{"id":18718,"date":"2004-01-17T13:40:35","date_gmt":"2004-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2004\/01\/neue-bohnen-zeitung-460\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:24","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:24","slug":"neue-bohnen-zeitung-460","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-460\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>                              von                                                            <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0                &#8211;\u00a0 Februar 2004<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Eine Liebeserkl\u00e4rung der                anderen Art<\/strong><\/p>\n<p>                              Wie lange kenn ich dich jetzt?<br \/>               Genau genommen sind es noch nicht einmal zwei Jahre.<br \/>               Als ich in diese Firma kam, in diese schwindlige Firma, in die ich                gar nicht wollte.<br \/>               Am zweiten Tag haben sie mich in deine Abteilung versetzt.<br \/>               Und du warst mehr oder weniger mein Vorgesetzter.<br \/>               Ich hab dich angesehen.<br \/>               Unendlich lang und d\u00fcnn warst du.<br \/>               Mit einer gro\u00dfen Vorliebe f\u00fcr Fast Food\u0085<br \/>               Noch ziemlich jung bist du mir vorgekommen.<br \/>               Aber du warst noch j\u00fcnger als ich dachte.<\/p>\n<p>                              Irgendwann hast du mir einmal verraten, dass ich dir anfangs ein                wenig suspekt war.<br \/>               Kein Wunder, ich f\u00fchlte mich nicht wohl.<br \/>               Und ich war ja mehr oder weniger\u00a0 zwangsweise da.<br \/>               Aber ich musste auch \u00fcber dich lachen.<br \/>               Du warst dir die erste Zeit nie sicher, ob du mich duzen oder                siezen sollst.<br \/>               Es stimmt ja auch, ich bin einiges \u00e4lter als du.<br \/>               Wer wei\u00df schon, wie eine vielleicht reagiert, wenn du sie so                einfach duzt.<br \/>               Aber du warst nett.<br \/>               Das hab ich schnell gemerkt.<br \/>               Obwohl ich nicht mehr sagen kann, wann genau der Funke                \u00fcbergesprungen ist.<br \/>               Was hei\u00dft schon Funke\u0085<br \/>               Ich bin nicht in dich verliebt.<br \/>               Was mich mit dir verbindet ist ganz was anderes\u0085<br \/>               N\u00e4mlich viel mehr\u0085<\/p>\n<p>                              Was haben wir gelacht.<br \/>               \u0084Gehustet\u0093.<br \/>               Gebl\u00f6delt.<br \/>               Und wenn ich zu keck war, hast du mir wieder die Auskunft                raufgeschaltet.<br \/>               Aber nur f\u00fcr eine Minute.<br \/>               Oder nicht viel mehr.<br \/>               Denkw\u00fcrdig war diese Zeit.<br \/>               Und unsagbar sch\u00f6n.<br \/>               Die Arbeit war hart.<br \/>               Die Bezahlung war mies.<br \/>               Wir hatten es alle nicht leicht.<br \/>               Du k\u00e4mpftest mit den Problemen einer ungewollten Liebesgeschichte.<br \/>               Ich k\u00e4mpfte mit den Folgen einer ungl\u00fccklichen Liebesgeschichte.<br \/>               Du hast mich aufgezogen deswegen.<br \/>               Und trotzdem gleichzeitig auch getr\u00f6stet.<\/p>\n<p>                              Als du in eine andere Abteilung versetzt worden bist, war das im                Grunde nicht so schlimm.<br \/>               Du warst ja trotzdem immer da.<br \/>               Schlimm jener Tag im J\u00e4nner, als du von mir erfahren musstest,                dass du gek\u00fcndigt wirst.<br \/>               Ich dachte, du wusstest es schon.<br \/>               Ich f\u00fchlte mich so schuldig.<br \/>               Und dann warst du auf einmal weg aus meinem Leben.<br \/>               Auf SMS oder Emails hast du nicht reagiert.<br \/>               Dir ging es nicht gut, hast du mir sp\u00e4ter erz\u00e4hlt.<br \/>               Das Lachen verschwand jedenfalls aus meinem Alltag.<br \/>               Denn du warst das Lachen gewesen.<br \/>               Oder zumindest ein wichtiger Teil davon.<\/p>\n<p>                              Bist du wieder da warst.<br \/>               So pl\u00f6tzlich, als w\u00e4rst du nie weg gewesen.<br \/>               Anruf gen\u00fcgt\u0085<br \/>               Wir gingen ins Kino.<br \/>               Wir schrieben viele Emails, die ich teilweise an meinen W\u00e4nden                verewigte.<br \/>               Du warst da f\u00fcr mich.<br \/>               Und vielleicht war ich auch ein wenig da f\u00fcr dich.<br \/>               Soll einer noch gegen die modernen elektronischen Medien                schimpfen!<br \/>               Sie geben uns alle M\u00f6glichkeiten, miteinander zu lachen und zu                scherzen.<br \/>               Oft stundenlang.<br \/>               Wem verzeih ich es sonst, wenn er mir nach 23:00 Uhr eine SMS                schickt!<br \/>               Und wie oft hast du angerufen und mein Handy war wieder irgendwo.<br \/>               Aber meistens sind wir doch irgendwie zusammengekommen.<\/p>\n<p>                              Bl\u00f6de Geschichte im Dezember.<br \/>               Da hab ich mal den Mund zu voll genommen.<br \/>               Asche \u00fcber mein Haupt.<br \/>               Du warst ziemlich sauer auf mich\u0085<br \/>               Aber wer war das damals nicht\u0085<br \/>               Schlechte Phase.<br \/>               Aber von meiner Astrologie hast du nie was gehalten.<br \/>               Gott sei Dank warst du nicht lange b\u00f6se.<br \/>               Und du bist halt auch besonnener als ich.<br \/>               Obwohl du so jung bist.<br \/>               Was t\u00e4te ich ohne dich\u0085!<br \/>               Aber witzigerweise sagst du von mir auch immer dasselbe.<br \/>               Wir schenken uns gegenseitig die gr\u00f6\u00dfte Wertsch\u00e4tzung.<br \/>               Umschmeicheln uns mit Kosew\u00f6rtern.<br \/>               Und dabei lieben wir uns gar nicht.<br \/>               Nicht im herk\u00f6mmlichen Sinn.<br \/>               Im Grunde grasen wir im selben Revier.<br \/>               Und fast, glaub ich, wollen wir in gewisser Weise gar nicht ohne                einander sein.<br \/>               Mein lieber, \u0084kleiner\u0093 Bruder.<\/p>\n<p>                              Ich bin so froh, dass es dich gibt\u0085<\/p>\n<p>                              F\u00fcr C. A.<\/p>\n<p>               <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com?subject=Leserbrief\">                                             Vivienne<\/a><\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; Februar 2004 Eine Liebeserkl&auml;rung der anderen Art Wie lange kenn ich dich jetzt? 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