{"id":1926,"date":"2010-03-13T11:10:57","date_gmt":"2010-03-13T10:10:57","guid":{"rendered":"http:\/\/bohnenzeitung.com\/wp\/?p=1926"},"modified":"2010-03-13T11:10:57","modified_gmt":"2010-03-13T10:10:57","slug":"freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/freiheit\/","title":{"rendered":"Freiheit"},"content":{"rendered":"<p>Seit Bestehen der Menschheit existiert das Streben nach Freiheit.<br \/>\nWas aber ist Freiheit ?<br \/>\nIm Lexikon steht: Freiheit bedeutet Unabh\u00e4ngigkeit von Zwang und Bevormundung und das eines der Grundrechte jeden Menschen auf dieser Erde ist.<br \/>\nFreiheit ist die Selbstbestimmung des Menschen, indem er sich unabh\u00e4ngig von \u00e4u\u00dferen und inneren Zw\u00e4ngen macht und selbst auch Ursprung seines Wollens ist.<\/p>\n<p>Das Erlangen von Freiheit wurde \u2013 und wird leider immer noch \u2013 hart erk\u00e4mpft.<br \/>\nEs gibt viele L\u00e4nder, in denen keine politische Freiheit herrscht.<br \/>\nIn unserem Land ist die b\u00fcrgerliche Freiheit zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden. Wir haben z.B. Glaubensfreiheit, Rede- und Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, Versammlungs- und Vereinsfreiheit und vieles mehr.<\/p>\n<p>Trotz all dieser Errungenschaften im Bestreben nach Freiheit, stellt sich mir die Frage:<br \/>\nGibt es vollkommene Freiheit ?<br \/>\nIch glaube, man muss dies mit Bedauern verneinen.<br \/>\nWir leben in einer zivilisierten Konsumgesellschaft und d\u00fcrften uns nicht beklagen.<br \/>\nDoch die Kehrseite der Medaille ist, dass hier jeder einzelne seinen Beitrag leisten muss, damit es einem gut geht. Somit entsteht Zwang \u2013 der wenig mit Freiheit zu tun hat.<br \/>\nDas Motto lautet: Arbeite (f\u00fcr diese Konsumgesellschaft) &#8211; dann geh es dir auch gut.<br \/>\nWenn man keine Arbeit findet wird man Au\u00dfenseiter. Unmut und Wut entstehen.<\/p>\n<p>Aber selbst wenn man Arbeit hat und gut verdient &#8230; ist man deswegen freier ?<br \/>\nSicherlich kann sich ein arbeitender Mensch unserer Konsumgesellschaft, dann auch sein vermeintliches St\u00fcckchen Freiheit wie z.B. ein Haus mit Garten oder ein Auto erkaufen.<br \/>\nDer eine erlebt \u201eseine\u201c Freiheit im Urlaub, der andere wenn er sich Unmengen an Zigaretten kaufen kann. Freiheit ist in dieser Hinsicht individuell verschieden und ein sehr dehnbarer Begriff. Aber Geld oder Materielles \u2013 hat das etwas mit wirklicher Freiheit zu tun ?<\/p>\n<p>M\u00fcssen wir erst aus unserer Konsumgesellschaft ausbrechen \u2013 aussteigen &#8211; unser Dasein als Landstreicher und Au\u00dfenseiter der Gesellschaft fristen, um wirkliche Freiheit empfinden zu k\u00f6nnen ?<br \/>\nDie Wunschvorstellung frei zu sein wie ein Vogel, werden doch immer mehr zur Utopie.<br \/>\nRealistischer werden Begriffe wie \u201evogelfrei\u201c oder \u201efrei zum Abschuss\u201c.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich k\u00f6nnen wir in unserer Gesellschaft nur mehr bedingt und in unseren Gedanken zeitweise wirklich frei sein.<br \/>\nWirkliche Freiheit wird man kaum von au\u00dfen erleben k\u00f6nnen, sondern es ist wohl eher eine innere Einstellung, die man sich selbst erarbeiten muss.<br \/>\nEin \u201eFreidenker\u201c \u00fcberwindet seine Tr\u00e4gheit, packt seine \u00c4ngste am Schopf &#8211; wird aktiv.<br \/>\nNicht, indem er st\u00e4ndig nur \u00fcber sie redet, diskutiert oder sich tr\u00e4ge mit ihnen arrangiert, sondern indem er sie positiv angeht, um sie f\u00fcr eine neue Freiheit zu \u00fcberwinden.<br \/>\nVor allem aber wird man bescheidener werden m\u00fcssen.<br \/>\nIn Anspr\u00fcchen, seinem Leben und seinem Konsumverhalten.<\/p>\n<p>Denn Freiheit ist bestimmt nicht das gro\u00dfe Geld, dass man sich erarbeitet oder das einem geschenkt wird. Das beweist die \u201er\u00e4tselhafte\u201c innere Leere, die Lottogewinnern oder finanziell reichen Menschen unausweichlich eines Tages ereilt.<\/p>\n<p>Letztlich m\u00f6chte ich diesen Beitrag aber mit den Worten Albert Schweitzers, eines gro\u00dfen \u201eFreidenkers\u201c, der sich aktiv f\u00fcr Freiheit, Frieden und Menschenrechte eingesetzt hat beenden.<\/p>\n<p>\u201eIch will unter keinen Umst\u00e4nden ein Allerweltsmensch sein.<br \/>\nIch habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.<br \/>\nIch w\u00fcnsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.<br \/>\nIch will kein ausgehaltener B\u00fcrger sein,<br \/>\n gedem\u00fctigt und abgestumpft, weil der Staat f\u00fcr mich sorgt.<br \/>\nIch will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen,<br \/>\nSchiffbruch erleiden und Erfolg haben.<br \/>\nIch lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen.<br \/>\nLieber will ich in den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein zu f\u00fchren, lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens.<br \/>\nIch will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschw\u00fcrde gegen milde Gaben.<br \/>\nIch habe gelernt, selbst f\u00fcr mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: Dies ist mein Werk.<br \/>\nDas alles ist gemeint, wenn wir sagen: Ich bin ein freier Mensch !\u201c<\/p>\n<p>Albert Schweitzer (1875-1965), deutsch-franz\u00f6sischer Arzt, Theologe, Musiker und Kulturphilosoph, 1952 Friedensnobelpreis<\/p>\n<p>(C) Wolf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Bestehen der Menschheit existiert das Streben nach Freiheit. 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