{"id":18971,"date":"2005-01-17T13:40:35","date_gmt":"2005-01-17T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/2005\/01\/neue-bohnen-zeitung-636\/"},"modified":"2022-10-03T16:24:26","modified_gmt":"2022-10-03T14:24:26","slug":"neue-bohnen-zeitung-636","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/neue-bohnen-zeitung-636\/","title":{"rendered":"Neue Bohnen Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>                              <br \/>                              von                                                            <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com\">               Vivienne<\/a>\u00a0                &#8211;\u00a0 Februar 2005<\/strong><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>                              <br \/>Die Ballade von den beiden                Frauen<\/p>\n<p><\/strong>               Engel 1717 f\u00fchlte sich etwas                nerv\u00f6s.<br \/>               Er war auf dem Weg zu Gottvater.<br \/>               Der hatte ihn gerufen.<br \/><i>               Eine Aufgabe f\u00fcr dich!<br \/>               Komm schnell in mein B\u00fcro!<br \/><\/i>               Nun fragte sich 1717, was das f\u00fcr                ihn hie\u00df.<br \/>               Hei\u00dfen k\u00f6nnte.<br \/>               Als er das B\u00fcro des Chefs betrat, z\u00f6gerte er.<br \/>               Neben Gott selbst stand ein anderer Engel.<br \/>               1717 kannte ihn fl\u00fcchtig.<br \/>               2801 war das.<br \/>               Ein Streber.<br \/>               Sehr gottgef\u00e4llig.<br \/>               Gott bemerkte 1717\u0092s Z\u00f6gern aber gleich.<br \/><i>               Nur herein.<br \/>               Ich habe eine Aufgabe f\u00fcr euch.<br \/>               Ich m\u00f6chte euch testen.<br \/>               Auf Feinf\u00fchligkeit.<br \/>               Und auf Menschlichkeit.<br \/>               Setzt euch.<\/i><\/p>\n<p>               Die beiden Engel warfen sich                Seitenblicke zu.<br \/>               1717 \u00fcberlegte.<br \/>               Er w\u00fcrde keine leichte Position haben.<br \/>               Neben 2801.<br \/>               Petrus hatte ihn angeblich in den h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt.<br \/>               Schon des \u00d6fteren.<br \/><i>               Seid ihr bereit?<br \/><\/i>               Die Stimme des obersten Chefs holte                ihn wieder zur\u00fcck.<br \/><i>               Ich werde euch beiden eine                Geschichte erz\u00e4hlen.<br \/>               Eine Geschichte, die sich wirklich zugetragen hat.<br \/>               Sie handelt von zwei Frauen.<br \/>               Beide waren sie verheiratet.<br \/>               Und nicht ganz gl\u00fccklich.<br \/>               Die eine hatte eine Tochter.<br \/>               Ihr Mann h\u00e4tte gern mehr Kinder gehabt.<br \/>               Aber sie wollte nicht.<br \/>               Sie war ungl\u00fccklich.<br \/>               Ihre Liebe zu ihrem Mann war l\u00e4ngst erkaltet.<br \/>               Und sie betrog ihren Mann.<br \/>               Immer wieder.<br \/>               Mit allen m\u00f6glichen M\u00e4nnern.<br \/>               Er ahnte nichts davon.<br \/>               Und schlie\u00dflich wurde sie schwanger. <br \/>               \u00dcberraschend.<br \/>               Ihr Mann freute sich sehr dar\u00fcber.<br \/>               Auch die Frau selber war zufrieden.<br \/>               Sie hatte das Kind nicht gewollt.<br \/>               Sie war unachtsam gewesen.<br \/>               Au\u00dferdem war es nicht von ihrem Mann.<br \/>               Aber wenn der glaubte, es w\u00e4re von ihm\u0085<br \/>               Wie sch\u00f6n!<\/i><\/p>\n<p><i>               So war alles am besten f\u00fcr sie.<br \/>               Und zu aller Zufriedenheit.<br \/>               Dachte sie.<br \/>               Was wollte man mehr?<br \/><\/i>               Gott schwieg.<br \/>               Sah die beiden aufmerksam an.<br \/>               Dann fuhr er fort.<br \/><i>               Der anderen Frau ging es nicht viel                anders.<br \/>               Auch sie hatte ein Kind.<br \/>               Und auch sie war in der Ehe nicht gl\u00fccklich.<br \/>               Sie liebte ihren Mann schon lange nicht mehr.<br \/>               Aber er war ihr ein wichtiger Freund geworden.<br \/>               Eine St\u00fctze.<br \/>               In all den Jahren\u0085<br \/>               Diese Frau hatte einen Geliebten.<br \/>               Und auch sie wurde schwanger.<br \/>               Ungewollt.<br \/>               Sie wusste nicht, was sie tun sollte.<br \/>               Ihr Mann h\u00e4tte genau gewusst, dass er nicht der Vater sein konnte.<br \/>               Ein Betrug w\u00e4re nie gelungen.<br \/>               Und sie dachte an ihr Kind.<br \/>               Ihre Familie w\u00fcrde zerfallen, wenn ihre Schwangerschaft offenbar                werden w\u00fcrde.<br \/>               Und dann w\u00fcrde sie nicht nur ihren Mann verlieren.<br \/>               Sondern auch ihr \u00e4lteres Kind.<\/i><\/p>\n<p>               Gottvater machte erneut eine Pause.<br \/>               Er blickte die beiden Engel an.<br \/><i>               Ihr schlechtes Gewissen machte ihr                schwer zu schaffen.<br \/>               Sie h\u00e4tte ihr Baby gern behalten.<br \/>               Aber sie w\u00e4re allein gewesen\u0085<br \/>               V\u00f6llig auf sich allein gestellt.<br \/>               In ihrer Not lie\u00df sie das Kind wegmachen.<br \/>               Ihr Gewissen hat sie nie mehr besiegt.<br \/>               Aber wenigstens ihre Familie gerettet.<br \/><\/i>               Gott verschr\u00e4nkte die Arme.<br \/><i>               Nun ihr beiden.<br \/>               2801 und 1717.<br \/>               Welche der beiden Frauen hat mehr ges\u00fcndigt?<br \/><\/i>               2801 l\u00e4chelt siegesgewiss.<br \/>               Er stand auf.<br \/><i>               Nat\u00fcrlich ist die zweite Frau die                gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnderin.<br \/>               Sie ist eine M\u00f6rderin.<br \/>               Denn sie hat das Kind get\u00f6tet.<br \/>               Das Kind der S\u00fcnde.<br \/><\/i>               Er nickte, um seinen Worten                Nachdruck zu verleihen.<\/p>\n<p>               Gott blickt nun 1717 an.<br \/><i>               Was sagst du?<br \/><\/i>               1717 stand langsam auf.<br \/><i>               Ich bin anderer Ansicht.<br \/>               Mich r\u00fchrt das Schicksal der zweiten Frau sehr.<br \/>               Sie hat ihren Mann betrogen.<br \/>               Aber das tat die erste auch.<br \/>               Und jene schob das Kind vom anderen Mann ihrem eignen Mann unter.<br \/>               Baut das vermeintliche Gl\u00fcck auf L\u00fcge und Betrug auf.<br \/>               Welch ein mieser Charakter!<br \/>               Aber die zweite Frau\u0085<br \/>               Sie war in einer Zwickm\u00fchle.<br \/>               Sie hat sich letztlich f\u00fcr ihre Familie entschieden.<br \/><\/i>               1717 blickt Gottvater fest an.<br \/><i>               Sie tut mir leid.<br \/>               Sie tr\u00e4gt die H\u00f6lle in sich.<br \/>               Nicht vorrangig Gott muss ihr vergeben.<br \/>               Sondern sie selbst sich.<br \/><\/i>               Dann setze er sich.<\/p>\n<p>               Gottvater schwieg.<br \/>               Er kratzte sich kurz am Bart.<br \/>               Dann winkte er 2801 zu sich.<br \/><i>               Hast du geh\u00f6rt, was 1717 gesagt                hat?<br \/>               Lass es dir durch den Kopf gehen.<br \/>               Ganz genau.<br \/>               Er hat n\u00e4mlich recht\u0085<br \/><\/i>               2801 erstarrte.<br \/>               Seine Augen wurden tellergro\u00df.<br \/>               Dann nickte er und verlie\u00df das B\u00fcro des Chefs.<br \/>               Mit entt\u00e4uschtem Gesicht.<br \/>               Gottvater winkte nun 1717 heran.<br \/>               Er legte ihm den Arm auf die Schulter.<br \/><i>               Ich bin sehr zufrieden mit dir\u0085<br \/>               Weiter so!<br \/><\/i>               1717 bedankte sich.<br \/>               Der Chef machte nie viel Worte.<br \/>               Aber so viel wusste er.<br \/>               Das war ein Riesenlob!<\/p>\n<p>               <a href=\"mailto:vivienne@bohnenzeitung.com?subject=Leserbrief\">                                             Vivienne<\/a><\/p>\n<p>               Link:                           Alle            Beitr\u00e4ge von Vivienne<\/p>\n<p>                                                        \u00a0           <\/p>\n<p>\u00a0        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vivienne&nbsp; &ndash;&nbsp; Februar 2005 Die Ballade von den beiden Frauen Engel 1717 f&uuml;hlte sich etwas nerv&ouml;s. 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