesentlich,                wie du als Mensch bist sofern du dich nur schon oft genug und bei                Bedarf immer wieder vom Sch\u00f6nheitschirurgen \u0084verbessern\u0093 hast                lassen. Ein paar Falten, einen h\u00e4ngenden Busen oder zu gro\u00dfe                Schamlippen kann man sich als Frau nicht mehr leisten, wenn man                privat begehrt und beruflich erfolgreich sein will. Denn auf die                \u00c4u\u00dferlichkeiten allein kommt es ja ausschlie\u00dflich an im Leben,                oder? Leute, ich f\u00fcrchte, die Menschheit wird ob kurz oder lang                v\u00f6llig verlernen, dass man kein h\u00fcbsches, ebenm\u00e4\u00dfiges Gesicht oder                einen sch\u00f6nen, perfekten K\u00f6rper liebt sondern die Seele eines                Menschen, seine Art, sein Wesen \u0096 eben sein Innerstes. Und das                kann durch keinen Sch\u00f6nheitschirurgen verschandelt werden&#8230;<\/p>\n<p>                              Tolle Aussichten, in                einer sch\u00f6nen k\u00fcnstlichen Welt, in der nur der Schein und nicht                das Sein z\u00e4hlt. Ich hab mich nach der Lekt\u00fcre dieses Artikels                gefragt, was das f\u00fcr Menschen sind, speziell wohl noch immer                Frauen (Musterbeispiel Cher), die sich bereitwillig alles                zurechtschneiden und \u0096formen lassen an ihrem K\u00f6rper um makellose                Figur in hautengen Designer-Jeans                zu                machen und ein                Dekollet\u00e9 zeigen zu k\u00f6nnen, dass zweifelsohne prachtvoll aber                ebenso wenig nat\u00fcrlich ist wie eine Plastikpalme. Mir f\u00e4llt in dem                Zusammenhang auch wieder das ungl\u00fcckliche Busenwunder Lollo                Ferrari ein, das als Kind immer nur h\u00f6ren musste, wie h\u00e4sslich es                w\u00e4re&#8230; Werden aus diesem Muster an Erfahrungen die Charaktere                jener Menschen gestrickt, die glauben, nur wenn sie allen                gefallen, wenn sie wundersch\u00f6n sind, dann werden sie auch geliebt?<\/p>\n<p>                              Schuss \u0096 daneben!                Der Charakter eines Menschen \u00e4ndert sich nicht, nur weil er oder                sie den Sch\u00f6nheitschirurgen bis unter die G\u00fcrtellinie l\u00e4sst. Die                Probleme, die Komplexe, die Sorgen \u0096 sie alle bleiben dieselben.                Wer mit scheinbaren Sch\u00f6nheitsfehlern im Leben nicht zurecht kommt                wird auch ein dutzend chirurgischer Eingriffe sp\u00e4ter die alten                Schwierigkeiten nicht besser meistern. Denn der Charakter ist                immerhin derselbe geblieben und Ma\u00df-Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Seele                gibt es nicht&#8230;<\/p>\n<p>               <b><i>               Man                sieht nur mit dem Herzen gut. Die\u00a0 wesentlichen Dinge sind f\u00fcr die                Augen unsichtbar<\/i><\/b><i>.<\/i><\/p>\n<p>               <i>               Antoine de                Saint-Exup\u00e9ry<\/i><\/p>\n<p>                              Vivienne<\/p>\n<p>               \u00a0<\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KRITISCH BETRACHTET von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; September 2003 Unser Sch&ouml;nheitswahn kennt keine Grenzen&hellip; Nichts Neues, dass auch die hehre M&auml;nnerwelt immer &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Neue Bohnen Zeitung\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-135\/#more-18176\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Neue Bohnen Zeitung\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-18176","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kritisch-betrachtet","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18176"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31985,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18176\/revisions\/31985"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}