{"id":19735,"date":"2015-05-09T16:00:00","date_gmt":"2015-05-09T14:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bohnenzeitung.com\/?p=19735"},"modified":"2015-05-09T21:10:44","modified_gmt":"2015-05-09T19:10:44","slug":"19735","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bohnenzeitung.com\/wp\/19735\/","title":{"rendered":"Das Attentat &#8211; Die bunte Welt von Vivienne"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ali und ich waren gerade dabei, die Eink\u00e4ufe f\u00fcr das lange Wochenende zu verstauen. Der Eisschrank platzt wieder aus allen N\u00e4hten, dachte ich mir, als ich ihn endlich schlie\u00dfen konnte. Mein Mann hantierte schon mit der Kaffeemaschine und ich war m\u00fcde. Gut, das Wochenende w\u00fcrde mit vier Tagen f\u00fcr uns beide lange dauern, aber der Kampf durch die Massen in den Gesch\u00e4ften kostete schon viel Kraft\u2026 Ich setzte mich und schloss die Augen\u2026 Meine Gedanken traten eine lange Reise an. Albert reichte mir eine Tasse Kaffee. \u201eNa, Liebes? Alles okay?\u201c Ich nickte. Zeitweise sp\u00fcrte ich meinen Schnupfen einfach st\u00e4rker, aber da musste man durch. Ein Schluck Kaffee konnte da schon Wunder wirken\u2026 Ali grinste. \u201eDas musst du dir geben! Rossecker hatte an der schwarzen Wand ein paar Artikel von Berichten \u00fcber die Firma h\u00e4ngen. Einer davon zeigt ihn mit dem B\u00fcrgermeister. Und da hatte jemand dazu gekritzelt: Zu fett!! Eine Art Attentat!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich prustete los. Rossecker war nie schlank gewesen, hatte aber in den letzten Jahren noch etliche Kilos zugelegt. Mittlerweile war er auch schon deutlich \u00fcber F\u00fcnfzig, aber sein genaues Alter wusste niemand au\u00dfer ein paar Damen in der Buchhaltung \u2013 und die hielten dicht. Die Beschriftung traf also durchaus zu und Rossecker rotierte deswegen. Er hatte getobt im B\u00fcro, aber au\u00dfer stoischen Gesichtern nichts geerntet\u2026 So erz\u00e4hlte mir mein Mann und ich fragte mich, warum dieser Streich \u2013 und nichts anderes war es &#8211; den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer so in Rage brachte. Nach meinem ersten Lachen war mir bewusst geworden wie unreif diese Aktion eigentlich war. Immerhin: wenn Rossecker dahinterkommen w\u00fcrde, wer das getan hatte, musste der oder die sich bestimmt einiges anh\u00f6ren. Und Alberts Chef konnte reichlich unangenehm werden, wenn er sauer war\u2026 Das hatte sich nicht ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich hatte Rossecker aber eine Idee gehabt, wie mir Ali dann erl\u00e4uterte. \u201eEigentlich war er sicher, dass es jemand aus dem kleinen B\u00fcro gewesen war. Die Angestellten dort arbeiteten \u00f6fter etwas l\u00e4nger und da war niemand mehr in der Firma\u2026 Also genug Gelegenheit und wohl auch ein Motiv wegen der vielen \u00dcberstunden. Rossecker war nicht dumm. Einfach fragen h\u00e4tte nichts gebracht. Die Damen h\u00e4tten alles bestritten, das war klar. Aber\u2026\u201c Albert hob seine Stimme. \u201e\u2026 da gab es eine Mitarbeiterin, Ende drei\u00dfig. Eine harmlose Person und eher ruhig. Astrid Keller, falls du sie noch kennst. Und auf die konzentrierte sich Rossecker mit seinen Ermittlungen. Die w\u00fcrde er knacken, wenn sie etwas wusste, davon war er \u00fcberzeugt\u2026!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war gespannt, wie Rossecker das anstellen hatte wollen. Ich konnte mich an die Keller nicht mehr erinnern, aber ob Drohungen da Wirkung zeigen w\u00fcrden\u2026 \u201eNein, keine Drohungen!\u201c Ali widersprach vehement. \u201eRossecker kam ins B\u00fcro als nur mehr die Keller arbeitete, redete, plauderte mit ihr, als w\u00e4re er der umg\u00e4nglichste Chef von allen und pl\u00f6tzlich holte er eine Flasche Rotwein hervor. Er \u00f6ffnete sie, schenkte ein, kostete den Wein und fragte dann ganz harmlos: Willst auch ein Glas?\u201c Im Wein liegt Wahrheit, hei\u00dft es, und ganz falsch ist diese Weisheit sicher nicht. Alkohol kann die Zunge l\u00f6sen und manches Gest\u00e4ndnis hervorbringen\u2026 Rossecker hatte sich bestimmt etwas gedacht dabei, als er gerade Astrid Keller ausgesucht hatte f\u00fcr diese Aktion\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd?\u201c fragte ich, sehr neugierig mittlerweile. Albert grinste spitzb\u00fcbisch. \u201eDu wirst es nicht glauben, aber Rossecker holte sich eine Abfuhr. Astrid Keller, die zuvor etwas aufgetaut war wegen der Freundlichkeiten von Rossecker, zog sich wieder zur\u00fcck. Sie d\u00fcrfe keinen Alkohol trinken, sie nehme Medikamente wegen ihrer Allergie, das vertrage sich nicht.\u201c Ich musste grinsen. Gar nicht dumm, die Mitarbeiterin. Und vielleicht wusste sie wirklich etwas, wie diese Verunglimpfung zustande gekommen war. Und hielt sich deshalb zur\u00fcck. Ali widersprach. \u201eNein, das glaube ich gar nicht. Pers\u00f6nlich bin ich davon \u00fcberzeugt, dass sie wirklich wegen der Tabletten, die sie nahm, nicht mitgetrunken hat. Sonst h\u00e4tte sie wohl gerne angesto\u00dfen mit ihm \u2013 wie die meisten Kolleginnen. Wenn der Chef sich leutselig gab, haben ihm viele Leute aus der Hand gefressen\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie auch immer\u2026\u201c antwortete ich. \u201eAber wie hat Rossecker reagiert?\u201c \u201eEr ist wieder gegangen, mit der Flasche und den beiden Gl\u00e4sern. Er hat anscheinend nicht viel gesagt, aber er war w\u00fctend. Sein sch\u00f6ner Plan hatte sich in Luft aufgel\u00f6st, das behagte ihm gar nicht.\u201c \u201eUnd wei\u00df er mittlerweile, wer dieses so genannte Attentat auf ihn veranstaltet hat?\u201c Das wollte ich auf jeden Fall noch wissen. Aber mein Mann sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eKeine Ahnung, Vivi, keine Ahnung. Aber inzwischen kursiert das Ger\u00fccht, dass es niemand von den Kolleginnen und Kollegen war sondern ein Lieferant, der B\u00fcropapier gebracht hatte und wie es hei\u00dft auff\u00e4llig viel Zeit an der schwarzen Wand verbracht hatte. Ob sich Rossecker mit dieser Version zufrieden gibt, wei\u00df ich nicht\u2026\u201c Er l\u00e4chelte mich an. \u201eNoch ein Kaffee?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vivienne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ali und ich waren gerade dabei, die Eink&auml;ufe f&uuml;r das lange Wochenende zu verstauen. 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