{"id":18555,"date":"2005-01-17T13:40:35","date_gmt":"2005-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2005\/01\/bohnenzeitung-com-213\/"},"modified":"2022-10-04T05:00:34","modified_gmt":"2022-10-04T03:00:34","slug":"bohnenzeitung-com-213","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/bohnenzeitung-com-213\/","title":{"rendered":"bohnenzeitung.com"},"content":{"rendered":"<p>      <b>     \u00a0<a href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\">Home<\/a>     Kolumnen          Die bunte Welt von Vivienne<\/b>        <\/p>\n<p><b>25.07.2005,          \u00a9     <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">     Vivienne<\/a><\/b><\/p>\n<p>  <\/p>\n<p><b> Die Intrigantin<\/b><\/p>\n<p> Wer l\u00fcgt, handelt wie ein Kind \u0096 Konfliktbew\u00e4ltigung unter  Ausschaltung des direkten Weges. Nat\u00fcrlich l\u00fcgt jeder Mensch, t\u00e4glich, immer  wieder, um sich besser darzustellen, um sich herauszureden oder einfach auch um  Unfrieden zu stiften. Ist ja so lustig, wenn da ein Streit oder ein ernster  Zwist die Folge ist! Diese Form der L\u00fcge hat aber mit einem Kavaliersdelikt  nichts mehr zu tun, das f\u00e4llt schon ins Intrigieren, wenn ein Mensch aus Freude  oder Profilierungssucht ins Reich der Fantasie Zuflucht nimmt. Und wenn  derjenige es noch sehr geschickt anstellt, wirkt er fast glaubhafter als der  Betroffene selber \u0096 zumindest steht Aussage gegen Aussage, wenn der Intrigant  nicht \u00fcberhaupt viel lieber im Hintergrund die F\u00e4den zieht\u0085\u00a0<\/p>\n<p> Albert und ich verlie\u00dfen am Abend den Kinosaal, in dem der  belanglose Streifen gelaufen war. Ich hatte mich ehrlich gesagt etwas  gelangweilt, wollte es aber nicht zeigen. Wir begaben uns nach l\u00e4ngeren  \u00dcberlegungen schlie\u00dflich noch in die Pizzeria und nahmen an einem mittigen Tisch  Platz. Albert bestellte und ich floh mit einem dringenden Bed\u00fcrfnis auf die  Toilette. Minuten sp\u00e4ter f\u00fchlte ich mich sehr erleichtert und wusch mir die  H\u00e4nde.\u00a0 Da erkannte ich im Spiegel vor mir ein Gesicht, das mich interessiert  musterte. Ich drehte mich mit dem Lippenstift in der Hand um. Die Frau hinter  mir zuckte zusammen und wandte sich rasch ab. Die paar Sekunden, die ich ihr ins  Gesicht hatte blicken k\u00f6nnen, hatten aber gereicht, um sie zu erkennen.<\/p>\n<p> Die Frau war Kerstin Stachl, eine fr\u00fchere Kollegin von mir  in jenem skandal\u00f6sen Call Center vor etlichen Jahren, von dem ich Ihnen schon  \u00f6fter in \u0084Kritisch betrachtet\u0093 berichtet habe. Ich musste verhalten grinsen und  steckte den Lippenstift wieder ein. Dann ging ich betont langsam an ihr vorbei  zum Ausgang und begab mich Richtung Pizzeria, wo Ali auf mich wartete. \u0084Rate  mal, wenn ich gesehen habe!\u0093 \u00fcberraschte ich ihn, der schon am Achterl Roten  nippte. \u0084Kenn ich ihn?\u0093 spielte Albert die Frage ironisch an mich zur\u00fcck. \u0084Ich  habe nicht gesagt, dass es ein Mann ist.\u0093 Albert zuckte die Achseln. \u0084Also wer?\u0093  \u0084Kerstin Stachl, unsere damalige Intrigantenk\u00f6nigin im Call Center! Erinnerst du  dich?\u0093 Albert nickte. \u0084Aber nat\u00fcrlich, eine Frau wie ein Schrank, oder?\u0093<\/p>\n<p> F\u00fcr Sekunden verschlug es mir die Sprache. \u0084Albert! Ok, die  Frau ist noch viel fetter als ich aber deswegen w\u00fcrde ich sie nicht verurteilen.  Habe ich dir nicht erz\u00e4hlt, was sie alles angestellt hat in der Firma? Ihre  L\u00fcgen, ihre Intrigen? Was sage ich: ihr Mobbing?\u0093 Albert versuchte mich zu  beschwichtigen. \u0084Ist schon in Ordnung! Ich wei\u00df nat\u00fcrlich von wem du sprichst.  Von jener Frau, die deine Freundin damals um ihren Teamleaderposten gebracht hat  und die dich auch ein paar Mal rausekeln wollte. Ich erinnere mich gut!\u0093 Ich  nickte bes\u00e4nftigt. \u0084\u0085ja, das und noch viel mehr. Der Typ Mensch, der sich nur  hinter L\u00fcgen versteckt, mit der man nicht gerade heraus einen Konflikt ausreden  kann sondern eine Frau, die vorzugsweise nur mobbt und l\u00fcgt!\u0093<\/p>\n<p> Albert grinste und\u00a0 hielt mir mein Weinglas hin. \u0084Komm  herunter, M\u00e4del, es ist vorbei. Sagtest du nicht selber, sie w\u00e4re in dem  schwinds\u00fcchtigen Call Center selber schlie\u00dflich auch gek\u00fcndigt worden?\u0093 Ich nahm  einen Schluck vom Wein. \u0084Ja, ja, du hast nat\u00fcrlich Recht. Mit einem befreundeten  Kollegen, Stefan, hat sie damals so lang herum intrigiert, bis Carina gehen  musste. Carina, unsere Teamleaderin. Und bald darauf hat Kerstin Stachl ihren  Posten \u00fcbernommen. Und mehr schlecht als recht herumgewerkt. Lange haben sie ihr  nicht zugesehen, aber damals war ich l\u00e4ngst in meiner jetzigen Firma, Gott sei  Dank\u0085, und schlie\u00dflich wurde sie dann auch gek\u00fcndigt. Mangels Erfolg. Angeblich  hat sie jede Menge Daten und Kundenadressen auch mitgenommen, auf Disketten  \u00fcberspielt\u0085\u0093<\/p>\n<p> So genau wollte ich dass dann gar nicht wissen. Ich  erinnerte mich n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich wieder, wie sie mich und Evi, eine andere  Kollegin, unter Beschuss genommen hatte. Ich wusste damals noch nicht einmal wie  sie hie\u00df. Angeblich w\u00fcrden wir uns ungerechtfertigte Vorteile bei der  Arbeitszeit verschaffen, hatte sie \u00fcberall herumzuerz\u00e4hlen begonnen und  schlie\u00dflich wurden Evi und ich ins B\u00fcro zitiert. Ich wei\u00df aber nicht mehr genau,  was uns damals konkret vorgeworfen wurde, es war haneb\u00fcchen und l\u00e4cherlich, aber  es reichte, um uns Schwierigkeiten zu machen. Evi k\u00fcndigte damals, ich war nahe  dran, wenn es nicht meinen Kollegen und Boss Grisu gegeben h\u00e4tte \u0096 aber das war  schon wieder eine andere Geschichte\u0085<\/p>\n<p> Ja, mich konnte die Stachl wirklich nicht verputzen, den es  folgten noch mehre derartige Attacken,\u00a0 aber sie wirkten letztlich wie ein  Boomerang. Ich blickte auf, denn Ali sah mich fragend an. \u0084Alles ok? Du hast auf  einmal so verbissen ausgesehen\u0085\u0093 Ich nickte. Die Erinnerung verblasste. Das  schummrige Licht in der Pizzeria war mir noch gar nicht so richtig aufgefallen.  Eigentlich wirkte das Lokal sehr romantisch und gem\u00fctlich auf mich und die graue  Wolke \u00fcber mir mit Namen Kerstin Stachl zerfiel in ihre Einzelteile. \u0084Schon  gut.\u0093 Ich sch\u00fcttelte den Kopf leicht und sah meinen Mann gl\u00fccklich an. Mit  Kerstin Stachl wollte ich mich an diesem Abend wirklich nicht mehr befassen\u0085<\/p>\n<p> Vivienne<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><b>     \u00a0Redakteure      stellen sich vor: Vivienne\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0     <br \/>     \u00a0Alle Beitr\u00e4ge von      Vivienne<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Home Kolumnen Die bunte Welt von Vivienne 25.07.2005, &copy; Vivienne Die Intrigantin Wer l&uuml;gt, handelt wie ein Kind &#150; Konfliktbew&auml;ltigung &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"bohnenzeitung.com\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/bohnenzeitung-com-213\/#more-18555\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber bohnenzeitung.com\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-18555","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-bunte-welt-von-vivienne","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18555"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18555\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}