{"id":18689,"date":"2005-01-17T13:40:35","date_gmt":"2005-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2005\/01\/bohnenzeitung-com-294\/"},"modified":"2022-10-04T05:03:26","modified_gmt":"2022-10-04T03:03:26","slug":"bohnenzeitung-com-294","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/bohnenzeitung-com-294\/","title":{"rendered":"bohnenzeitung.com"},"content":{"rendered":"<p>      <b>     \u00a0<a href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\">Home<\/a>     Kolumnen          In eigener Sache<\/b>        <\/p>\n<p><b>17.05.2005,          \u00a9     <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">     Vivienne<\/a><\/b><\/p>\n<p>     \u00a0  <\/p>\n<p><b> Das erste Treffen<br \/><\/b><br \/>In diesen Tagen, um den 20. Mai, werden es vier Jahre,  dass ich zur Bohne gesto\u00dfen bin. Vier Jahre, in denen ich mich selbst sehr  ver\u00e4ndert habe und mich in meiner F\u00e4higkeit zu schreiben und Worte gewandt wie  lebendig einzusetzen, unglaublich weiterentwickelt habe. Es war, als h\u00e4tte jener  Tag Ende April 2001, als ich das erste Mal mit unserem Klezi alias Werner in  Sachen redaktioneller Mitarbeit Kontakt aufnahm, ganz langsam einen Damm in  meinem Leben zum Brechen gebracht und damit einem Fluss Raum geschaffen, der  alles gesprengt hat, was ich vorher f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Constanze auf  Life Radio war mit ihrer Sendung, in dem sie Werners Aufruf damals sendete,  \u00a0also nicht ganz unbeteiligt daran, dass die Bohne das geworden ist, was sie  heute ist\u0085<\/p>\n<p> Ich bin an sich ein geselliger und kommunikativer Mensch,  aber die Zeitspanne, in die jener Neuanfang f\u00fcr mich fiel, war alles andere als  einfach f\u00fcr mich. Zwar hatte ich lange Zeit keine Ahnung davon, aber ich befand  mich im Mittelpunkt einer irrwitzigen wie teilweise sehr \u00fcblen Geschichte,  w\u00fcrdig fast einer Telenovela. Heute kann ich relativ objektiv dar\u00fcber urteilen,  aber die Fakten sind im Grunde auch unter einer sachlichen Brille mehr als nur  ungeheuerlich, pr\u00e4gten mich als Mensch in meiner pers\u00f6nlichen und politischen  Entwicklung, nicht sofort sondern nach und nach. Die rote Vivienne, die Sie,  liebe Leser, in meiner Anfangszeit kennen gelernt haben, existiert in dieser  Form l\u00e4ngst nicht mehr.<\/p>\n<p> Am nachhaltigsten pr\u00e4gte mich im Zuge dieser \u0084Geschichte\u0093  wohl eine Liebesgeschichte, die grausam entt\u00e4uscht wurde. Der junge Mann hatte  im Wesentlichen nur meine Gesellschaft gesucht um mich auszunutzen \u0096 f\u00fcr seine  eigene Homepage. Sie haben richtig gelesen, bis M\u00e4rz 2002 war ich f\u00fcr zwei  Onlinemedien gleichzeitig aktiv t\u00e4tig, ehe unsere Kooperation abrupt platzte \u0096  der Mann hatte n\u00e4mlich unerwartet Farbe bekennen m\u00fcssen. Falls es Sie trotzdem  interessiert, f\u00fcr welche Seite ich damals schrieb \u0096 ich mache keine  (unfreiwillige) Werbung f\u00fcr diesen Menschen, er ist es nicht Wert\u0085<\/p>\n<p> Von dieser Entwicklung ahnte ich allerdings noch nichts,  als ich Peter und Werner, Ihnen bekannt als Einstein und Klezi, das erste Mal  traf. Der bewusste Tag, der 19. J\u00e4nner, ist in mehrfacher Hinsicht ein  bemerkenswerter Tag in meinem Leben. Meine Nichte Daniela hat auch an diesem Tag  Geburtstag. Ich erinnere mich also noch gut an jenen Samstag im Jahre 2002. Wir  hatten uns im Caf\u00e9 des Linzer Amadeus verabredet und ich war etwas nerv\u00f6s, weil  ich einige Monate zuvor hier schon einmal ein Blind Date gehabt hatte, das aus  etwas grotesken und absurden Voraussetzungen heraus entstanden war.<\/p>\n<p> Auch diesmal war ich etwas skeptisch, weil ich nicht wusste  was mich erwartete. Und ich nahm mir vor, auf keinen Fall l\u00e4nger als eine gute  Stunde zu bleiben, \u0084falls die beiden Typen\u0093 unm\u00f6glich sein sollten. Vorsicht ist  die Mutter der Porzellankiste! Ich versteckte mich sogar hinter meinen Brillen,  die ich sonst selten trage, weil ich mich nicht wohl mit ihnen f\u00fchle. Ich  erkannte die beiden sofort, und sie mich auch, und erinnere mich gerne an den  Ruf Werners: \u0084Da sitzt ja eh die Vivienne.\u0093 Zwei baumlange Kerle mit der kleinen  Vivienne! Was wir gelacht haben, ich f\u00fchlte mich in der Gegenwart der beiden  sehr wohl und konnte im Nachhinein nicht verstehen, warum ich mich so lange  gegen ein Treffen gestemmt hatte.<\/p>\n<p> Wir \u00fcbersiedelten schlie\u00dflich am sp\u00e4teren Nachmittag noch  ins Josef\u0092s, weil das Cafe mit dem Schlie\u00dfen des Gesch\u00e4ftes zusperrte. Ich hatte  mich lange nicht so am\u00fcsiert, das musste ich ehrlich zugeben, und damals wurden  die Grundfesten f\u00fcr unsere Freundschaft gelegt. Auch wenn es damals noch nicht  absehbar war: die Bohne hat mich damals nicht nur befl\u00fcgelt sondern sie stellte  auch eine gewisse Stabilit\u00e4t in meinem Leben dar. Einer Stabilit\u00e4t, derer ich  bald schon dringend bedurfte: nicht nur, dass ich den Mann, den ich liebte oder  zu lieben glaubte, auf so entt\u00e4uschende Art und Weise durchschauen musste. Fast  gleichzeitig begriff ich auch, welche Geschichte sich die ganze Zeit hinter  meinem R\u00fccken abgespielt hatte und die, kurz bevor ich sie endlich entlarven  konnte, in sich zusammen gebrochen war.<\/p>\n<p> Fairness oder zumindest eine Erkl\u00e4rung und Entschuldigung  wurden mir von den Verantwortlichen nie zuteil, weil die betroffenen Leute zu  viel zu verlieren hatten. Ihre \u00dcbergriffe h\u00e4tten sie wohl den Job gekostet oder  zumindest in ein Besenkammerl verbannt. Mich haben diese beiden Ereignisse aber  den Glauben an die Gerechtigkeit, an die Sozialdemokraten und an die Liebe  gekostet. Den Roten habe ich zuletzt unmissverst\u00e4ndlich abgeschworen und der  Liebe bin ich nicht mehr begegnet in diesen gut drei Jahren. Vielleicht habe ich  sie aber auch nur nicht gesehen oder sie dort gesucht, wo sie nun mal nicht  wachsen wollte. Zu sehr habe ich an dieser Dem\u00fctigung gekaut\u0085<\/p>\n<p> Einen sehr intimen Blick in mein Leben habe ich Ihnen heute  gew\u00e4hrt. Meine anderen Geschichten betreffen mich l\u00e4ngst nicht in diesem Ausma\u00df,  obwohl so mancher da und dort schon wieder das Gras wachsen h\u00f6ren will. Aber das  ist wohl das Schicksal eines Dichters, der es versteht, seinen Worten so beredt  Leben einzuhauchen, dass fast jeder Anteil bewegt nimmt, auch wenn sie nur aus  dem Reich der Fantasie stammen\u0085<\/p>\n<p> Vivienne<br \/> \u00a0<\/p>\n<p><b>     \u00a0Redakteure      stellen sich vor: Vivienne\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0     <br \/>     \u00a0Alle Beitr\u00e4ge von      Vivienne<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Home Kolumnen In eigener Sache 17.05.2005, &copy; Vivienne &nbsp; Das erste TreffenIn diesen Tagen, um den 20. Mai, werden es &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"bohnenzeitung.com\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/bohnenzeitung-com-294\/#more-18689\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber bohnenzeitung.com\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34],"tags":[],"class_list":["post-18689","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gedankenwelt","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18689"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18689\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}