{"id":18235,"date":"2004-01-17T13:40:35","date_gmt":"2004-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2004\/01\/neue-bohnen-zeitung-194\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:20","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:20","slug":"neue-bohnen-zeitung-194","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-194\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>                              von                                                            <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0                &#8211;\u00a0 Mai 2004<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Die verlogene M\u00e4re vom gro\u00dfen                Herzen f\u00fcr die Ausl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p>                              Niemand wird bestreiten k\u00f6nnen, dass \u00d6sterreich eine \u0084braune\u0093                Vergangenheit hat, wie viele L\u00e4nder in Europa. Etwa auch                Deutschland, Italien und Frankreich, um nur einige zu nennen. Die                Zeit des Nationalsozialismus ist vorbei, Gott sei Dank, und auch                wenn viele Landsleute gerne dieses dunkle Kapitel in der                Geschichte tilgen w\u00fcrden, wenn sie k\u00f6nnten, halte ich es f\u00fcr gut                und sinnvoll, dass einerseits vergeben, andererseits aber nicht                vergessen werden soll.<\/p>\n<p>                              Wie im Leben eines einzelnen Menschen: aus Fehlern kann er nur                lernen, wenn er nach \u0084St\u00fcrzen\u0093 und gro\u00dfen Verfehlungen nicht zur                Tagesordnung zur\u00fcckkehrt. Perfekt werden wir nie werden, aber der                Wille sich weiter zu entwickeln hilft uns, bisweilen ein Hauch von                Weisheit zu erhaschen. Wohlgemerkt einen Hauch \u0096 von mehr sind wir                kilometerweit entfernt. Um so mehr \u00e4rgert mich, dass sich gerade                im linken Spektrum der Parteienlandschaft Leute einfinden, die                anscheinend an akuter Profilierungssucht leiden.<\/p>\n<p>               In                bester Nestbeschmutzermanier werfen sie den \u00d6sterreichern generell                und pauschal Ausl\u00e4nderfeindlichkeit und Rassenhass vor \u0096 sie                selbst nat\u00fcrlich ausgenommen \u0096 und vergessen dabei nicht, in                reinster Weihber\u00e4ucherung auf ihr \u0084goldenes Ausl\u00e4nderherz\u0093                hinzuweisen. Wenn es nicht so traurig w\u00e4re, k\u00f6nnte man dem Tun und                Reden durchaus kuriose Seiten abgewinnen. Wir \u00d6sterreicher sind                also alle, vor allem wenn wir nicht einer bestimmten Partei                angeh\u00f6ren oder mit ihr sympathisieren, pure Rassisten und                Antisemiten, nutzen unsere ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrger aus, sehen auf                sie herab oder bet\u00e4tigen uns gar rassistisch. Auch wenn es genug                Gegenbeispiele gibt, dass solche Verfehlungen auf nur einen eher                geringen Teil unserer Bev\u00f6lkerung zutreffen.<\/p>\n<p>                              Auf der anderen Seite die armen Zuwanderer, die in diesem                \u0084rechten\u0093 Land so viel mitmachen. Und im Grunde all unsere Hilfe                und unseren Beistand ben\u00f6tigen: ebenso pauschal, gleichg\u00fcltig, ob                sie mit Drogen dealen, in der Halbwelt t\u00e4tig sind, der Russenmafia                angeh\u00f6ren oder etwa organisiert teure Autos stehlen und in den                Osten verschieben. Wirklich zum Lachen, wenn es nicht so traurig                w\u00e4re. Dabei geht es diesen edlen \u0084Ausl\u00e4nderfreunden\u0093 nicht                wirklich um unsere zugezogenen Ausl\u00e4nder. Sondern um etwas ganz                anderes. N\u00e4mlich um ihre eigene Profilierungssucht, um selbst zu                gl\u00e4nzen, sich abzuheben und super (oft im Licht der                \u00d6ffentlichkeit) dazustehen.<\/p>\n<p>               Es                ist mir fern zu behaupten, dass andere Nationen, die in unser Land                eingewandert sind oder f\u00fcr einige Zeit dort leben m\u00f6chten, nicht                immer wieder unter Ressentiments zu leiden haben, die kein                Ruhmesblatt f\u00fcr \u00d6sterreich darstellen. Nur organisierte                Menschenhetzer sind wir ganz bestimmt nicht, im Gegenteil, was                verschiedene Organisationen (\u0084Nachbar in Not\u0093,                \u0084Dreik\u00f6nigsaktion\u0093,\u0085) f\u00fcr Not leidende Menschen in aller Welt aber                auch benachteiligte Zuwanderer im eigenen Land tun, daran k\u00f6nnte                sich so\u00a0 manche Nation, die auf uns mit Fingern zeigt, eine                Scheibe abschneiden. Die \u00d6sterreicher haben ein gro\u00dfes Herz, aber                sie \u00f6ffnen es eben nicht explizit f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrger,                sondern immer dann, wenn rasche Hilfe geboten ist. Und das ist                vern\u00fcnftig.<\/p>\n<p>                              Und ich finde es unglaublich wichtig, dass da nicht unterschieden                wird. Ebenso, wie ich es f\u00fcr eine herbe Verfehlung halte, uns                \u00d6sterreicher f\u00fcr die \u00dcbergriffe Einzelner als reaktion\u00e4re                Nationalisten zu verdammen, w\u00fcrde ich mich, als vorsichtiger wie                \u00fcberlegender Mensch h\u00fcten, alle Ausl\u00e4nder als verfolgte Opfer und                bemitleidenswerte Seelen darzustellen. Das ist nicht nur dumm und                fern der Realit\u00e4t, es ist auch gef\u00e4hrlich. Weil damit indirekt                Ausl\u00e4nderfeindlichkeit gesch\u00fcrt wird bei jenen durchaus                anst\u00e4ndigen Leuten, die sich nicht mehr anh\u00f6ren wollen, dass sie                im Grunde Abschaum sind \u0096 eben wegen der braunen Vergangenheit                \u00d6sterreichs, weil wir eine Nation der Mitl\u00e4ufer sind, die sich nie                wirklich schuldig f\u00fchlte,\u0085<\/p>\n<p>               Es                ist im Grunde so, als wenn man einem Menschen pr\u00fcgelt und                dem\u00fctigt, weil er angeblich aggressiv ist. Und wenn er dann                endlich zur\u00fcckschl\u00e4gt um sich zu wehren, kann man sich beruhigt im                Sessel zur\u00fccklehnen und die H\u00e4nde reiben: man hat\u0092s ja immer schon                gewusst! Feine Sache, wenn man diese Vorg\u00e4nge nicht durchschaut\u00a0                oder sich von jenen linkslinken \u0084Freunden\u0093, die im fauligen                Grenzbereich zum Kommunismus gro\u00df geworden sind, ein X f\u00fcr ein U                vormachen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>                              Ich bin \u00fcberzeugt, dass jeder, der ein gesundes Mitgef\u00fchl f\u00fcr die                N\u00f6te und \u00c4ngste seiner Mitmenschen entwickelt hat, im Normalfall                auch kein \u00fcberzeugter Ausl\u00e4nderfeind ist. Ganz im Gegenteil. Also                frag ich mich, warum ich ein gro\u00dfes Herz f\u00fcr jene Ausl\u00e4nder                aufbringen soll, die etwa hier in \u00d6sterreich kriminelle Gesch\u00e4fte                aufziehen. Der Unterschied macht es aus, wir sind eben nicht                pauschal die \u00d6sterreicher, wir sind fast acht Millionen Individuen                und jeder verdient es, einzeln beurteilt zu werden. \u00d6sterreicher                oder Einwanderer. Deshalb meine \u00dcberlegung: warum lassen wir uns                eigentlich von Leuten mies machen, die vor lauter \u00fcbergro\u00dfem                Ausl\u00e4nderherz schon so geb\u00fcckt gehen, dass sie von der Welt nicht                mehr als ihre Schuhspitzen sehen????<\/p>\n<p>               <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com?subject=Leserbrief\">                                             Vivienne<\/a><\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; Mai 2004 Die verlogene M&auml;re vom gro&szlig;en Herzen f&uuml;r die Ausl&auml;nder Niemand wird bestreiten k&ouml;nnen, dass &Ouml;sterreich &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Neue Bohnen Zeitung\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-194\/#more-18235\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Neue Bohnen Zeitung\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-18235","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kritisch-betrachtet","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18235"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18235\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32168,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18235\/revisions\/32168"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}