{"id":18276,"date":"2004-01-17T13:40:35","date_gmt":"2004-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2004\/01\/neue-bohnen-zeitung-235\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:23","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:23","slug":"neue-bohnen-zeitung-235","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-235\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>                              von                                                            <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0                &#8211;\u00a0 Juli 2004<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Schneckenpost?<\/strong><\/p>\n<p>                              Nicht immer und \u00fcberall l\u00e4uft bei der Post bzw. bei den Post\u00e4mtern                alles wie\u00a0 am Schn\u00fcrchen. L\u00e4stig ist das besonders, wenn man                dringend auf ein Paket wartet oder eine wichtige Postsendung                verloren gegangen ist. Im Grunde genommen hat wohl jeder von uns                schon einmal eine derartige Erfahrung gemacht: dass er eine                wichtige Verst\u00e4ndigung zu sp\u00e4t erhielt oder dass er am Schalter                der Post ewig lange in einer Schlange warten musste, w\u00e4hrend die                anderen beiden Schalter gerade geschlossen waren. Nur wenn                unsereins sich \u00e4rgert, verl\u00e4uft das meistens im Sande und \u00e4ndert                sich nichts. Aber dieser Tage hat sich nun der B\u00fcrgermeister von                Steyregg bei Linz, Buchner mit Namen, zu Wort gemeldet und in                beredten Worten beklagt, dass die Post unglaublich schlecht                arbeitet, speziell in Steyregg selber, und der Vergleich mit der                Geschwindigkeit einer Schnecke das arme Tier noch beleidige\u0085<\/p>\n<p>                              H\u00f6rt, h\u00f6rt. Worte die Gewicht haben, denn Buchner ist nicht                irgendwer sondern Chef einer B\u00fcrgerliste, geh\u00f6rt also keiner                etablierten Partei mehr an und hat trotzdem aufgrund seines                Engagements die B\u00fcrger von Steyregg hinter sich. Nicht alles bei                der Post hat Hand und Fu\u00df, wobei man ja genau unterscheiden muss:                zwischen den eigentlichen Post\u00e4mtern, der PSK, der Telekom,\u0085                Selber fehlt einem oft der Durchblick, was ist was, und was darf                man noch miteinander in Zusammenhang bringen und was nicht.                Trotzdem, muss ich gestehen, f\u00fchrte ich mit unserem Amtsleiter am                Postamt auch schon das eine oder andere Streitgespr\u00e4ch, weil ich                mit dem allgemeinen Service oder anderen Modalit\u00e4ten der                eigentlichen Post nicht immer zufrieden war. Dazu ein paar                Beispiele\u0085<\/p>\n<p>               Im                Sommer, wenn die eigentlichen Brieftr\u00e4ger auf Urlaub sind, bessern                oft Sch\u00fcler oder Studenten als Praktikanten bei der Post ihr                Einkommen auf: vor zwei Jahren war bei uns ein besonders sorgloser                Vertreter dieser Gruppe bei uns eingesetzt, besser gesagt, eine                junge Frau. Sie legte unsere Post praktisch immer neben die                Stra\u00dfe, weil sie zu bequem war, die paar Schritte zur Haust\u00fcr zu                machen, wo sich der Briefkasten befindet. Und bei dieser                schlampigen Handhabung passierte es, dass ein dringendes Rezept,                dass ich mir von einem Facharzt hatte zusenden lassen, verloren                ging. Ich hatte aus eklatantem Zeitmangel bei dem Internisten                angerufen und um das Rezept gebeten, nun musste ich erst recht                pers\u00f6nlich vorstellig werden, und hatte dabei noch Gl\u00fcck, dass der                Arzt mir glaubte, dass ich mir nicht ungerechtfertigt ein zweites                Rezept erschwindeln wollte.<\/p>\n<p>                              Leider verhallte mein Appell an den Amtsleiter ziemlich ungeh\u00f6rt,                die Kritik wuchs sich zu\u00a0 einem Streitgespr\u00e4ch aus, dass nicht                gerade kundenfreundlich verlief, wie ich auch heute noch meine.                Die Praktikantin war nicht mehr greifbar, und das Bedauern des                Amtsleiters war vielleicht rudiment\u00e4r erkennbar \u0096 mir war es                jedenfalls zu wenig. Nicht das erste Mal also, dass ich mit dem                Amtsleiter die Klinge wetzte. Vor Jahren konnte mir ein kleines                Packerl von einem Versandhaus nicht zugestellt werden, weil ich                nicht daheim war. Auf der Benachrichtigung des Zustellers konnte                ich in einem Vermerk nachlesen, dass sich das Packerl in einem                besch\u00e4digten, ja, halb ge\u00f6ffneten Zustand befand. Nur zur                Erl\u00e4uterung: das zust\u00e4ndige Postamt liegt etwa eine halbe Stunde                Fu\u00dfmarsch von uns entfernt und ist mit \u00f6ffentlichen                Verkehrsmitteln nicht oder besser gesagt nur sehr unzul\u00e4nglich                erreichbar.<\/p>\n<p>                              Ich rief also auf der Post an und erkundigte mich, ob denn                \u00fcberhaupt noch etwas in dem Packerl drinnen war und nicht schon                beim Versand verloren gegangen w\u00e4re. Immerhin war ich nicht                bereit, die umst\u00e4ndliche Prozedur auf mich zu nehmen um dann                festzustellen, dass wom\u00f6glich jemand den bestellten Artikel an                sich genommen h\u00e4tte. \u00a0Es kostete unglaubliche Zeit und Nerven um                den Amtsleiter am Telefon davon zu \u00fcberzeugen, dass ein Blick ins                Paket, nur zur Info f\u00fcr den Kunden, ein Service ist, das gerade in                l\u00e4ndlichen Gegenden und bei gr\u00f6\u00dferen Entfernungen wie bei uns                selbstverst\u00e4ndlich sein sollte\u0085<\/p>\n<p>                              Nachl\u00e4ssigkeit ist wohl etwas, das mir immer wieder auch zur                Arbeit der Post, oder genau genommen, mancher Postler, einf\u00e4llt.                Ein Beispiel sei noch besonders hervorgehoben: als meine Schwester                vor ein paar Jahren von daheim auszog, beantragte sie einen                Nachsendeauftrag. St\u00e4ndig hatte sie in der Folge bei ihrer Post                auch die Briefe einer jungen Frau dabei, die in derselben Stra\u00dfe                wie wir gewohnt hatte und ebenfalls die M\u00f6glichkeit eines                Nachsendeauftrags in Anspruch genommen hatte. Die Briefe wurden                anscheinend immer wieder wie Kraut und R\u00fcben durcheinander                geworfen. Obwohl meine Schwester mehrfach anrief um das Postamt                darauf aufmerksam zu machen, dass man mehr Sorgfalt walten lassen                m\u00f6ge\u0085 Mit\u00a0 dem Erfolg, dass sie schlie\u00dflich ganz auf den                Nachsendeauftrag verzichtete, weil ihrer Bitte einfach nicht                entsprochen wurde. Ob aus purem Desinteresse oder reiner                Schlampigkeit, spielte dabei keine Rolle.<\/p>\n<p>                              Eines m\u00f6chte ich bei meinen Negativbeispielen aber ganz klar                festhalten: auch bei der Post sind nur Menschen besch\u00e4ftigt, die                fehleranf\u00e4llig sind wie jeder andere auch. Wenn in einer normalen                Firma mal etwas schief l\u00e4uft, bekommen das \u00fcblicherweise nicht so                viele Leute mit. Alles ist kleiner und \u00fcberschaubarer, trotz                allem, und l\u00e4sst sich leichter kontrollieren und managen. Und                meine pers\u00f6nlichen Erfahrungen mit privaten Zustelldiensten \u0096 sei                es privat oder beruflich &#8211; sind so miserabel gewesenen, dass es                mir nicht im Traum einfiele, mich selber an ein derartiges                Unternehmen zu wenden. (Lesen Sie vielleicht dazu meinen Beitrag                aus dem Vorjahr:                              \u0084\u0085kommt selten was Besseres nach\u0093)                Mein Vertrauen in die Post ist trotz allem um einiges h\u00f6her.<\/p>\n<p>                              Dennoch gibt es Strukturen bei der Post, die einem als                Au\u00dfenstehenden mehr als nur befremdlich erscheinen. Was durchaus                keine gewachsenen Fehlentwicklungen sein m\u00fcssen. Buchner, der                Steyregger B\u00fcrgermeister, hat ja in seiner eingangs Kritik                unmissverst\u00e4ndlich darauf hingewiesen, dass sich die nachteiligen                Ver\u00e4nderungen bei der Postzustellung in Steyregg durch die                Teilprivatisierung und die daraus resultierenden Einsparungen                ergeben haben. Mein Fazit: Einsparungen allein m\u00fcssen nicht immer                eine probate L\u00f6sung sein, vor allem, wenn es um Dienstleistungen                geht. Der Mensch, der Kunde darf so oder so nicht auf der Strecke                bleiben \u0096 ob privatisiert oder nicht! Diese Devise sollte jedes                Dienstleistungsunternehmen beherzigen\u0085<\/p>\n<p>               <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com?subject=Leserbrief\">                                             Vivienne<\/a><\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; Juli 2004 Schneckenpost? 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