{"id":1867,"date":"2010-03-11T20:44:09","date_gmt":"2010-03-11T19:44:09","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=1867"},"modified":"2018-09-29T10:02:16","modified_gmt":"2018-09-29T08:02:16","slug":"freud-und-leid-henry-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/freud-und-leid-henry-teil-3\/","title":{"rendered":"Freud und Leid &#8211; Henry, Teil 3"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMelanie, wer hatte gerade angerufen? Ich muss wohl eingeschlafen sein. Ich glaubte das Telefon geh\u00f6rt zu haben. Wahrscheinlich brauchen wir beide einen Kaffee. W\u00e4ren Sie so nett?\u201c <\/p>\n<p>Ursula schaute freundlich ihre \u201ePerle\u201c an, die nun schon so lange bei ihr und ihrem Mann Helmut f\u00fcr das leibliches Wohl sorgte und nicht nur f\u00fcr dieses.<\/p>\n<p>\u201eWas haben Sie, Melanie? Sie sehen ja aus als h\u00e4tten Sie einen Geist gesehen!\u201c<\/p>\n<p>Ursula hatte sofort gesehen, dass irgendetwas nicht stimmen k\u00f6nnte, nur was?<\/p>\n<p>\u201eDegenhardts, ich meine Herr Degenhardt aus Hannover hat soeben angerufen und ich habe ihm gesagt, dass Sie sich hingelegt haben, ich meine Herr Klaus Degenhardt, Ihr Enkel aus Hannover hatte angerufen und da Sie sich hingelegt hatten, will er noch mal sp\u00e4ter anrufen. Ich wusste ja nicht.\u201c<\/p>\n<p>Melanie schien ziemlich verwirrt, so schien es Ursula und diese Verwirrung konnte nur mit dem Anruf Klaus`s zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>\u201eBeruhigen Sie sich, Melanie. Es ist ja nichts Schlimmes passiert. Wenn es was Wichtiges ist ruft Klaus gleich sicherlich noch mal an. Ich schlage vor, dass wir zwei jetzt eine Tasse Kaffee trinken.\u201c<\/p>\n<p>Melanie schien unter Schock zu stehen. Was mochte der Grund sein?<\/p>\n<p>\u201eNichts passiert ? Ich bef\u00fcrchte schon.\u201c<\/p>\n<p>Eigentlich war es wie immer. Christina und Henry hatten in der kleinen K\u00fcche zu Abend gegessen. Auf der Eckbank hatte sich Christina ein kleines \u201eHerrgottseckle\u201c eingerichtet, ein solches hatten sie mal in einer F\u00fcssener Sommerfrische bei der Wirtsfrau gesehen. Dies hatte ihr gefallen und so hatte sie sich gegen Henrys Abscheu (\u201eIch mag keinen zum Tode Verurteilten in der K\u00fcche h\u00e4ngen haben!\u201c) im Eck der Bank, dort wo der lange und der kurze \u201eSchenkel\u201c zusammengeschraubt ist, diese \u201etypisch bayerische Folklore-Puppe\u201c mit ein paar frischen Schnittblumen aufgestellt, obwohl sich Christina als nicht gl\u00e4ubig bezeichnete.<\/p>\n<p>Christina hatte sich Jauchs Millionenquiz angeschaut, w\u00e4hrend Henry wieder in seinem Arbeitszimmer an seinem Manuskript arbeitete, welches er seit seiner K\u00fcndigung als Vorf\u00fchrer in dem kleinen Programmkino in Goslar angefangen hatte.<\/p>\n<p>\u201eIch werde mal nen richtigen Bestseller schreiben. Ich habe beim Bund soviel erlebt und auch als Fahrlehrer, das schreib ich auf und Du wirst sehen, das wird ein Hit.\u201c<\/p>\n<p>Christina wusste nat\u00fcrlich, dass das Schreiben zur Therapie geh\u00f6rte, seitdem Henry gegen seine Trunksucht ank\u00e4mpfte. Und gewisses Talent musste auch sie Henry best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Christina hatte so um Mitternacht Henry auf dessen Wunsch einen Magentee gebracht und sich dann hingelegt. Er hatte \u00fcber Bauchdr\u00fccken geklagt.<\/p>\n<p>Gegen f\u00fcnf in der Fr\u00fch war sie erwacht und musste feststellen, dass Henry immer noch nicht neben ihr lag und das war gar nicht seine Art.<\/p>\n<p>Mit klopfendem Herzen und sehr unruhig stieg sie die Stiege zum Dachgeschoss hinauf, in dem der Arbeitsraum in dem ausgebauten Dachstuhl eingerichtet war und als sie die Schiebet\u00fcr ge\u00f6ffnet hatte, erblickte sie Henry.<\/p>\n<p>(C) Chefschlumpf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Melanie, wer hatte gerade angerufen? Ich muss wohl eingeschlafen sein. Ich glaubte das Telefon geh&ouml;rt zu haben. 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