{"id":18322,"date":"2005-01-17T13:40:35","date_gmt":"2005-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2005\/01\/neue-bohnen-zeitung-273\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:21","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:21","slug":"neue-bohnen-zeitung-273","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-273\/","title":{"rendered":"A Schalal Kaffee&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nvon <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\"> Vivienne<\/a>\u00a0 &#8211;\u00a0 M\u00e4rz 2005<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong> A Schalal Kaffee&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Der Mensch braucht ein Laster. Und selbst Ihre Vivienne, liebe Leser, die sich bisher dem Glimmst\u00e4ngel wie dem Alkohol erfolgreich verweigert hat, gibt sich einem Lebenselixier hin, das zwar alles andere als gesund ist, dem sie aber mit Haut und Haaren verfallen ist: den Kaffee, am liebsten goldgelb, mit Mich und Zucker. Drei bis vier Tassen (1\/4l Becher wohlgemerkt) brauche ich sicher am Tag, obwohl ich die gesundheitliche Problematik sehr wohl kenne: Kaffee entw\u00e4ssert stark, also muss man zu jeder Tasse Kaffee dem K\u00f6rper zus\u00e4tzlich Wasser oder Kr\u00e4utertee zuf\u00fchren. Aber das tue ich auch relativ konsequent, als gesundheitsbewusste Jungfraugeborene.<\/p>\n<p>Wenn ich mich erinnere, wie ich zum Kaffee trinken gekommen bin, dann fast wie die Jungfrau zum Kind. Ich\u00a0 habe mein halbes Leben nur Tee getrunken, erst in einer Firma vor dreizehn oder vierzehn Jahren kam ich auf den Geschmack. Ich war in diesem Unternehmen auch f\u00fcr die Bestellung und Wartung der Kaffee- und Milchbest\u00e4nde zust\u00e4ndig, und dort gab es den besten Kaffee der Welt, wie ich heute noch mit \u00dcberzeugung sage: Eduscho, Gala Nr. 1. \u00dcberspitzt formuliert k\u00f6nnte man durchaus sagen: das ist ungef\u00e4hr vergleichbar, als wenn man von einem Spitzenliebhaber in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht wird. Ich bin auch seither von diesem Laster nicht mehr losgekommen\u0085<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich bin ich in erster Linie ein Genusstrinker. Es gibt nichts Sch\u00f6neres, als wenn ich am Wochenende oder auch unter der Woche, wenn ich sp\u00e4ter zum Arbeiten anfange, zum Fr\u00fchst\u00fcck ein H\u00e4ferl Kaffee und ein St\u00fcck Brot oder eine Semmel essen kann. In aller Ruhe, ohne Stress und ohne Zeitdruck. Allerdings trinke ich auch gerne Kaffee, wenn ich m\u00fcde bin oder der Kreislauf angeschlagen ist. Mit wechselndem Erfolg, muss ich zugeben, bisweilen belebt mich der Kaffee, ein anderes Mal werde ich noch m\u00fcder von dem Getr\u00e4nk. Fachleute best\u00e4tigen diese Erfahrung: Kaffee belebt nicht sondern verst\u00e4rkt den allgemeinen Zustand, entweder bleibt man hellwach oder man wird noch m\u00fcder\u0085<\/p>\n<p>Ich selber benutze trotzdem Kaffee immer wieder gerne als Energiekick. Und ich bilde mir sogar ein, dass ich vom Genuss kreativer werde und au\u00dferdem schie\u00dfen mir dann im wahrsten Sinn des Wortes die Ideen verst\u00e4rkt ein. Mein Schwager Wolfi, seines Zeichens gestresster Informatiker, beobachtet dasselbe Ph\u00e4nomen, wenn er zur Zigarette greift. Er entspannt sich im Job mit einer Zigarette und gleichzeitig hat er jedes EDV-Problem fest im Griff. Mag sein, dass ich mich (so wie er von der Zigarette) dadurch psychologisch abh\u00e4ngig mache vom Kaffee, aber bei mir sieht es trotzdem so aus, dass ich den Arbeitstag mit einem H\u00e4ferl des goldgelben Getr\u00e4nks beginne und auch daheim, wenn ich am PC sitze und etwa wegen eines neuen Beitrags \u00fcberlege, habe ich mir dieses Lebenselixier sicher vorher schon zugef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Mein bevorzugter Kaffee ist im Grunde ein H\u00e4ferlkaffee oder ein Hauskaffee: viel Milch, Milchschaum und Zucker nach Belieben. Zuletzt habe ich aber auch immer wieder gerne andere Kaffeesorten ausprobiert. Eine Melange zum Beispiel, oder hin und wieder ganz besonders gern einen Capuccino mit viel Schlagobers. Der Kaffeegenuss bringt es mit sich, dass man auf Kuchen oder Torte dazu ungern verzichtet, womit er indirekt auch ein potentieller Dickmacher ist. Ich kann nur best\u00e4tigen, dass beim Kaffee ein St\u00fcck Torte oder Biscuit-Roulade leider besonders gut schmeckt. Aus dem Grund versuche ich, mir dieses spezielle, kombinierte Vergn\u00fcgen nur ab und an zu g\u00f6nnen, um es m\u00f6glichst in Einklang mit meiner \u0084zuwachsbereiten Figur\u0093 zu halten.<\/p>\n<p>Kaffee ist nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sch\u00e4dlich, ganz im krassen Gegensatz zu Zigaretten oder Alkohol. Wie schon oben angef\u00fchrt verw\u00f6hnt ein Glas Wasser zu jedem H\u00e4ferl die Nieren und in einem exquisit gef\u00fchrten Kaffeehaus bekommt der Gast dieses ohnehin zu jeder Schale unaufgefordert dazu. Also auch eine probate Methode um festzustellen, wie gut das Lokal ist, das man gerade besucht. Ein gutes Kaffeehaus erkennt man auch daran, ob es eigene Raucher- und Nichtraucherzonen gibt. Vom Geschmack des Kaffees selber erst gar nicht zu reden: es gibt immer wieder schauderhaften Kaffee, bisweilen gerade in jenen Konditoreien, die selber den teuersten Kaffee gemahlen verkaufen, ihn aber ihren G\u00e4sten vorenthalten.<\/p>\n<p>Kaffee trinken beinhaltet f\u00fcr mich auch eine gewisse Lebensphilosophie, vor allem wenn ich Zeit und Mu\u00dfe habe daf\u00fcr. Es kommt mir dabei nicht vorrangig auf die Menge an, sondern ganz speziell auf den Genuss dabei. Der Kaffee, den ich privat trinke, ist nicht billig, aber das ist er mir wert. Wenn ich mir guten Kaffee nicht mehr leisten kann, verzichte ich lieber ganz darauf\u0085<\/p>\n<p><a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com?subject=Leserbrief\"> Vivienne<\/a><\/p>\n<p>Link:  Alle Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; M&auml;rz 2005 A Schalal Kaffee&hellip; Der Mensch braucht ein Laster. 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