{"id":18477,"date":"2004-01-17T13:40:35","date_gmt":"2004-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2004\/01\/neue-bohnen-zeitung-358\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:22","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:22","slug":"neue-bohnen-zeitung-358","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-358\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>                              von                                                            <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0                &#8211;\u00a0 Juni 2004<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Da soll sich einer auskennen!<\/strong><\/p>\n<p>               \u0084<i>Ford                Escord, Baujahr 90, gr\u00fcn metallic, umst\u00e4ndehalber g\u00fcnstig                abzugeben, gut erhalten, Pickerl bis J\u00e4nner 2005, Preis nach                Vereinbarung<\/i>.\u0093 Ich las mir die Annonce durch, einmal, zweimal.                Das passte garantiert, Alberts Eltern w\u00fcrden sicher auch damit                zufrieden sein. Mein Freund hatte mich gebeten, den Verkauf des                PKWs seiner Eltern in die Hand zu nehmen, da er eine gute Woche                beruflich in Amstetten zu tun hatte, und ich war auf eine Annonce                im Kleinanzeiger \u0084Korrekt\u0093 verfallen. Den bekam man im ganzen                Linzer Zentralraum gratis an einen Haushalt, und es sollte mich                wundern, wenn da nicht der passende K\u00e4ufer dabei w\u00e4re\u0085<\/p>\n<p>               \u0084<i>Freitag,                ab 14:00\u00a0 Uhr, und Wochenende, ab 12:00 Uhr<\/i>.\u0093 erg\u00e4nzte ich                schlie\u00dflich noch und legte den Kupon mit der Anzeige in einen                Umschlag. Den Brief warf ich vor Arbeitsbeginn noch frankiert in                den n\u00e4chsten Postkasten. Normalerweise m\u00fcsste ich dann in ein paar                Tagen die ersten telefonischen Anfragen erhalten. So war es dann                auch. Der Andrang hielt sich zwar wegen des Alters des Fahrzeuges                wie erwartet in Grenzen, aber ein Favorit kristallisierte sich                sehr schnell heraus. Ein gewisser Hubert Meyer aus Linz-Leonding,                der ein Zweitauto suchte, f\u00fcr seine Frau, wie er betonte.<\/p>\n<p>                              Ich vereinbarte in Absprache mit Alberts Vater, der ja daheim sein                musste, einen Besichtigungstermin f\u00fcr den Interessenten. Alberts                Vater rief mich dann am fr\u00fchen Nachmittag in der Arbeit an. \u0084Du,                ich denke, der Wagen gef\u00e4llt ihm, ist ja auch noch gut in Schuss.                Er sagt dir dieser Woche noch Bescheid, weil er noch mit seiner                Frau reden muss. Das Auto ist ja f\u00fcr sie.\u0093 Toll, das dass so gut                geklappt hatte! freute ich mich. Im Grunde hatte ich wenig Ahnung                von Autos, und ich war froh, dass der Verkauf des PKW so                reibungslos lief. Albert hatte anscheinend recht gehabt, als er                meine Bedenken zu Beginn abgewehrt hatte: \u0084Viv, so ein Auto                verkauft sich von selbst!\u0093<\/p>\n<p>               Am                \u00fcbern\u00e4chsten Abend meldete sich Hubert Meyer. Wir einigten uns                grunds\u00e4tzlich mit dem Preis, aber Meyer wollte sich noch nicht so                recht festlegen. \u0084\u0085 ich diskutiere noch mit meiner Frau. Rufen Sie                mich \u00fcbermorgen, am Montag an, dann machen wir die Angelegenheit                fix. Okay?\u0093 Montag w\u00fcrde Albert wieder im Lande sein, er w\u00fcrde                sich sicher freuen, wenn der Verkauf dann schon \u00fcber die B\u00fchne                gegangen war. \u0084Einverstanden, ich melde mich am fr\u00fchen Nachmittag,                Ihre Handynummer hab ich ja.\u0093 Montag gegen 14:00 Uhr versuchte\u00a0                ich mich wie abgemacht mit Meyer in Verbindung zu setzen.<\/p>\n<p>                              Allerdings kam nur die Mailbox, und das sowohl zwei Stunden sp\u00e4ter                als auch am fr\u00fchen Abend, als ich es wieder probierte.                Mittlerweile hatte ich ein etwas komisches Gef\u00fchl. Wollte mich                Hubert Meyer etwa veralbern? Albert beruhigte mich. \u0084Wer wei\u00df,                vielleicht hat er das Handy daheim vergessen, oder der Akku ist                leer. Die einfachsten Erkl\u00e4rungen sind auch immer die                zutreffendsten.\u0093 M\u00f6glicherweise hatte Ali ja Recht, ich durfte                nicht immer nur von mir ausgehen, die ich mich in solchen                Angelegenheiten fast \u00fcberkorrekt verhielt. Ich schob mein                Misstrauen also beiseite und nahm mir vor, morgen um dieselbe Zeit                noch einmal mein Gl\u00fcck zu versuchen.<\/p>\n<p>                              Tats\u00e4chlich hob Meyer am folgenden Nachmittag ab. \u0084Fein, dass ich                Sie erreiche, Herr Meyer\u0085,\u0093 begann ich fast \u00fcberschw\u00e4nglich.                \u0084Gestern hab ich Sie ja leider nicht mehr erwischt. Wir wollten                den Kauf des gr\u00fcnen Fords sozusagen unter Dach und Fach bringen..\u0093                \u0084Jetzt passen Sie mal auf!\u0093 fiel mir Meyer aggressiv ins Wort. \u0084Es                ist eine Frechheit, wie Sie mich dauernd anrufen und bel\u00e4stigen.                Was denken Sie sich eigentlich dabei?\u0093 Im ersten Moment war ich                perplex, weil ich mit dieser Reaktion wirklich nicht gerechnet                hatte. Aber dann begriff ich, dass da in den letzten Tagen                irgendetwas Unerwartetes passiert sein musste und mir Meyer                gezielt den schwarzen Peter daf\u00fcr zuschieben wollte.                <\/p>\n<p>                              \u0084Moment mal!\u0093 reagierte ich also meinerseits resolut. \u0084\u0085wir haben                Freitag fest ausgemacht, dass ich Sie anrufe, weil <b>Sie<\/b> das                Auto kaufen wollen\u0085\u0093 \u0084Das ist mir trotzdem zu viel, was Sie mich                da dauernd anrufen!\u0093 verdrehte mir Meyer das Wort im Mund und                legte auf. Kopfsch\u00fcttelnd legte ich das Handy hin. Na so einer!                Streit mit der Frau, oder sie ist ihm davongelaufen\u0085 Oder er hat                das Geld f\u00fcr\u0092s Auto von der Bank nicht gekriegt! M\u00f6glichkeiten gab                es wohl einige, die Meyers abstruses Verhalten erkl\u00e4ren konnten,                aber das spielte keine Rolle. Er w\u00fcrde das Auto bestimmt nicht                kaufen, trotz aller Bem\u00fchungen unsererseits und ich sollte mir                etwas \u00fcberlegen, wie ich nun vorgehen sollte. Ja, musste, denn ein                weiteres Inserat im Korrekt w\u00e4re wohl unsinnig gewesen.<\/p>\n<p>                              Zwei oder drei Nummern von Interessenten f\u00fcr den PKW hatte ich                gl\u00fccklicherweise noch gespeichert. Eine Stunde sp\u00e4ter vereinbarte                ich mit Alberts Vater, der im ersten Augenblick auch ziemlich                verdattert auf die ge\u00e4nderten Umst\u00e4nde reagierte, einen                neuerlichen Termin mit jemandem, der f\u00fcr den Ford Interesse                zeigte. Ende der Woche klappte es dann tats\u00e4chlich im zweiten                Anlauf, wenn auch f\u00fcr etwas weniger Geld, als ich urspr\u00fcnglich mit                Meyer ausgemacht hatte, aber das war v\u00f6llig bedeutungslos. Es                z\u00e4hlt nur das, was man wirklich kriegt!<\/p>\n<p>                              Albert hatte die \u00fcberraschende Wendung ebenso wie sein Vater                zun\u00e4chst fast nicht glauben k\u00f6nnen. Aber er gab mir schlie\u00dflich                bez\u00fcglich meiner \u00dcberlegungen der m\u00f6glichen Gr\u00fcnde Recht, wobei                f\u00fcr ihn finanzielle Erw\u00e4gungen die realistischere Variante                darstellten. \u0084Es gibt einfach Leute, die k\u00f6nnen nicht gerade                heraus sagen: Es geht doch nicht, aus den und den Gr\u00fcnden.\u0093 Seine                schmalen Finder trippelten sanft auf den Tisch. \u0084Es ist ja so viel                einfacher so zu tun, man w\u00e4re gedr\u00e4ngt worden und schiebt die                Problematik einfach von sich, weicht der Konfrontation kurzer Hand                aus, verzieht sich ins Schneckenhaus. Und dieser Meyer ist einer                dieser Feiglinge\u0085\u0093<\/p>\n<p>               <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com?subject=Leserbrief\">                                             Vivienne<\/a><\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; Juni 2004 Da soll sich einer auskennen! &#132;Ford Escord, Baujahr 90, gr&uuml;n metallic, umst&auml;ndehalber g&uuml;nstig abzugeben, gut &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Neue Bohnen Zeitung\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-358\/#more-18477\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Neue Bohnen Zeitung\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-18477","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-bunte-welt-von-vivienne","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18477"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18477\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32282,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18477\/revisions\/32282"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}