{"id":18828,"date":"2004-01-17T13:40:35","date_gmt":"2004-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2004\/01\/neue-bohnen-zeitung-506\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:25","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:25","slug":"neue-bohnen-zeitung-506","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-506\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>                              von                                                            <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0                &#8211;\u00a0 September 2004<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Impressionen<br \/>               Angler unter sich<br \/><\/strong>               <br \/>                              Wunderbarer Sp\u00e4tsommertag.<br \/>               Leuchtender blauer Himmel.<br \/>               Kaum ein Wolkchen zu sehen.<br \/>               Wer da in den vier W\u00e4nden bleibt, ist selber schuld.<br \/>               Mich zieht es wieder an die Donau.<br \/>               Schw\u00e4ne f\u00fcttern.<br \/>               Seele baumeln lassen.<br \/>               Nachdenken.<br \/>               Abstand gewinnen.<br \/>               Von all dem, was manchmal Kummerfalten macht.<br \/>               Mein Stammplatz ist besetzt.<br \/>               Viele Leute sind heute unterwegs.<br \/>               Radfahrer.<br \/>               Spazierg\u00e4nger.<br \/>               Erholungssuchende.<br \/>               Ich setze mich auf die gro\u00dfen Steinbrocken an der                Bootsanlagestelle.<br \/>               Aus der Jackentasche hole ich ein Semmerl.<br \/>               Mit dem beginne ich die V\u00f6gel zu f\u00fcttern.<br \/>               Auch viele Enten sind da.<br \/>               Ein paar Meter neben mir haben sich ein paar Angler                niedergelassen.<br \/>               Ihre Angelruten mit den Nylonschn\u00fcren haben sie geschickt am Boden                festgemacht.<br \/>               So l\u00e4sst sich allerhand daneben erledigen.<br \/>               Oder auch nur die Natur genie\u00dfen.<br \/>               Bevor der erste Fisch bei\u00dft.<br \/>               Ich sehe einem der Angler zu wie er geschickt den kunstvoll                gebauten K\u00f6der an der Schnur anbringt.<br \/>               Scheinbar m\u00fchelos, aus dem Handgelenk heraus, wirft er dann aus.<br \/>               Weit zieht sich der Nylonfaden in die Donau.<br \/>               Irgendwann verliert er sich im Blassblau des Stromes.<br \/>               Dann befestigt er die Angel noch einmal am Untergrund.<\/p>\n<p>               Ich widme mich wieder dem Treiben                am Ufer.<br \/>               Es ist allerhand los.<br \/>               Die Schw\u00e4ne streiten zum Teil heftig untereinander.<br \/>               Zwicken sich in den Hals.<br \/>               Rei\u00dfen sich Federn aus.<br \/>               Pl\u00f6tzlich l\u00e4sst mich ein leises Klingeln aufhorchen.<br \/>               Tats\u00e4chlich.<br \/>               An jener Angel dort tut sich was.<br \/>               Schnell ist der Angler da.<br \/>               Er tr\u00e4gt nur eine dunkle Short, die vor seiner Bauchw\u00f6lbung                manchmal kapituliert.<br \/>               Behende ergreift er seine Angelrute.<br \/>               Ein junger Bursch, vielleicht 12 Jahre alt, steht mit einer Art                Netz neben ihm.<br \/>               Ein Casher, so nennt der Angler dieses Ger\u00e4t.<br \/>               Der Bursch ist sein Neffe.<br \/>               Das stellt sich nachher heraus.<br \/>               Der Mann hat da einen Kapitalfisch an der Angel.<br \/>               Ich sehe die Beute zwar nicht.<br \/>               Aber der Angler hat sichtlich gro\u00dfe M\u00fche.<br \/>               Jeder Zentimeter, den er seinem Fisch abk\u00e4mpft, ist bald wieder                verloren.<br \/>               Der Karpfen k\u00e4mpft n\u00e4mlich um sein Leben<br \/>               Und das mit aller Energie.<br \/>               Mittlerweile ist der Bruder des Mannes aufgetaucht.<br \/>               L\u00e4ssig gibt er dem k\u00e4mpfenden Mann ein paar Tipps, wie er des                Fisches habhaft werden k\u00f6nnte.<br \/>               Aber der Angler wird nur grantig.<br \/>               H\u00e4lt seinem Bruder eine Predigt, w\u00e4hrend er mit dem Fisch ringt.<br \/>               Faselt etwas von einer 20m-Leine.<br \/>               Ich verstehe nur Bahnhof.<\/p>\n<p>               Jede Menge Schaulustige.<br \/>               Viele Leute s\u00e4umen jetzt das Ufer.<br \/>               Beobachten den Kampf Mann gegen Fisch.<br \/>               Fast eine Gro\u00dfwildjagd.<br \/>               Ich sp\u00fcrte wie mich die Spannung erfasst.<br \/>               Die Stimmung an der Donau ist nun nebens\u00e4chlich.<br \/>               Nun hat der Angler den Karpfen doch sehr nah ans Ufer gebracht.<br \/>               Die Leine ist kurz.<br \/>               Der Fisch ist m\u00fcde geworden\u0085<br \/>               Pl\u00f6tzlich zuckt eine m\u00e4chtige Schwanzflosse aus dem Wasser.<br \/>               Ein letztes Aufb\u00e4umen.<br \/>               Was f\u00fcr ein Riesenfisch!<br \/>               Noch ein paar Augenblicke k\u00e4mpft der Fischer.<br \/>               Dann hat er die Beute in den Casher gezogen.<br \/>               Den h\u00e4lt mittlerweile sein Bruder.<br \/>               Der Bursch w\u00e4re wohl damit \u00fcberfordert gewesen.<br \/>               Triumphierend wird der Casher gehoben.<br \/>               Ich erwarte Beifall, aber die Leute nicken nur anerkennend.<br \/>               Die Menge zerstreut sich wieder.<br \/>               Ich begebe mich nun zu den Anglern und werfe einen Blick auf das                Tier.<br \/>               Riesengro\u00df.<br \/>               Mindestens sieben Kilo.<br \/>               Der Bauch ist prall gef\u00fcllt mit Laich.<br \/>               Ein Weibchen.<\/p>\n<p>               Frau Karpfen wird nun in einen                eigenartigen Zylinder aus Netz gelegt und ins Wasser gelegt.<br \/>               Befestigt am Ufer soll er in dem Behelf noch eine Weile leben.<br \/>               Ich komme mit dem Angler ins Gespr\u00e4ch.<br \/>               Er erz\u00e4hlt mir, dass er aus Linz ist.<br \/>               Der Karpfen ist seine gr\u00f6\u00dfte Beute heuer aus der Donau.<br \/>               Normalerweise fischt er aber lieber im Altarm der Donau.<br \/>               Weiter hinten.<br \/>               Und seine heutige Beute m\u00f6chte er vielleicht sogar lebendig mit                heim nehmen.<br \/>               Sein Freund hat eine Fischzucht.<br \/>               Der Fisch w\u00e4re ein wertvolles Zuchttier\u0085<br \/>               Weihnachtskarpfen oder doch Stammmutter einer neuen Generation?<br \/>               Frau Karpfen wei\u00df noch nicht, was auf sie zukommt.<br \/>               Unklar, was sie bevorzugen w\u00fcrde.<br \/>               Noch zuckt sie wenig in ihrem Gef\u00e4ngnis.<br \/>               Der Schock war zu gro\u00df.<br \/>               Der Kampf kr\u00e4fteraubend.<br \/>               Schnell kann es gehen, denke ich\u0085<\/p>\n<p>               <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com?subject=Leserbrief\">                                             Vivienne<\/a><\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>                                                        \u00a0           <\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; September 2004 Impressionen Angler unter sich Wunderbarer Sp&auml;tsommertag. Leuchtender blauer Himmel. Kaum ein Wolkchen zu sehen. Wer &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Neue Bohnen Zeitung\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-506\/#more-18828\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Neue Bohnen Zeitung\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":28639,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34],"tags":[],"class_list":["post-18828","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gedankenwelt","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50","resize-featured-image"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18828","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18828"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18828\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18828"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18828"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18828"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}